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Rezensionen (Geschichte)
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QAMRhKG = Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte

Quak, Udo (2004), Eduard Mörike. Reines Gold der Phantasie (= ATV 2064), Berlin 2004 > M Mörike, Eduard

QDHG = Quellen und Darstellungen zur hansischen Geschichte

QFBrLG = Quellen und Forschungen zur braunschweigischen Landesgeschichte

QFGSA = Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts

QSGDO = Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens

QSVgDR = Quellen und Studien zur Verfassungsgeschichte des deutschen Reiches in Mittelalter und Neuzeit

Quarthal, Franz (Hg.) (1984), Zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Das Land am oberen Neckar, Sigmaringen 1984, 568 S., Farbtafeln, Pläne, Karten, DM 39,80. I. Das obere Neckartal ist die Landschaft entlang dieses Flusses zwischen Rottenburg und Baar (Neckarquelle), zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb, ein Raum (Oberes Neckargäu, Südwestliches Albvorland) geprägt von Hügelland und den tiefen Tälern von Neckar und Nebenflüssen. Historisch war das Land am oberen Neckar eher regional geprägt (sekundäre Fernstraßen, regionale Klöster und Landesherrschaften, Stagnation in spätem Mittelalter und früher Neuzeit, Eisenbahnbau und Industrialisierung des 19. Jahrhunderts) (Franz Quarthal, Das Land am oberen Neckar. Eine Einführung). II. Bodenqualität und Klima bestimmten seit jeher die Entwicklung des oberen Neckarraums als Altsiedellandschaft und Kulturlandschaft (Siedlungs- und Bevölkerungsgeschichte [neuzeitliche Bevölkerungszunahme]; Agrarwirtschaft, Verkehrswesen [Handelswege auf den Hochflächen], Bodenschätze [Salz, Gips, Eisenerz, Heilquellen], Industrialisierung [Handwerk, Hausgewerbe, Industrien]; Städte [der Neuzeit]) (Karl-Heinz Schröder, Der Obere Neckarraum. Aspekte zur Entwicklung der Kulturlandschaft). III. Nach den römischen Germanenkriegen um Christi Geburt geriet der obere Neckarraum mit der Einbeziehung der agri decumates unter römische Herrschaft (70er-/110er-Jahre). Es entstand ein Netzwerk von Orten (Rottweil, Sulz, Rottenburg) und Verkehrswegen (Vindonissa-Hüfingen-Rottweil, Kinzigtalstraße), die römische Besiedlung endete im Wesentlichen am Ostrand des Schwarzwaldes (Buntsandstein-Keuper-Linie). Der Aufgabe der agri decumates nach der Mitte des 3. Jahrhunderts n.Chr. durch die Römer entsprach eine (kriegerische) Inbesitznahme eines fast siedlungsleeren Raums ("offenes Land") durch den Alemannen zuzuordnenden Bevölkerungsgruppen (Bedeutung der ehemaligen römischen villae rusticae, eigenständige alemannische Siedlungen). Alemannische "Landnahme" ist dann ab dem 5. Jahrhundert n.Chr. bezeugt (frühe Reihengräberfriedhöfe in Burladingen, Entringen, Gammertingen und Nagold; Ortsnamen auf -ingen und -heim (?); alemannische Holzhäuser); die Besiedlung des Neckarraums sollte über die römische Siedlung nicht hinausgehen. In der Folge (6. Jahrhundert) wurde Alemannien Teil des merowingischen Frankenreichs (Gesetzestexte), die Christianisierung steht am Ausgang der Alemannenzeit (8. Jahrhundert) (Alfred Rüsch, Das Land am oberen Neckar in römischer und alemannischer Zeit). IV. Im frühen Mittelalter erscheint der obere Neckarraum als ein Gebiet, das auch dem fränkisch-ostfränkisch-deutschen Königtum offenstand. Herrscheraufenthalte sind für Rottweil, den Königshof als Zentrum eines königlichen fiscus (771), bezeugt (887, 906, 910, 1040); eine von Nord nach Süden verlaufende "Königsstraße" (via publica) kann vermutet werden, Orte mit königlichem Einfluss sind Spaichingen als villa publica, Ippingen, Klengen, Neudingen, Schwenningen, Sunthausen, Trossingen, Villingen mit Königsgut bzw. -rechten. Das Reichsgut am oberen Neckar ist u.a. im Rahmen der Eingliederung Alemanniens in das Frankenreich der Karolinger (8. Jahrhundert, Mitte) entstanden (Grafen Warin und Ruthard und die "königsherrschaftliche Erfassung" des oberen Neckarraums (Michael Borgolte, Das Königtum am oberen Neckar (8.-11. Jahrhundert)). V. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts treten Hochadelsherrschaften am oberen Neckar stärker in Erscheinung. Nach dem Aussterben der Zähringer und Staufer fehlten die im hohen Mittelalter den deutschen Südwesten dominierenden Fürstenfamilien, die Territorialisierung des späten Mittelalters erreichte eine neue Qualität. Entlang des Neckars und auf der Baar finden sich nun verstärkt u.a. die Herzöge von Teck, die Herzöge von Urslingen, die Grafen von Hohenberg, die Grafen von Sulz, die Grafen von Fürstenberg, die Herren von Lupfen, die Herren von Zimmern oder die Herren von Wartenberg. Kaum machtpolitisch traten die Grafen von Calw und die Pfalzgrafen von Tübingen noch hervor: 1) Die Grafen von Sulz, die Anteil an der Gründung des Klosters Alpirsbach hatten, waren im 12. Jahrhundert Gefolgsleute der Zähringerherzöge gewesen. Sulzer Machtzentren lagen im mittleren Schwarzwald, bei Dornhan, Sulz und Haigerloch; sie sicherten den "Staat den Zähringer" nach Osten hin ab. Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts sind Kontakte zu den staufischen Königen und Kaisern erkennbar. Noch um die Mitte des 13. Jahrhunderts stand die Sulzer Grafenfamilie auf der Seite der Staufer. Die Sulzer verfügten über die Baargrafschaft, auf die sie 1282/83 auf Wunsch König Rudolfs I. zu Gunsten der Fürstenberger verzichteten und dafür mit dem Amt eines Reichshofrichters am Rottweiler Hofgericht belohnt wurden. Die Herrschaft Sulz ging - wahrscheinlich auf dem Erbweg - zwischen 1222 und 1267 an die Herren von Geroldseck über, im 15. Jahrhundert waren Herrschaftszentren der Sulzer Grafen die Klettgauer Landgrafschaft, Blumenegg oder Vaduz. 2) Einen Zweig der Zähringerherzöge bildete seit ca. 1186 die Linie der Herzöge von Teck, begründet durch Adalbert I. (ca.1186-n.1195), einem jüngeren Sohn Herzog Konrads von Zähringen (1122-1152). Die Herzöge von Teck nannten sich nach ihrer am Trauf der Schwäbischen Alb gelegenen Burg Teck, ihr Herrschaftsgebiet hatte eine nur geringe Ausdehnung. Konrad II. von Teck (†1292) engagierte sich im Reichsdienst König Rudolfs von Habsburg und wurde am 30. April 1292 von einer österreichisch-schwäbisch-pfälzischen Fürstenpartei zum deutschen König gewählt, starb aber (durch Mord?) schon einen Tag später. Konrad war der Begründer der jüngeren Linie der Herzöge von Teck, die 1381/85 ihre Hälfte des Herrschaftsgebiets an die Grafen von Württemberg verkaufte. Die Herzöge von Teck verfügten im oberen Neckarraum über Besitz und Rechte u.a. in Dornhan, Oberndorf, Rosenfeld, Rottweil und Schramberg, weiter über die Kastvogtei des Klosters Alpirsbach. 3) Die ab 1137 nachweisbare Adelsfamilie derer von Urslingen (Irslingen, bei Dietingen) stieg im Reichsdienst in Italien unter den Stauferkaisern Friedrich I. Barbarossa (1152-1190) und Heinrich VI. (1190-1197) auf: Egenolf von Urslingen begründete im elsässischen Rappoltstein die Rappoltsteiner Linie, Konrad "der Schwabe" war Herzog von Spoleto (1174-1198), musste aber Italien verlassen und kehrte nach Urslingen zurück, wo mit ihm die Linie der Herzöge von Urslingen begann. Die letzten Urslinger Herzöge im 14. und 15. Jahrhundert standen mit dem Schwarzwaldstädtchen Schiltach a.d. Kinzig in Verbindung; Schiltach war damals Mittelpunkt einer Pfarrei (1274/75), Stadt (1293) und be-festigter Ort (1334, 1430), versehen mit einer Burg (1381), angeschlossen das "Lehengericht von Schiltach" mit bäuerlichen Erblehen. 4) Die Hohenberger waren eine Seitenlinie der Grafen von Zollern mit Herrschaftsschwerpunkt zwischen Schömberg und Spaichingen (ab der Mitte des 11. Jahrhunderts), dann um Haigerloch, Rottenburg und Nagold (12./13. Jahrhundert; Nachfolge der ausgestorbenen Grafen von Haigerloch-Wiesneck und der Herren von Hirrlingen), schließlich auch um Oberndorf. Das Kerngebiet der Grafschaft Hohenberg hatte sich dadurch an den Neckar verlagert, 1237/45 gründete Graf Burkhard (1237-1253) in Kirchberg bei Sulz ein Dominikanerinnenkloster, das Hauskloster der Hohenberger. Um 1280 wurde von Graf Albrecht II. (1258-1298) die Stadt Rottenburg zum Herrschafts- und Verwaltungsmittelpunkt ausgebaut. Im Bereich des nordöstlichen Schwarzwalds waren die Hohenberger am Oberlauf der Nagold politisch stark vertreten, wo sie Landesausbau betrieben. Zum gräflichen Territorium gehörte eine Reihe von Städten wie Altensteig, Dornstetten, Haigerloch, Horb, Nagold, Nusplingen, Schömberg oder Wildberg. Neben dem Rottenburger Zweig etablierten sich im Verlauf der 2. Hälfte des 13. und 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts noch eine Nagolder und eine Wildberger Linie. Am 26. Oktober 1381 verkaufte Graf Rudolf III. (1338-1389) sein Territorium an die habsburgischen Herzöge von Österreich für 66000 Gulden. Zur Hohenberger Burgenlandschaft am oberen Neckar gehörten die Hofburgen Haigerloch, Hohenberg, Nagold, (Alt-, Neu-) Rottenburg, eingebunden in das Herrschaftssystem der Grafen, in Konkurrenz stehend zu Burgen und Gebieten anderer Landesherren und Adliger (Fehde und Burg, Burgfrieden, Burgzerstörungen). 5) Die Herren von Lupfen sind 1065 erstmals bezeugt, die Burg Hohenlupfen lag bei Talheim (nordwestlich von Tuttlingen). Um die Mitte des 13. Jahrhunderts kamen die Edelherren in den Besitz der Herrschaft Stühlingen und von Grafenrechten (Landgrafschaft Stühlingen), 1256 teilten sie sich in die Linien Lupfen (bis 1437, bald bedeutungslos werdend) und Stühlingen (bis 1582). Besitzmäßig ist die Herrschaft Lupfen seit dem beginnenden 13. Jahrhundert zu erfassen (Besitz auf der Baar, um Rottweil und Oberndorf; Frauenkloster Offenhausen); Burg und Herrschaft Lupfen wurden 1304 von den Habsburgern gekauft und habsburgisch-österreichisches Lehen (Pfandschaft 1315). Die Landgrafschaft Stühlingen konnten die Herren von Lupfen als Verwandte der ausgestorbenen Herren von Küssaburg gegen die Konstanzer Bischöfe behaupten. 6) Die Grafen von Fürstenberg gehen auf die von Urach zurück, die beim Aussterben der Zähringer (1218) deren rechtsrheinischen Besitz (zu einem großen Teil) erbten. Graf Egino (V.) (†1236/37) nannte sich nach der Zähringerstadt Freiburg, seine Söhne Konrad und Heinrich begründeten durch Erbteilung (v.1245?) die Familien der Grafen von Freiburg und von Fürstenberg, wobei die Fürstenberger ihren Besitzschwerpunkt auf der Baar und im Kinzigtal hatten. Graf Heinrich I. (v.1245-1284) erlangte die Baargrafschaft (1283), die Fürstenberger mussten aber u.a. Villingen an die Habsburger abtreten (1326). Seit Anfang des 14. Jahrhunderts gab es die Linien Baar und Haslach (bis 1386), neue Erbteilungen führten im 15. Jahrhundert zur Geisinger und Kinzigtaler Linie. Der weitere Aufstieg der Fürstenberger begann mit der Erbeinigung von 1491 an der Wende zum 16. Jahrhundert. 7) Gegen Ende des 11. Jahrhunderts sind erstmals die Herren von Geisingen (auf der Baar) als Ortsadel bezeugt; spätestens seit 1138 nannten sich die Edelherren nach ihrer (wohl zu Anfang des 12. Jahrhunderts errichteten) Burg auf dem Geisingen benachbarten Wartenberg ("Alte Burg", "Neue Burg"). Die (Hauptlinie der) Wartenberger konnten, unterstützt von den Grafen von Sulz, im hohen Mittelalter im Gebiet von Ostbaar und Schär eine bedeutende machtpolitische Stellung erringen, auch im Gegensatz zu den Herzögen von Zähringen und den Grafen von Fürstenberg (12./13. Jahrhundert). Geisingen wurde zu einer war-tenbergischen Stadt (13. Jahrhundert, 2. Hälfte); die befestigte Stadt besaß auch einen Markt. Durch Heirat gelangte 1318/21 die wartenbergische Herrschaft in der Ostbaar an die Grafen von Fürstenberg (Hans-Martin Mauren, Burgen am oberen Neckar. Hohenberger Hofburgen - Bautypen - Burgfrieden; Volker Schäfer, Hochadelsherrschaft am oberen Necker im Spätmittelalter). VI. Der Auftakt zur frühen Neuzeit bildet u.a. der Bauernaufstand von 1525, der auch den oberen Neckarraum erschütterte (Alpirsbach, Dießen, Dornstetten, Glatt, Neuneck, Reichenbach, Sulz, Vogelberg) (Johann Ottmar, Der Bauernaufstand von 1525 zwischen Nordschwarzwald und oberem Neckar). Weiter prägte die Reichsritterschaft mit ihren Herrschaften politisch und teritorial den oberen Neckarraum mit (Bierlingen, Geislingen, Glatt, Hirrlingen, Lautlingen, Wachendorf, Weitenburg u.a.), wobei die Wirtschafts- und Peuplierungspolitik der Reichsritter Siedlung (Schloss, Dorf), Topografie und Kulturlandschaft bestimmten (Volker Himmelein, Schlösser am oberen Neckar; Gert Kollmer, Die wirtschaftliche und soziale Lage der Reichsritterschaft im Ritterkanton Neckar-Schwarzwald 1648-1805; Siegfried Kullen, Reichsritterschaft und Siedlungsbild). Reichsritterschaft und Reichkirche waren eng miteinander verzahnt, Bedrohungen der reichritterschaftlichen Territorien gab es von Seiten mächtiger weltlicher Landesfürsten wie dem Herzogtum Württemberg (Werner Kundert, Reichsritterschaft und Reichskirche vornehmlich in Schwaben 1555-1803; Volker Press, Der württembergische Angriff auf die Reichsritterschaft 1749-1754 (1770)). Vielfältig war in der frühen Neuzeit zwischen Reformation und Säkularisation am oberen Neckar die kirchliche Landschaft von Kirchen und Klöstern (Benediktiner, Zisterzienser/innen, Bettelorden, Dominikanerinnen, Sammlungen, Klausen/Einsiedelungen, Lyzeen, Kollegien; Pfarreien, Pfarrkirchen) (Rudolf Reinhardt, Kirchen und Klöster am oberen Neckar). Allgemein lässt sich wirtschaftliche Entwicklung im oberen Neckarraum in (Spätmittelalter und) früher Neuzeit festmachen an der Existenz von Judengemeinden (Paul Sauer, Die Juden am oberen Neckar) und an Einzelentwicklungen von in Territorien eingebunden Landstädten (Karl-Otto Bull, Die württembergischen Amtsstädte am oberen Neckar und ihre Vermögensverhältnisse vom 15. bis zum 17. Jahrhundert; Franz Gessler, Horber Tuch und Zeug als Exportartikel. Ein unbekanntes Beispiel vorderösterreichischer Wirtschaftsgeschichte; Winfried Hecht, Rottweil und die Städte am oberen Neckar; Franz Quarthal, Zur Wirtschaftsgeschichte der österreichischen Städte am oberen Neckar; Paul Schwarz, Reutlingen und das Land am oberen Neckar). VII. Die Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts war auch im oberen Neckarraum geprägt von der Industrialisierung im gewerblichen und wirtschaftlichen Bereich und deren schwierigen Anfängen. Verbunden war die Industrialisierung mit einem massiven gesellschaftlichen und sozialen Wandel (Eberhard Naujoks, Die Industrialisierung des oberen Neckarraums). Vgl. dazu noch: Stemmler, Eugen, Rieble, Egon (1971), Land am oberen Neckar. Dreisprachige Ausgabe (= Thorbecke Bildbücher 59), Sigmaringen 1971, 116 S., Schwarzweißtafeln, DM 19,80. [Buhlmann, 11.2013]

Quarthal, Franz, Faix, Gerhard (Hg.) (2000), Die Habsburger im deutschen Südwesten. Neue Forschungen zur Geschichte Vorderösterreichs, Stuttgart 2000 > V Vorderösterreich

  Quellen und Forschungen zur Geschichte der Abtei Reichenau, hg. v.d. Badischen Historischen Kommission: Bd.1 (1890): Brandi, Karl, Die Reichenauer Urkundenfälschungen, Heidelberg 1890, XII, 132 S., 17 Taf., beschäftigt sich mit der Überlieferung der mittelalterlichen Reichenauer Urkunden, den original überlieferten Diplomen, Papsturkunden und Privaturkunden, den Urkundenabschriften und Urkundenübersetzungen ins Deutsche (in der Chronik des Gallus Öhem), den Urkundenfälschungen des 11. und 12. Jahrhunderts (äußere, innere Urkundenkritik), betreffend hauptsächlich die sog. Reichenauer Gründungsurkunden und die Diplome fränkisch-deutscher Herrscher. Bd.2 (1893): Brandi, Karl (Bearb.), Die Chronik des Gallus Öhem, Heidelberg 1893, XXVIII, 216 S., 19 Taf., gibt zunächst einen Überblick über die Reichenauer Geschichtsschreibung vom 8./9. Jahrhundert über Hermann und Berthold von Reichenau bis eben zu Gallus Öhem (†n.1511) und der Reichenauer Geschichtsschreibung der frühen Neuzeit. Die Chronik des Gallus Öhem, auf Deutsch niedergeschrieben und handschriftlich vielfach überliefert, beginnt nach einem Vorwort mit der Gründung der Reichenau, listet die frühen Schenkungen an das Kloster auf, um danach auf die Insel und die Reichenauer "Kirchenlandschaft" einzugehen. Der zweite Teil der Chronik ist eine Abtsgeschichte bis auf Abt Friedrich II. (1427-1453). Zum Abschluss sind eine Liste der Reichenauer Äbte, der Konventsherren zur Zeit Abt Albrechts von Ramstein (1259-1294) und der Adligen, Lehnsleute und Ministerialen im Zusammenhang mit der Reichenau aufgeführt. > R Reichenau [Buhlmann, 07.2011]

Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens beschäftigen sich mit der Geschichte des Deutschen Ordens in Mittelalter und Neuzeit. Der Deutsche Orden, entstanden gegen Ende des 12. Jahrhunderts als einer der großen palästinensischen Ritterorden, ist dennoch weniger wegen seiner Bedeutung für die Kreuzfahrerstaaten im Vorderen Orient bekannt als durch die Missionierung und Eroberung Preußens und Livlands, wo er im Verlauf des 13. und 14. Jahrhunderts ein Territorium ausbilden konnte. Innere und äußere Konflikte (mit Polen) führten dann im 15. Jahrhundert zum Niedergang des Ordensstaates und schließlich - im Zuge der Reformation - zur Säkularisierung Preußens (1525). Im 15. Jahrhundert wuchs der Gegensatz zwischen dem Orden in Preußen und dem im deutschen Reich, was insbesondere die Stellung der Deutschmeister betraf. Letztere hatten die Leitung des Ordens im Reich inne; seit dem Bauernkrieg (1524/25) war das Mergentheimer Ordenshaus Residenz des Deutschmeisters. Nachdem der Deutschordensstaat Preußen protestantisch geworden war, verwaltete der Mergentheimer Deutschmeister das nunmehr vakante Hochmeisteramt. Der Orden lehnte sich seit der Regierung des Deutschmeisters Maximilian von Österreich (1589-1618) politisch zunehmend an Habsburg-Vorderösterreich an. Verbunden damit waren notwendige Reformen, zumal die Anzahl der Ordensritter immer mehr abgenommen hatte. Der Deutsche Orden überstand im habsburgischen Fahrwasser weitgehend unbeschadet die Kriege des 17. Jahrhunderts. Im Gefolge der Säkularisation am Beginn des 19. Jahrhunderts war der Orden nur noch auf die habsburgischen Territorien beschränkt, heute ist der Deutsche Orden eine sozial-karitative Einrichtung, ein geistlicher Orden.
Aus der Reihe zur Geschichte des Deutschen Ordens seien genannt: Bd.1 (1967): Wieser, Klemens (Hg.), Acht Jahrhunderte Deutscher Orden in Einzeldarstellungen. Festschrift Marian Tumler, Bad Godesberg 1967, XXI, 671 S., DM 59,-; Bd.2 (1967): Forstreuter, Kurt, Der Deutsche Orden am Mittelmeer, Bonn 1967, 268 S., DM 40,-; Bd.5 (1969): Nobel, Wilhelm, Michael Küchmeister, Hochmeister des Deutschen Ordens 1414-22, Bad Godesberg 1969, X, 158 S., DM 28,-; Bd.8 (1969): Limburg, Hans, Die Hochmeister des Deutschen Ordens und die Ballei Koblenz, Bad Godesberg 1969, X, 226 S., DM 40,-; Bd.9 (1979): Schmidt, Rüdiger, Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen (1242-1794), Marburg 1979, VIII, 559 S., DM 58,-; Bd.10 (1970): Maschke, Erich, Domus Hospitalis Theutonicorum. Europäische Verbindungslinien der Deutschordensgeschichte. Gesammelte Aufsätze, Bonn-Bad Godesberg 1970, IX, 228 S., DM 25,-; Bd.15 (1969): Lückerath, Carl August, Paul von Rusdorf, Hochmeister des Deutschen Ordens 1422-1441, Bad Godesberg 1969, XI, 240 S., DM 32,80; Bd.16 (1970): Militzer, Klaus, Die Entstehung der Deutschordensballeien im Deutschen Reich, Bonn 1970, VII, 219 S., DM 38,-; Bd.23 (1985): Diefenbacher, Michael, Territorienbildung des Deutschen Ordens am unteren Neckar im 15. und 16. Jahrhundert. Urbare der Kommenden Heilbronn und Horneck sowie der Ämter Scheuerberg, Kirchhausen und Stocksberg von 1427 bis 1555, Marburg 1985, XII, 568 S., DM 54,-; Bd.24 (1970): Jähnig, Bernhart, Johann von Wallenrode OT. Erzbischof von Riga, Königlicher Rat, Deutschordensdiplomat und Bischof von Lüttich im Zeitalter des Schismas und des Konstanzer Konzils (um 1370-1419), Bonn-Bad Godesberg 1970, XI, 231 S., DM 34,80; Bd.31 (1970): Boesch, Gottfried (Hg.), Das Jahrzeitenbuch der Deutschordenskommende Hitzkirch aus dem Jahre 1432/33 mit dem Fragment A von 1399, Bonn-Bad Godesberg 1970, XII, 367 S., DM 39,80; Bd.33 (1975): Hopfenzitz, Josef, Kommende Oettingen Deutschen Ordens (1242-1805). Recht und Wirtschaft im territorialen Spannungsfeld, Bonn-Bad Godesberg 1975, XVI, 306 S., DM 39,80; Bd.38 (1989): Arnold, Udo (Hg.), Zur Wirtschaftsentwicklung des Deutschen Ordens im Mittelalter, Marburg 1989, VI, 189 S., DM 20,-; Bd.39 (1991): Weiss, Dieter J., Die Geschichte der Deutschordens-Ballei Franken im Mittelalter, Neustadt a.d. Aisch 1991, XIV, 582 S., DM 79,-. > D Deutscher Orden [Buhlmann, 10.1996, 06.2011]

Quellen zur Konfessionskunde stellen (in deutscher Übersetzung) kirchliche und theologische Quellen zur Geschichte des Christentums vor, geordnet nach besonderen Themen. Reihe A: Römisch-katholische Quellen: Bd.1 (1954/57), bearb. v. Manfred Jacobs, Hans Graß, Wilfried Jost, Leonhard Dendt, Kurt Dietrich Schmidt, Karl Gerhard Steck, Helmut Echternach, Lüneburg 1954-1957, XVI, 416 S., € 2,- (mit den Beiträgen: Die katholische Lehre von der heiligen Schrift und von der Tradition, Die katholische Lehre von der Rechtfertigung und von der Gnade, Die katholische Lehre von Messe und Abendmahl, Die katholische Staatslehre, Die katholische Lehre von der Kirche, Die katholische Lehre von der Gotteserkenntnis). [Buhlmann, 01.2017]

Quellen zur mittelalterlichen Geschichte St. Georgens ist eine Reihe mit (aus dem Latein) übersetzten mittelalterlichen Texten (Historiografie, Hagiografie, Nekrologien u.a., Urkunden) hauptsächlich zur Geschichte des Klosters und Ortes St. Georgen im Schwarzwald. Bisher sind erschienen: Tl.I (2002): Buhlmann, Michael, St. Georgen und Südwestdeutschland bis zum Mittelalter (= VA 2), St. Georgen 2002, 48 S., € 4,-, befasst sich mit St. Georgen und Südwestdeutschland bis zum Mittelalter, d.h. mit der Vor-, Früh- und alemannisch-schwäbischen Geschichte vor der Gründung des Benediktinerklosters in St. Georgen (1084). Tl.II (2002): Buhlmann, Michael, Gründung und Anfänge des Klosters St. Georgen im Schwarzwald. Quellen zur mittelalterlichen Geschichte St. Georgens (= VA 3), St. Georgen 2002, 48 S., € 4,-, behandelt Gründung und Anfänge des Klosters St. Georgen im Schwarzwald und befasst sich mit den ersten Jahrzehnten der Geschichte des 1084 entstandenen Benediktinerklosters. Im Mittelpunkt steht der Gründungsbericht der St. Georgener Mönchsgemeinschaft, der einen vielfältigen Einblick in das historische Geschehen und die gesellschaftlichen Zusammenhänge der damaligen Zeit gibt. Tl.III (2004): Buhlmann, Michael, Abt Theoger von St. Georgen (= VA 7), St. Georgen 2004, 60 S., € 4,-, befasst sich mit Abt Theoger von St. Georgen (1088-1119), der das Schwarzwaldkloster zu einem Mittelpunkt benediktinischen Reformmönchtums nicht nur für Süddeutschland machte. Die überlieferte umfangreiche Lebensbeschreibung des heiligen Abtes belegt dabei eindringlich die Bedeutung Theogers für das Kloster St. Georgen, das Mönchtum und die Kirche in der Zeit des Investiturstreits (1075-1122). Tl.IV (2004): Buhlmann, Michael, Die Päpste in ihren Beziehungen zum mittelalterlichen Kloster St. Georgen (= VA 8), St. Georgen 2004, 52 S., € 4,-, stellt eine Reihe von Papsturkunden und -briefen vor - von der ersten Begünstigung des Schwarzwaldklosters im Jahre 1095 über die hochmittelalterlichen Verfügungen bis hin zu den Privilegierungen des 15. Jahrhunderts. Tl.V (2004): Buhlmann, Michael, Die deutschen Könige in ihren Beziehungen zum mittelalterlichen Kloster St. Georgen (= VA 9), St. Georgen 2004, 48 S., € 4,-, stellt die königlichen Privilegierungen des hohen und späten Mittelalters vor, beginnend mit den Diplomen der Kaiser Heinrich V. und Friedrich I. Barbarossa und fortschreitend mit den Königsurkunden des 13. und 14. Jahrhunderts. Die letzten Privilegien römisch-deutscher Kaiser zeigen das Schwarzwaldkloster am Vorabend von Reformation und württembergischer Herrschaft (1536) in einem komplexen Beziehungsgeflecht zwischen Reich und Landstandschaft. Tl.VI (2004): Buhlmann, Michael, Besitz, Grundherrschaft und Vogtei des hochmittelalterlichen Klosters St. Georgen (= VA 11), St. Georgen 2004, 48 S., € 4,-, hat die wirtschaftlichen Grundlagen der Schwarzwälder Mönchsgemeinschaft zum Inhalt. Es geht um Besitz, Grundherrschaft und Vogtei des Klosters St. Georgen im hohen Mittelalter, also im 11. bis 13. Jahrhundert, dargestellt anhand der überlieferten Schenkungs-, Kauf- und Tauschurkunden. Tl.VII (2004): Buhlmann, Michael, Der Tennenbacher Güterstreit (= VA 12), St. Georgen 2004, 44 S., € 4,-, behandelt die Besitzstreitigkeiten zwischen der Benediktinerabtei St. Georgen und dem Zisterzienserkloster Tennenbach. Diese haben in den Jahren 1180 bis 1187 Herzöge, Bischöfe und sogar Päpste beschäftigt und fanden daher in der mittelalterlichen Quellenüberlieferung einen reichlichen Niederschlag. Tl.VIII (2005): Buhlmann, Michael, St. Georgen als Reformmittelpunkt benediktinischen Mönchtums (= VA 20), St. Georgen 2005, 60 S., € 4,-, befasst sich mit der Rolle des Klosters St. Georgen als Reformmittelpunkt benediktinischen Mönchtums im Netzwerk der Reformklöster des endenden 11. und des 12. Jahrhunderts. Die (Hirsau-) St. Georgener Klosterreform umfasste dabei eine Reihe von elsässisch-lothringischen, süddeutschen und österreichischen Mönchsgemeinschaften wie Gengenbach, Hugshofen, Ottobeuren, Prüfening oder Mallersdorf. Bedeutend wurde das von zwei Äbten aus St. Georgen geleitete Kloster Admont, das selbst Ausgangspunkt der sog. Admonter Reform wurde. Tl.IX (2007): Buhlmann, Michael, Die vom Kloster St. Georgen abhängigen geistlichen Gemeinschaften (= VA 36), St. Georgen 2007, 60 S., € 4,-, behandelt die beträchtliche Außenwirkung St. Georgens als Reformmittelpunkt benediktinischen Mönchtums seit Abt Theoger (1088-1119). Die vom Kloster St. Georgen abhängigen geistlichen Gemeinschaften, Tochterklöster, Priorate und Nonnengemeinschaften unter geistlicher und weltlicher Aufsicht, waren Ausfluss der (Hirsau-) St. Georgener Klosterreform. [Buhlmann, 11.2002, 03.2004, 06.2004, 07.2004, 11.2004, 11.2005, 12.2007, 12.2014]

Querolus sive Aulularia. Griesgram oder die Topfgeschichte, bearb. v. Willi Emrich (1976) (= Sammlung Klett. Altsprachliche Textausgaben), Stuttgart 1976, 32 S., DM 2,80 > Lateinische Literatur > Q Querolus

QuS = Quellen und Studien. Veröffentlichungen des Instituts für kirchengeschichtliche Forschung des Bistums Essen

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