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Rezensionen (Geschichte)
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Ubl, Karl (1999), Zur Entstehung der Fürstenspiegel Engelberts von Admont (†1331), in: DA 55 (1999), S.499-548, Schwarzweißabbildungen der lateinischen Texte, Sonderdruck. Engelbert von Admont (†1331) war ein "scholastischer Philosoph" und Admonter Mönch, der nach Studium und Aufenthalt in Prag (1271-1276) und Padua (1276-1285) und nochmaligem Aufenthalt in Admont (1285-1286/87) Abt des Klosters St. Peter in Salzburg (1287-1297) wurde und schließlich Klosterleiter von Admont (1297-1327) war. Die Entstehung von Engelberts erster Fürstenspiegelschrift De regimine principum ist auf das 1. Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts zu datieren, die eines im Admonter Codex 608 (n.1295) überlieferten Kompendiums zu Ciceros Schrift De officiis in das Jahrzehnt des Salzburger Abbatiats. Daneben verwendete Engelbert für seinen ersten Fürstenspiegel die Summa theologiae des Thomas von Aquin und den Fürstenspiegel De regimine principum des Aegidius Romanus. Engelberts zweiter Fürstenspiegel, der Speculum virtutum, ist nur unwesenstlich später nach dem ersten entstanden (ca.1310). > Lateinische Literatur > E Engelbert von Admont [Buhlmann, 09.2016]

Ubl, Karl (2003), Republicanismo y platonismo en la Monarchia de Dante, in: P&M XXIV (2003), S.39-56. Dantes philosophische Schrift Monarchia zeichnet sich weniger durch "republikanisches" Gedankengut als durch eine hierarchische Sicht auf mittelalterliche Politik aus (Rolle des Philosophenkönigs, Ethik und Politik, "meritokratische Führerschaft", Freiheit). Dantes politische Lehre gründet somit auf antik-platonischem (hingegen nicht-elitärem) Gedankengut, ohne dass der Dichter die politischen Dialoge Platons gekannt hätte. [Buhlmann, 09.2014]

Ubl, Karl (2014), Die Karolinger. Herrscher und Reich (= BSR 2828), München 2014 > K Karolinger

Ueding, Leo (1935), Geschichte der Klostergründungen der frühen Merowingerzeit (= HS 261), Berlin 1935, VII, 288 S., DM 28,-. Untersucht werden die Klostergründungen im merowingischen Frankenreich hauptsächlich des 6. Jahrhunderts: Gründungen von Eremiten und Coenobiten (Martius von Clermont, Eusicius [Selles-sur-Cher], Hospitius [Nizza], Eparchius von Angoulême, Patroklus [Mediocantus, v.558], Aemilianus und Brachio, Senoch [Saint-Senoch], Monegunde [Tours], Severus von Agde, Ebrulf [Saint-Evroult], Launomar [Bellomarus, Courbion]); Stiftungen der Bischöfe (Caesarius von Arles [St. Césaire, 512/24; Caesariusregel], Aurelian von Arles [St. Maria, St. Peter, ca.546/49], St. Peter in Lyon, St. Eulalia und St. Georg in Lyon, Eparchius von Clermont [Chantoing, v.472], Ferreolus von Uzès [Ferreolac, v.581], Bertram von Le Mans [St. Germain, St. Pierre de la Couture, 616], Cyrillus von Trier [St. Eucharius, 5.Jh.], Domnulus von Le Mans [St. Vincent]); Klöster im Umfeld bischöflicher Herrschaft; Gründungen der Könige und Königinnen (Sigismund von Burgund [Agaunum, 515?], Childebert I. [St. Germain-des-Pres?], Guntramn [St. Marcellus in Chalon-sur-Saône], Caratene [St. Michel in Lyon], Theudechilde [Le-Vif in Sens, v.ca.598], Radegunde [Poitiers], Brunichilde [St. Andoche, St. Maria in Autun], Dagobert I. [St. Denis?]); Stiftungen von Eigenklöstern (Licinius [Angers], Ingytrudis [St. Maria in Tours], Aridius [St. Yrieix], Ansemundus und Ansleubana [St. Peter in Vienne], Remila [St. Andreas in Vienne], Sequanus [St. Seine?]). [Buhlmann, 03.2013]

Uhlirz, Mathilde (1957), Untersuchungen über Inhalt und Datierung der Briefe Gerberts von Aurillac, Papst Sylvesters II. (= Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd.2), Göttingen 1957 > G Gerbert von Aurillac

Uhlirz, Mathilde (1957), Zu dem Mitkaisertum der Ottonen. Theophanu coimperatix, in: BZ 50 (1957), S.383-389 > T Theophanu

Uhrle, Susanne (1968), Das Dominikanerinnenkloster Weiler bei Esslingen (1230-1571/92) (= VKGLBW B 49), Stuttgart 1968, XV, 331 S., 1 Karte, DM 26,-. Zwischen 1230 und 1571/92 bestand in Weiler ein Dominikanerinnenkonvent, der über eine kleine Grundherrschaft am mittleren Neckar verfügte und eine wichtige Rolle in der südwestdeutschen Frauenmystik des 13. Jahrhunderts spielte. Das Kloster wurde wiederholt (1377, 1449, 1519) vom benachbarten Esslingen aus zerstört, seit dem späten Mittelalter gehörte Weiler zum Machtbereich der württembergischen Grafen und Herzöge, die die Vogtei über die Frauengemeinschaft ausübten, an der Klosterreform von 1478 beteiligt waren und ab 1534 gegen den Widerstand der Klosterfrauen die Reformation und Aufhebung der Kommunität mit letztendlichem Erfolg betrieben. [Buhlmann, 03.2009]

Ullrich, Volker (2009), Die Revolution von 1918/19 (= BSR 2452), München 2009 > D Deutsche Geschichte, 1918/19-1933

Ulrich von Cluny/Zell: Als Vertreter des vom burgundischen Kloster Cluny ausgehenden benediktinischen Mönchtums erscheint in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts (der heilige) Ulrich von Zell/Cluny. Der aus Bayern stammende, um 1029 geborene Ulrich war ein Patenkind Kaiser Heinrichs III. (1039-1056) und erhielt zusammen mit Wilhelm von Hirsau (†1091) im Regensburger St. Emmeramkloster seine geistliche Ausbildung. Er war Mitglied der Hofkapelle der deutschen Herrscher und trat nach dem gescheiterten Versuch einer Klostergründung in Regensburg um das Jahr 1063 in das Kloster Cluny ein. Als Beichtvater und Berater des Abtes Hugo (1048-1109) entfaltete Ulrich mit seiner asketischen Haltung vielfältige Wirkung. Die Beteiligung an der Gründung des Priorats Rüeggisberg (n.1070/71) und die Leitung des Priorats Peterlingen (Payerne, um und n.1075) gehören hierher. Ulrich übersandte die in Cluny zwischen 1079 und 1086 aufgezeichneten Gewohnheiten (constitutiones Cluniacenses) an seinen Freund Abt Wilhelm von Hirsau (1069-1091) und gründete um 1083 das Priorat St. Ulrich, als dessen Prior er 1093 starb, sowie ein Frauenkloster in Bollschweil. In verschiedenen Viten wird Ulrich als Heiliger dargestellt.
Mit Ulrich von Cluny beschäftigen sich: Hauviller, Ernst (1896), Ulrich von Cluny. Ein biographischer Beitrag zur Geschichte der Cluniazenser im 11. Jahrhundert (= Kirchengeschichtliche Studien 3/3), Münster 1896, 87 S.; Ott, Hugo (1970), Probleme um Ulrich von Cluny. Zugleich ein Beitrag zur Gründungsgeschichte von St. Ulrich im Schwarzwald, in: AlemJb 1970, S.9-29. [Buhlmann, 11.2004]

Ulrich Richental: Der Konstanzer Bürger Ulrich (von) Richental (*ca.1360-†1437) schrieb um 1420 eine umfangreiche, mit Illustrationen versehene Chronik über das Konstanzer Konzil. Als Zeitzeuge hatte Ulrich die Kirchenversammlung miterlebt und verarbeitete seine Erfahrungen in einem umfangreichen, mit Illustrationen versehenen Geschichtswerk. Auf der zeitlichen Grundlage des Kirchenjahrs und auf der Basis quantitativen statistischen Materials werden in annalistischer und thematischer Art und Weise die wichtigen Ereignisse geschildert, Personen- und Wappenverzeichnisse oder Preislisten angegeben, alles in der Perspektive einer Konstanzer Stadtgeschichte mit ihren stadt-, sozial-, kirchengeschichtlichen und politischen Implikationen.
Vgl. Buck, Thomas Martin (Hg.) (2010), Chronik des Konstanzer Konzils (1414-1418) von Ulrich Richental (= KGRQ 51), Ostfildern 32013, LIX, 249 S., Karte, € 29,95; Ulrich von Richental, Chronik des Konzils zu Konstanz 1414-1418. Faksimile der Konstanzer Handschrift, Darmstadt 2013, 150 Blätter, farbig; Beiheft: Klöckler, Jürgen, Die Konstanzer Handschrift der Konzilschronik des Ulrich Richental. Eine kommentierte Überlieferungsgeschichte, Darmstadt 2013, 16 S., Schwarzweißabbildungen, zus. € 65,-. [Buhlmann, 06.2014, 08.2014]

Universum: Das Universum stellt die (relativistische) Raumzeit bereit, vor deren Hintergrund Geschichte (Geschichte des Weltalls, Erdgeschichte, Menschheitsgeschichte) stattfindet. Das Universum hat denn auch eine eigene Geschichte. Entstanden aus einer überheißen und überdichten "Blase" (Fluktuation) in einer zeitlosen "Urwelt" und somit Teil eines Multiversums mit seinen sich immer wieder aus der "Urwelt" abkoppelnden Universen, begann das Universum, indem die heutige Menschheit lebt, mit dem "Urknall" und der Entstehung der vierdimensionalen Raumzeit. Weitere Übergänge sollten bei abnehmender Temperatur und zunehmender Ausdehnung des Universums folgen: die Phase der "Inflation" und das Erreichen eines physikalischen Normalzustands der "Urweltblase" (bis 10-34 Sekunden), die Zeit der Supersymmetrie (SUSY) und der Urteilchen, die Zeit der Great Unified Theory (GUT) und der Fermionen (Materieteilchen) und Bosonen (Kraftteilchen), die Zeit der masselosen Quarks und Leptonen, der Higgs-Übergang (bei 10-10 Sekunden, 1015 Kelvin Temperatur), die Hadronisierung (Hadrosynthese, bei 10-5 Sekunden, 1012 Kelvin Temperatur), die Zeit der Hadronen (Protonen, Neutronen entstanden aus Quarks [quarks confinement]), die Hadronenannihilation (Materie-Antimaterie-Vernichtung mit einem Materieüberschuss, bei 1 Sekunde, 1010 Kelvin Temperatur), die Zeit der Leptonen, die Zeit der Strahlung (Wasserstoff-, Helium-, Lithiumkerne; bei 10 Sekunden, 109 Kelvin Temperatur), die Entkopplung von Strahlung (Photonen, Neutrinos) und Materie (bei 380000 Jahren, 3000 Kelvin Temperatur), die weitere Ausdehnung und Abkühlung des Universums in den darauf folgenden 13,7 Milliarden Jahren (3 K-Hintergrundstrahlung des Urknalls; Atome, Atomkerne [Protonen, Neutronen], Elektronen). Dabei entsprechen den genannten Phasenübergängen Brechungen physikalischer Symmetrien (z.B. Überschuss von Materie gegenüber Antimaterie) bei Ausgliederung von starker und schwacher Kernkraft, elektromagnetischer Kraft und Gravitation. Motor der Raumausdehnung war die (dunkle) Raumenergie, die sich gegen die Gravitation durchsetzte. Die Abkühlung des Universums führte (nach dem Hauptsatz der Thermodynamik [Entropie]) zur Entstehung von Unumkehrbarkeit und Zeit (Zeitpfeil der Raumzeit). Letzteres schließt aber die Entstehung von Strukturen und Formen im homogen-isotropem Universum (Galaxien, Sterne [dunkle Materie]) nicht aus. Die weitere Entwicklung des Universums ab heute ist noch unklar: konstante bzw. zunehmende Expansion ("thermischer Tod" des Universums) oder Ende in einem schwarzen Loch (dessen Verdampfung durch die Hawking-Strahlung)?
Vgl. dazu: Baker, David, Hardy, David A. (1979), Der Kosmos-Sternführer. Planeten, Sterne, Galaxien, Stuttgart 21981, 350 S., Abbildungen, Sternkarten, DM 1,-; Blome, Hans-Joachim, Zaun, Harald (2004), Der Urknall. Anfang und Zukunft des Universums (= BSR 2337), München 2004, 128 S., Abbildungen, € 7,90; Börner, Gerhard (2002), Kosmologie. Die Evolution des Universums: Vom Urknall zur komplexen Welt der Galaxien (= Fischer kompakt Nr.15355), Frankfurt a.M. 2002, 127 S., Abbildungen, € 8,90; Börner, Gerhard, Ehlers, Jürgen, Meier, Heinrich (Hg.) (1993), Vom Urknall zum komplexen Universum. Die Kosmologie der Gegenwart (= SP 1850), München 1993, 221 S., Abbildungen, DM 22,90; Eisenhuth, Albert, Haffner, Hans (1967), Das Weltall im Bild, Graz-Wien-Köln 21971, 28, 54 S., Schwarzweißfotos, DM 39,-; Fahr, Hans-Jörg (1995), Universum ohne Urknall. Kosmologie in der Kontroverse, Heidelberg-Berlin-Oxford 1995, 159 S., Abbildungen, DM 3,50; Genz, Henning, Wie die Zeit in die Welt kam. Die Entstehung einer Illusion aus Ordnung und Chaos (= rororo 60731), Reinbek 1999, 337 S., Abbildungen, DM 22,90, Reinbek 22002, 337 S., Abbildungen, € 11,50; Genz, Henning (2003), Elementarteilchen (= Fischer kompakt Nr.15354), Frankfurt a.M. 2003, 127 S., Abbildungen, € 8,90; Hawking, Stephen (1988), Eine kurze Geschichte der Zeit. Die Suche nach der Urkraft des Universums, Reinbek 1988, 238 S., Abbildungen, DM 32,-; Herrmann, Dieter B. (1999), Antimaterie. Auf der Suche nach der Gegenwelt (= BSR 2104), München 1999, 128 S., Abbildungen, DM 14,80; Herrmann, Dieter B. (2006), Das Weltall. Aufbau, Geschichte, Rätsel (= BSR 2410), München 2006, 128 S., Abbildungen, € 7,90; Kanitscheider, Bernulf (1993), Von der mechanischen Welt zum kreativen Universum, Darmstadt 1993, XI, 250 S., Abbildungen, DM 39,-; Layzer, David (1986), Das Universum. Aufbau, Entdeckungen, Theorien (= Spektrum der Wissenschaft), Heidelberg 21987, 250 S., Abbildungen, DM 58,-; Meyers Handbuch über das Weltall, hg. v. Sebastian von Hoerner u. Karl Schaifers (1960), Mannheim 1960, 369 S., Abbildungen, Sternatlas, Beilagen, DM 9,80; Randall, Lisa (2008), Verborgene Universen. Eine Reise in den extradimensionalen Raum (= Fischer Tb 17438), Frankfurt a.M. 42011, 550 S., Abbildungen, € 10,95; Satz, Helmut (2016), Kosmische Dämmerung. Die Welt vor dem Urknall, München 2016, 188 S., Abbildungen, € 19,90; Voigt, Hans-Heinrich (1994), Das Universum. Planeten - Sterne - Galaxien (= RUB 5228), Stuttgart 1994, 299 S., Abbildungen, Tabellen, DM 12,-. [Buhlmann, 1971, 11.1978, 10.1991, 03.1999, 2003, 04.2004, 11.2006, 2012, 11.2016]

Untersuchungen zu Handel und Verkehr der vor- und frühgeschichtlichen Zeit in Mittel- und Nordeuropa: Tl.V: Jankuhn, Herbert, Kimmig, Wolfgang, Ebel, Else (Hg.) (1989), Der Verkehr. Verkehrswege, Verkehrsmittel, Organisation. Bericht über die Kolloquien der Kommission für die Altertumskunde Mittel- und Nordeuropas in den Jahren 1980 bis 1983 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. Philosophisch-historische Klasse, Dritte Folge, Nr.180), Göttingen 1989, 430 S., Schwarzweißabbildungen, Karten, DM 62,-, mit den Beiträgen: I. Hajo Hayen, Bau und Funktion der hölzernen Moorwege: Einige Fakten und Folgerungen, beschäftigt sich mit Bohlenwegen über nordwestdeutsche Moore von der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter (Bohlenwegbau, Typen, Begehbarkeit und Befahrbarkeit, Bohlenwege und Straßennetz). II. Dieter Timpe, Wegeverhältnisse und römische Okkupation Germaniens, behandelt die Verkehrs- und Kommunikationsproblematik im Zusammenhang mit der römischen Besetzung Germaniens zwischen Rhein und Elbe um Christi Geburt (limites [Waldschneisen], aggeres und pontes (longi), praesidia [Befestigungen]). III. Helmut Bender, Verkehrs- und Transportwesen in der römischen Kaiserzeit, geht ein auf die römischen Straßen (Aussehen, Straßenbauarbeiten, Finanzierung, Meilensteine, Stationen), Brücken (Rheinbrücken der Spätantike) und Pässe (Passstraßen) sowie den cursus publicus (Staatspost, Itinerare [Peutingertafel], Reisegeschwindigkeit). IV. René Wyss, Handel und Verkehr über die Alpenpässe, benennt 34 Pässe (Bernina, Flüela, Furka, Gotthard, Julier, Lötschen, Lukmanier, Reschen, San Bernardino, [Großer] St. Bernhard, Semptimer, Simplon, Splügen u.a.), Passlandschaften und Passausgänge (Bellinzona, Chiavenna, Rheintal u.a.) und ordnet sie ein u.a. in die römisch-antike und mittelalterliche Geschichte (Transportwesen, [klimatische] Schwierigkeiten bei der Alpenüberquerung). V. Walter Janssen, Reiten und Fahren in der Merowingerzeit, hebt auf Grund schriftlicher, ikonografischer und besonders archäologischer Quellen ab auf Kontinuitäten zwischen Antike und Frühmittelalter bei Verkehrswegen zu Land (inner- [Köln] und außerörtliche [vicus Jülich] Römerstraßen, Römerstraße Bavai-Köln [zwischen Lössgebiet und Großwald], römische Brücken [Neuss-Grimlinghausen]; Pferd [Pferdebestattungen] und [weniger] Wagen) und zu Wasser (Flusssystem, Transport von Massengütern [Kalkstein, Kalksteinsarkophage]; Einbäume und Lastschiffe). VI. Lothar Voetz, Zu den zentralen Wegebezeichnungen im Althochdeutschen, untersucht die Begriffe straza, uueg (auch abstrakt), stiga, (p)(f)ad, gazza, heristraza, diotuueg (als via publica, via regia), burcstraza, brugga in der althochdeutschen Überlieferung Tatians, Otfrids von Weißenburg, Notkers von St. Gallen sowie in den althochdeutschen Glossen. VII. Heinrich Tiefenbach, Furtnamen und Verwandtes, beleuchtet ortsnamenkundlich die für den Verkehr so wichtigen Furten über ein Gewässer; onomastische und appellative Bestimmungswörter zum Grundwort -furt finden sich bis 1200 vielfach, angefangen bei Steinfurt oder Franconofurd (794, Frankfurt, vadus Francorum als "Furt der Franken") über Bildungen mit Personen- oder Personengruppennamen (Mimigernaford [820], Münster; Gebisindofurd [839]) bis zu Bestimmungswörtern, die (geografische, rechtliche, relationale, menschliche Eingriffe schildernde) Beschaffenheiten ausdrücken; auch die Grundwörter -port (lat. portus) und -drecht (dragen als "tragen") zeigen Flussübergänge an. VIII. Detlev Ellmers, Die Archäologie der Binnenschifffahrt in Europa nördlich der Alpen, analysiert die archäologische Forschung unter den Aspekten des Begriffs "Binnenschifffahrt", der Wasserfahrzeuge (Schiffbautradition, Funktion [Fischerei, Beförderung von Lasten und Personen, Kriegsschiffe, Fähren], Technik [Antrieb, Steuerung, Anlandung]), der Wasserstraßen (natürliche Binnengewässer, Wasserbau [Schiffsländen, Kanäle, Treidelpfade], ergänzende Landwege, Fahrstrecken der Schiffe), der Landstationen (Häfen, Ufermärkte, Ufersiedlungen) und der Verortung der Schifffahrt in den damaligen Gesellschaften (Schiffer, Kaufleute, Schiffe als Grabbeigaben u.a.). IX. Wladyslaw Filipowlak, Die Häfen und der Schiffbau an der Odermündung im 9.-12. Jahrhundert, weist den Aufschwung der Ostee-Schifffahrt im behandelten Zeitraum nach und stellt Wollin und Stettin vor als sich ausbildende maritime Städte auch eines weitreichenden Seehandels (Signalsystem an Divenow und Swine [9. Jahrhundert], Leuchtturm bei Wollin [11. Jahrhundert]). X. W.A. van Es, Der Hafen von Dorestad, charakterisiert das frühmittelalterliche Dorestad als "Siedlungsanhäufung" mit südlichem Siedlungskern (römische Limesbefestigung Levefanum und merowingerzeitliches Dorestad zwischen Rhein und Lek westlich der Flussgabelung mit Rhein- und Lekhafen; heute durch Flussverlagerungen verschwunden) und nördlichem Siedlungskern ([von West nach Ost:] agrarisch genutzte Zone, karolingerzeitliche Handelssiedlung [umzäunte Parzellen mit Häusern und wohl auch Gewerbebetrieben] und vorgelagerte Hafenfront [Straßenkomplex durch feuchte Niederung zur Schiffslände] entlang des linken Rheinufers), verbunden mit einem agrarisch genutzten Mittelteil (Trennung von Krummem Rhein und Lek durch Damm [12. Jahrhundert]). XI. Ole Crumlin-Pedersen, Schiffstypen aus der frühgeschichtlichen Seefahrt in den nordeuropäischen Gewässern, nennt (neben dem Nydamboot [4. Jahrhundert]) Schiffsfunde aus Gräbern und Wrackfunde des 9. bis 15. Jahrhunderts (Grundformen von [Groß-] Schiffstypen, Fracht- und Lastschiffe, Hochseeschiffe) und führt beispielhaft die fünftägige Seereise des Norwegers Ottar von Kaupang nach Haithabu (9. Jahrhundert, Ende); Tl.VI: Jankuhn, Herbert, Ebel, Else (Hg.) (1989), Organisationsformen der Kaufmannsvereinigungen in der Spätantike und im frühen Mittelalter. Bericht über die Kolloquien der Kommission für die Altertumskunde Mittel- und Nordeuropas in den Jahren 1980 bis 1985 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. Philosophisch-historische Klasse, Dritte Folge, Nr.183), Göttingen 1989, 237 S., DM 37,50, mit den Beiträgen: I. Lutz Richter-Bernburg, Commenda und Kompanien im Handel des Islam, erörtert die Bedeutung der Kaufleute im mittelalterlichen Islam und der im Recht verankerten Kaufleutegesellschaften beim Mittelmeer- und Indienhandel. II. Hans-Wilhelm Haussig, Praxis und Verbreitung des jüdischen Handels in Südrußland, untersucht u.a. die Rolle jüdisch-chasarischer Kaufleute und der Waräger im Handel zwischen Ost und West, zwischen China, Persien und dem (Ost-) Frankenreich im 9. und 10. Jahrhundert. III. Peter Schreiner, Die Organisation byzantinischer Kaufleute und Handwerker, verweist auf die Nennung von 22 vom byzantinischen Staat beaufichtigten Handwerker- und Händlerkorporationen ("Zünfte") im Eparchenbuch Kaiser Leons VI. von 911/12, deren Existenz bis zum Jahr 1204 nachgewiesen wird; auch für die spätbyzantinische Zeit ist aber von (anders gearteten) Wirtschaftsorganisationen auszugehen. IV. Nach Harald Siems, Die Organisation der Kaufleute in der Merowingerzeit nach den Leges, nennen die westgotischen leges für den Außenhandel mercennarii und transmarini negotiatores sowie die (optionale) Gerichtsbarkeit des telonarius, verweisen römisch-rechtliche Vorstellungen nur noch rudimentär auf Organisationsformen (societas, Reisegemeinschaften [Samo]) und Haftung von Kaufleuten, sprechen langobardische, burgundische oder fränkische Gesetze kaum von negotiatores; auch die Zollbefreiungen der Karolingerzeit erwähnen die Kaufleute nicht explizit, hingegen ist für damals von "kaufmännischen Rechtsgewohnheiten", "kaufmännischer Gerichtsbarkeit" und (Königs-) Schutz für Händler auszugehen. V. Else Ebel, Altnordische Quellen zu den skandinavischen Händlerorganisationen, verweist auf altisländische und altnorwegische Gesetzessammlungen des 13. und 14. Jahrhunderts, die wohl ältere Rechtsvorstellungen aufgenommen haben wie Fahr- und Handelsgemeinschaften, helmingsfélag und hjáfélag. VI. Otto Gerhard Oexle, Die Kaufmannsgilde von Tiel, interpretiert die vom Mönch und zeitgeschichtlichen Historiografen Alpert von Metz gegebene Beschreibung der Kaufleutegilde zu 1017/18 an Handelsplatz und königlicher Zollstelle Tiel (vicus/portus der Kaufleute, civitas des Walburgisklosters, curtis imperialis) als coniuratio ("Schwureinung") mit Sonderrecht, eigener Gerichtsbarkeit, Gildemahl, Eid und Exemtion von kirchlicher Gerichtsbarkeit. VII. Nach Erich Hoffmann, Skandinavische Kaufmannsgilden des hohen Mittelalters unter besonderer Berücksichtigung der dänischen Knutsgilden, sind Kaufmannsgilden seit dem 12./13. Jahrhundert im skandinavischen Raum nachweisbar (einheimische Gilde als hwirwing, gilde oder convivium; Norwegen: "Große Gilde" von Trondheim [1066/93], Miklagilde [1240], Mariengilde in Bergen [1274], Gildesatzungen [13./14. Jahrhundert]; Dänemark: Schleswiger Stadtrecht [12. Jahrhundert, Mitte], Privileg König Waldemars I. für dänische Gotlandfahrer [Gotländer Knutsgilde, ca.1177], Flensburger Knutsgildesatzung [ca.1200], Malmöer Statut [1256], Verbot von Gilden im Kopenhagener Stadtrecht [1294]). VIII. Nach Else Ebel, Kaufmannsgastung im Norden (dargestellt anhand altnordischer Quellen), kamen norwegische Händler in Island bei Handel treibenden Bauern gegen Geschenke, das Versprechen umgekehrt der Kaufmannsgastung in Norwegen oder Kostgeld unter. [Buhlmann, 09.2014]

Urban, Josef (Hg.) (2006), Das Bistum Bamberg um 1007. Festgabe zum Millenium (= SBBG 3), Bamberg 2006 > B Bamberg, Bistum

Urban Tb = Urban Taschenbuch

Urkunden und Akten der oberdeutschen Städtebünde, hg. v.d. Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften: Bd.II (1988): Ruser, Konrad (Bearb.), Städte- und Landfriedensbündnisse von 1347 bis 1380, Göttíngen 1988, 2 Tle., 1382 S., € 9,95, erfasst quellenmäßig die Bündnisse von (freien, Reichs-) Städten von Burgund und dem burgundischen Rektorat, über die Schweiz, den Oberrhein bis zu Elsass, Mittelrhein und Wetterau sowie die Landfrieden an Oberrhein und Rhein, in der Wetterau, in Schwaben, Franken und Bayern im Zeitraum zwischen dem Tod Kaiser Ludwigs des Bayern (1347) und der Gründung des Schwäbischen Städtebundes (1376/80). [Buhlmann, 07.2015]

UTB = Ulmer Taschenbuch

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