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Mittelalterliche
Geschichtsschreibung

Weihe der Bamberger Bischofskirche

Die Dedicatio ecclesie s. Petri Babenbergensis gibt einen Abschnitt der Gründung des Bistums Bamberg durch den ottonisch-ostfränkisch-deutschen König Heinrich II. (1002-1024) wider. Bekanntlich zog sich der Gründungsprozess des Bistums über mehrere Jahre hinweg; vorangegangen waren der Domweihe von 1012 der Beschluss einer kirchlichen Synode (1007), die großzügige wirtschaftliche Ausstattung des Bistums durch den Herrscher (1007) und ein vorläufiger, urkundlich bezeugter Abschluss der Bistumsgründung (1008).

Edition: Dedicatio ecclesie S. Petri Babenbergensis, hg. v. G.H. PERTZ, in: Monumenta Germaniae Historica. Scriptores (in Folio), Bd.17: [Annales aevi Suevici], hg. v. G.H. PERTZ, 1861, Nachdruck Stuttgart-New York 1963, S.635f. - Übersetzung: BUHLMANN.

Weihe der [Dom-] Kirche des heiligen Petrus in Bamberg
Im Jahr der Fleischwerdung des Herrn 1012. Der allerchristlichste König Heinrich II. [1002-1024] beschloss, im Bamberg genannten Ort, wo er - von Gott eingegeben - zuvor ein Bistum errichtet und alle weltlichen Hilfsmittel [dafür] im Überfluss bereitgestellt hatte, die Weihe der [Bischofs-] Kirche durchzuführen, der er selbst beiwohnte mit allen, die er herbeirufen konnte. Daher wurde an den 2. Nonen des Mai [6.5.] von 45 Bischöfen die Weihe dort gemäß der Ordnung gefeiert.
Den westlichen Altar, der in dieser Kirche besonders und der Haupt[altar] ist, weihte der ehrwürdige Eberhard, der erste Bischof dieses [Bischofs-] Sitzes [1007-1040], zu Ehren der heiligen und ungeteilten Dreieinigkeit und des heiligen und siegreichsten Kreuzes und zu Ehren der heiligen Apostel Petrus und Paulus und aller Apostel und des heiligen Kilian und seiner Gefährten. Als Reliquien wurden aber in diesen Altar verbracht: von den Ketten des heiligen Petrus, vom Blut des heiligen Paulus und der heiligen Apostel, Reliquien des Apostel und Evangelisten Johannes, des Jakobus, Andreas, Thomas, Philippus und Jakobus, Bartholomäus, Barnabas, vom Schweiß des Herrn, vom Grab des Herrn, von den Schuhen des Herrn, vom Kreuz des Herrn, vom Blut des Herrn, und insgesamt die Körper des heiligen Papstes Cajus und des [heiligen] Märtyrers Hermes, Reliquien des Cosmas und das Haupt des Damian.
Den rechten Altar am westlichen Altar weihte der Kölner Erzbischof Heribert ehrwürdigen Angedenkens [999-1021] zu Ehren der heiligen Bekenner Silvester, Gregor, Ambrosius. Als Reliquien sind in diesem auch enthalten: vom Stab des heiligen Apostels Petrus, [Reliquien] der heiligen Bekenner Silvester, Martin, Eucharius, Maximinus, Paulinus, Ambrosius, Magnus, Crescentius, Epiphanius, Decentius, Florentius, Laurentius, der Bischöfe Maurentius und Juvenian.
Den linken Altar am westlichen Altar weihte der Trierer Erzbischof Megingaud [1008-1016] zu Ehren der heiligen Märtyrer Dionysius, Rusticus und Eleutherius, Laurentius, Hippolyt und Vitus. In diesen [Altar] wurden aber verbracht die Reliquien der heiligen Märtyrer Laurentius, Sixtus, Felicissimus, Agapit, Hippolyt, Pankratius, Nereus und Achilles, Vitus und Modestus, Tiburtius, Bonifatius, Oswald, der sieben Brüder Crisogonus, Urban, Abdon, Vitalis, Naboris, Senesius [u.a.?].
Den Altar des heiligen Kreuzes aber weihte der Patriarch Johann von Aquileja [984-1019] zu Ehren des heiligen Kreuzes und des heiligen Erzmärtyrers Stephanus. Als Reliquien wurden in diesen [Altar] verbracht: vom Kleid des Herrn ein Stück, von der Dornenkrone, vom Körper und Blut des Herrn, was Papst Johannnes III. weihte, [Reliquien] des heiligen Erzmärtyrers Stephanus, des Alexander, Eventius, Theodolus, Pankratius, des Papstes und Märtyrers Stefan, des Sigismund, des Soldaten Romanus, des Märtyrers Maximus, des Mauritius.
Den östlichen Altar aber weihte Mainzer Erzbischof Erkanbald [1011-1021] zu Ehren der heiligen Gottesmutter Maria und des heiligen Erzängels Michael und aller himmlischen Tugenden und des heiligen Märtyrers Georg. Als Reliquien wurden in diesen [Altar] verbracht: vom Kleid der heiligen Maria, vom Blut des heiligen Johannes des Täüfers, des Märtyrers Georg, vom Arm des Justus, [Reliquien] des Simeon und der heiligen Jungfrauen Luzia, Caecilia, Agatha, Waldburga, Margarete, Crescentia, Juliana, Verena, Tekla, Anastasia, Perpetua, Felicitas, Cancianilla, Speziosa, Modesta, Irminia.
Den rechten Altar am östlichen Altar weihte der Salzburger Erzbischof Hartwig [991-1023] zu Ehren der Heiligen Nikolaus, Adalbert, Emmeram, Wenzeslaus, Ruodbert, Erhard. In diesen [Altar] wurden aber verbracht Reliquien des Bekenners Burchard, des Bekenners Ruodbert, des Erhard, Severin, Pantaleon, des Märtyrers Wenzeslaus, des Wunnibald, Gallus, Othmar, Columban, Ulrich, Britius und des Bekenners Wibert, des Bekenners Severus, des Bekenners Valentin, des Märtyrers Adalbert.
Den linken Altar am östlichen Altar weihte der Magdeburger Erzbischof Dagino [1004-1012] zu Ehren der Heiligen Blasius, Lambert, des Erzmärtyrers Stephanus. In diesen [Altar] wurden aber verbracht Reliquien des heiligen Erzmärtyrers Stephanus, der Märtyrer Ciriacus, Christopherus, Saturninus, Anastasius, Innozenz, Apollinaris, Blasius, Lambert, Mauritius, Celestinus, Donatus, Cancius, Cancianus, Cancianella [?].
Den Altar vor der Krypta weihte der Erzbischof Ascher der Ungarn [ca.1007-ca.1026] zu Ehren der heiligen Bekenner Hylarius, Remigius, Vedastus. In diesen [Altar] wurden aber verbracht Reliquien der Heiligen Hylarius, Remigius, Germanus, Vedastus, Amandus, Vindemialis, Columban, des Mönches Macharius, des Medardus, Bertin, Britius, Ragnulf, Leudegar, vom Grab des Herrn.

Bearbeiter: Michael Buhlmann

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