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Rezensionen (Geschichte)
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Caesar, C. Iulius, Commentarii, hg. v. Bernard Kübler (= Bibliotheca scriptorum Graecorum et Romanorum Teubneriana), Bd.I: Commentarii Belli Gallici, hg. v. Alfred Klotz, Leipzig 1957, XLVIII, 263 S., DM 3,-, Bd.II: Commentarii de bello civili, hg. v. Bernard Dinter, Leipzig 1909, 123 S., DM 3,-, Bd.III,1: Commentarius de bello Alexandrino, hg. v. Bernard Kübler, Commentarius de bello Africo, hg. v. Eduard Wölfflin, Leipzig 1896, DM 3,- > Lateinische Literatur > C Caesar

Caesar, C. Julius, Der Gallische Krieg. Lateinisch-Deutsch, hg. v. Georg Dorminger (1962) (= TuscB), München 71981, 541 S., DM 28,- > Lateinische Literatur > C Caesar

Cäsar, Gaius Julius, Der Gallische Krieg, übers. v. Curt Woyte (= RUB 1012-15), Stuttgart 1972, 343 S., DM 4,80, (= RUB 1012), Stuttgart 1977, 342 S., DM 4,80 > Lateinische Literatur > C Caesar

Caesar, Gaius Julius, römischer Politiker und Feldherr: I. Die Daten zum Leben Caesars, Abkömmling einer römischen Patrizierfamilie in der ausgehenden römischen Republik des 1. Jahrhunderts v.Chr., sind: Gaius Julius Caesar (*100-†44 v.Chr.), Mitglied der Patrizierfamilie der Julier, 73 pontifex, 69? Quästor, 65 Ädil, 63 pontifex maximus, 62 Prätor, 61 Proprätor in Spanien, 60 Triumvirat, 59 Konsul, 58-50 Gallischer Krieg, 49-45 Bürgerkrieg, 48 Schlacht bei Pharsalos, Alexandrinischer Krieg, 46 Diktator, Schlacht bei Thapsus, 44 Ermordung. II. Caesar fertigte parallel zu der von ihm aggressiv verfolgten Eroberung Galliens (58-50 v.Chr.) commentarii darüber an, die das Kriegsgeschehen in Gallien vor der römischen Öffentlichkeit (römisches nobilitas, Senat) rechtfertigend, täuschend und politisch geschickt darlegten. Die commentarii sind somit historisch und literarisch (-fiktional), was insbesondere auf die dadurch vermittelte, sich selbst erfindende Person Caesars zutrifft: Caesar als erfolgreicher Feldherr, als Organisator und Politiker, als Aristokrat. Dennoch beeindruckten die commentarii den römischen Senat wohl nur wenig; Caesar wurde sein zweites Konsulat verweigert, der römische Bürgerkrieg begann (49 v.Chr.). III. Die Bürgerkriege (49-45 v.Chr.) innerhalb der untergehenden römischen Republik sahen Caesar gegen Pompeius und dessen Anhänger siegreich. Die Ermordung Caesars an den Iden des März (15. März 44 v.Chr.) überließ den römischen Staat zunächst einer ungewissen politisch-militärischen Entwicklung.
Zahlreich sind die Biografien und historischen Beiträge zu Caesar: Dahlheim, Werner (1987), Julius Caesar. Die Ehre des Kriegers und der Untergang der römischen Republik (= SP 5218), München 1987, 224 S., DM 15,80; Fraschetti, Augusto (2015), Caesar. Eine Biographie (= RUB 18872), Stuttgart 2015, 168 S., Schwarzweißabbildungen, Karten, € 6,-; Hankel, Wilhelm (1978), Caesar. Goldne Zeiten führt' ich ein. Das Wirtschaftsimperium des römischen Weltreiches, Berlin 1978, 364 S., DM 32,-; Meier, Christian (1986), Caesar (= dtv 10524), München 1986, 601 S., DM 19,80; Schauer, Markus (2016), Der Gallische Krieg. Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk, München 2016, Zusammenfassung des Werkes, Zeittafel, Karte, 271 S., € 19,95; Will, Wolfgang (2009), Caesar, Darmstadt 2009, 240 S., Zeittafel, Stammbaum, € 24,90. [Buhlmann, 07.2016, 02.2017, 03.2017]

Calw, Grafen von: Die frühmittelalterlichen Vorgänger der im Nordschwarzwald beheimateten hoch-mittelalterlichen Grafen von Calw werden in einer Gruppe von Adligen (Erlafride) um Bischof Noting von Vercelli (9. Jahrhundert, 1. Hälfte) und einen Erlafrid er-kennbar, die um die Jahre 830/32 das Kloster Hirsau gründeten. Im 11. Jahrhundert erscheinen die Grafen von Calw als zwischen Franken und schwäbischem Herzogtum beheimatete Adelsfamilie (Öhringer Stiftungsbrief 1037), ein Adalbert I. (1046/49) übte Grafenrechte im Ufgau aus; Herrschaftsmittelpunkt der Grafen war zunächst Sindelfingen, dann Calw. Adalberts Sohn Adalbert II. (†1099) stand in enger Verbindung mit dem von ihm wiederbegründeten Hirsauer Reformkloster, das unter Abt Wilhelm von Hirsau (1069-1091) zu einem bedeutenden Mittelpunkt der benediktinischen Klosterreformbewegung innerhalb der gregorianischen Kirchenreform im Zeitalter des Investiturstreits wurde (Hirsauer Formular König Heinrichs IV. [1056-1106] 1075, Hirsauer Klosterreform). Adalberts II. Sohn Gottfried von Calw (†1131) war ein enger Vertrauter des letzten salischen Königs Heinrich V. (1106-1125). Der Herrscher machte ihn zum rheinischen Pfalzgrafen (1113-1126), wo er am Mittelrhein zumindest ansatzweise machtpolitische Wirkung entfaltete. Während des 2. Italienzugs des Kaisers (1116/18) war Gottfried zudem und neben dem Stauferherzog Friedrich II. von Schwaben (1105-1147) Reichsverweser für den Italien weilenden Herrscher. Mit dem Übergang des Königtums an Lothar von Supplinburg (1125-1137) musste Gottfried auf die Pfalzgrafschaft verzichten, behielt aber den Titel (1126). Auf den Tod des Pfalzgrafen (1131) folgten Erbauseinandersetzungen zwischen Gottfrieds Neffen Adalbert IV. (†n.1147) und Herzog Welf VI. (†1191), dem Ehemann Utas von Schauenburg (†1197), der Tochter Gottfrieds. Obwohl es schnell zu einer Einigung kam, leitete der Streit den Niedergang der Grafen von Calw ein. Mit Graf Gottfried III. (†v.1282) starb die Hauptlinie, nach 1277 bzw. 1364 erloschen die Nebenlinien Calw-Löwenstein und Calw-Vaihingen.
Zu den Grafen von Calw s.: Bergmann, Hans-Walter ([2006]), Der Löwe von Calw. Pfalzgraf Gottfried, des Kaisers Stellvertreter, Norderstedt o.J. [2006], 151 S., Stammtafeln, Karten, € 9,90; Decker-Hauff, Hansmartin (1957/58), Der Öhringer Stiftungsbrief, 2 Tle., in: Württembergisch Franken 41 (1957), S.17-31, 42 (1958), S.3-32; Kurze, Wilhelm (1965), Adalbert und Gottfried von Calw, in: ZWLG 24 (1965), S.241-308. [Buhlmann, 06.2016

Cantar de Mio Cid. Das Lied von Mio Cid. Altspanisch/Deutsch, übers. u. hg. v. Victor Millet u. Alberto Montaner (2013) (= RUB 18988), Stuttgart 2013 > C Cid

Casemir, Kirstin, Fischer, Christian (2013), Deutsch. Die Geschichte unserer Sprache (= Besondere Wissenschaftliche Reihe 2013), Darmstadt 2013, 288 S., € 12,-. Deutsch, die teodisca lingua als "volkstümliche" Sprache im Frühmittelalter, heute weltweit gesprochen von rund 185 Millionen Menschen, ist (in der Gegenwart) eine Standardsprache (Nationalsprache, Amtssprache) mit schriftsprachlicher Normierung und Dialekten (gesprochene Sprache), zugeordnet einem (in der Geschichte variierenden) deutschsprachigen Raum, unterworfen als eine indoeuropäisch-germanische Sprache einem vielfältigen historischen Wandel. Sprachgeschichtlich sind geografisch Hoch- und Niederdeutsch auf Grund der sog. zweite Lautverschiebung (Konsonantenverschiebung) des Hochdeutschen (p/t/k > pf/ts/kch* > f/s/ch bzw. p/t/k > f/s/ch, 6.-8. Jahrhundert) zu unterscheiden, zeitlich und im Licht der schriftlichen Geschichtsquellen (religiöse Dichtung im Althoch/niederdeutschen, mittelhochdeutsche Dichtung, deutschsprachige Urkunden) das Althochdeutsche (750-1050), das Mittelhochdeutsche (1050-1350), das Frühneuhochduetsche (1350-1650) und das Neuhochdeutsche (ab 1650), das Altsächsische (Altniederdeutsche, 8.-11./12. Jahrhundert), das Mittelniederdeutsche (der Hanse, 13.-16./17. Jahrhundert), das Plattdeutsch (als Dialekt, ab 16./17. Jahrhundert). Die (auch politische) Grenze zwischen Hoch- und Niederdeutsch verläuft entlang der Mittelgebirge von West nach Ost ("Benrather Linie", "Kölsche Hecke" zwischen Sieger- und Sauerland). Zum Hochdeutschen gehören das Westmitteldeutsche (Ripuarisch, Moselfränkisch, Rheinfränkisch; "rheinischer Fächer" als Maß der auftretenden Lautverschiebung), das Ostmitteldeutsche (Thüringisch, Obersächsisch) und das Oberdeutsche (Westoberdeutsch: Elsässisch, Alemannisch, Schwäbisch; Ostoberdeutsch: Ostfränkisch, Bairisch-Österreichisch) als Dialekte. Als (schriftliche) Standardsprache setzte sich - nach im späten Mittelalter einsetzenden Ausgleichsprozessen ("Hansesprache", "Meißnisches Deutsch") - ab dem 16./17. Jahrhundert (u.a. durch die Verwendung des Hochdeutschen in der erzbischöflich-kölnischen Kanzlei sowie durch den Verlust der politischen Rolle der Hanse) auch in Norddeutschland das Hochdeutsche durch. Die deutsche Sprache unterlag und unterliegt dabei einem vielfältigen Wandel, erkennbar z.B. an der Entwicklung von Personen- und Ortsnamen, an der Entwicklung der Zeitformen (Althochdeutsch: Präsens, Präteritum > Präsens, Perfekt, Plusquamperfekt; Futur; Aktiv/Passiv, Indikativ/Konjunktiv; Verbcluster, Verbzweit/endstellung), des Satzbaus und der Negation (Negationspartikel), an der Beeinflussung von Sprache durch Religion, Politik und Gesellschaft, an der Wechselseitigkeit von Bildungssystem (Schulen und zunehmende Schriftlichkeit) und Sprache. Mit Letzterem zusammenhängend ist - unter gewissen Voraussetzungen wie der Papierherstellung, der Erfindung des Buchdrucks ("Druckersprachen") oder der "Lutherbibel" - eine Normierung der Schriftsprache feststellbar (Interpunktion, Silbentrennung, Rechtschreibung); so setzte sich seit dem 16. Jahrhundert die Großschreibung von Substantiven durch. Durch die Auswanderung von Deutschen gerade im 17. bis 19. Jahrhundert verbreitete sich die Sprache auch in Nord- und Südamerika (Texas-, Pennsylvaniadeutsch), in Australien und südlichem Afrika oder in Osteuropa; Plautdietsch (als Niederdeutsch des Weichseldeltas) war/ist die Mundart der Mennoniten. Sprachliche Veränderungen der Gegenwart hängen schließlich zusammen mit den Fachsprachen aus Wissenschaft und Technik, der Jugendsprache (Kernbereich, allgemeiner Bereich, Fachsprachen > deutsche Sprache), dem Einfluss der Medien (neue Medien [Telefon, Radio, Fernsehen, Internet]) und anderen Phänomenen (Bedeutungswandel von Wörtern, Anglisierung, Satzstellung, Deonymisierung <-> Sprachnorm, Orthografie). [Buhlmann, 05.2013]

Cech, Brigitte (2013), Lukullische Genüsse. Die Küche der alten Römer (= Besondere Wissenschaftliche Reihe 2013), Darmstadt 2013, 208 S., € 12,-. Auf Grund literarischer (Apicius, De re coquinaria), epigraphischer (Höchstpreisedikt Kaiser Diokletians), ikonographischer (Wandmalereien in Pompeji und Herculaneum), archäologischer (Architektur, Geschirr, Vorratsgefäße) und archäozoologischer und -botanischer Geschichtsquellen (Tierknochen, Getreidekörner) kann hinsichtlich Essen und Trinken bei den Römern der Antike das Folgende festgestellt werden: Mahlzeiten während des Tages (ientaculum [Frühstück], prandium [Mittagessen], cena [Abendessen mit drei Gängen]), eventuell in Speiseräumen (Triklinium, Speisesofas), eventuell als Gastmahl (convivium) oder Trinkgelage (comissatio), unter Einhaltung römischer Tischsitten, auch als "fast food" in Gasthäusern; Lebensmittel (Getreide und Brot, Gemüse [Rübe, Spargel, Zwiebel, Kohl, Kürbis], Salate, Pilze [Trüffel], Obst [Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche, Zitronen, Melone, Weintraube, Feige, Dattel, Granatapfel, Beeren], Nüsse, Fische und Muscheln, Geflügel [Huhn, Gans, Ente, Taube, Pfau, Fasan, Kranich, Strauß, Singvögel, Eier], Fleisch [Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Kaninchen, Hase], Wild [Wildschwein, Hirsch, Reh, Wildschaf], Schnecken, Milchprodukte [Milch, Käse], Olivenprodukte [Oliven, Olivenöl], Gewürze [Salz, Garum, Essig, Wein, Senf, Honig, Pfeffer, Lorbeer, Kostwurz, Narde, Ingwer, Kardamon, Silphium, Asafoetida, Safran, Mastix, Kümmel, Liebstöckel?, Minze, Koriander, Sellerie, Petersilie, Rucola]); Getränke (Wein, Honigwein, Würzwein, Obstwein, Bier, Waser, Honigwasser, Fruchtsäfte); Kochen (Kochstelle [offenes Feuer, Holz, Holzkohle als Brennstoff] und Küche, Kücheneinrichtung; Köche, Bäcker und Hilfskräfte; Kochen, Rösten, Braten, Sieden, Grillen; Eintopf [minutal, puls u.a.], Auflauf [patina, patella], Fleisch-, Geflügel- und Fischgerichte, Kuchen, Gebäck); Rezepte (süß-sauer, Salz-Garum, Saucen, Hauptspeisen, Beilagen, Keramiktopf -> Grundrezepte -> Würzwein, Gebäck, Vorspeisen, Hauptgerichte, Nachspeisen). [Buhlmann, 04.2013]

Chao, Ingo, Rudel, Corina, Fortgeschrittene CSS-Techniken (inkl. CSS-Debugging) (= Galileo Computing), Bonn 2009, 424 S., Farbabbildungen, DVD, € 39,90 > Kompendium Mittelalter > Geschichtsdarstellung: Homepage/Website [Buhlmann, 11.2009]

China, chinesische Geschichte: Den (end-) neolithischen und frühbronzezeitlichen Kulturen und Clangesellschaften entlang Huanghe und Yangzi (ca.8000 v.Chr. neolithische Revolution; ca. 5000-3000 v.Chr. Yangshao, Dawenkou, Liangzhu, Hongshan; ca. 2600-2000 v.Chr. Longshan; ca. 19.-16. Jahrhundert v.Chr. Erlitou; ca. 17.-14. Jahrhundert v.Chr. Erligang; mythische Dynastie Xia) folgten im Zeitalter der Entstehung Chinas (13.-6. Jahrhundert v.Chr.) die bronzezeitlichen Kulturen der Yinxu/Shang, Sanxingdui, Wucheng (13.-11. Jahrhundert v.Chr.). Unter der Dynastie der Shang um Anyang entwickelte sich erstmals Schriftlichkeit, die Clangesellschaft der Shang wurde von den Zhou (Guanzhong) abgelöst (Schlacht von Muye 1122/1018 v.Chr.), deren "familiäres" Herrschaftssystem (Regionalfürsten) durch die "Rituelle Revolution" (von Mythos und Ahnenkult zur Geschichte; 10./9. Jahrhundert v.Chr.) sich zu einem von einer elitären Adelsschicht bestimmten Herrschaftsverband wandelte (Ausbreitung der Schriftkultur). Die auf die Zhou (bis 771 v.Chr.) folgende Epoche Chunqiu ("Frühling und Herbst", 722-481 v.Chr.) war konstitutiv für die Ausbildung Chinas (Fürstentümer Qi, Jin, Chu u.a.; *551-†479 v.Chr. Konfuzius, Konfuzianismus) bei Auflösung der Adelsgesellschaft. Im chinesischen Altertum (5. Jahrhundert v.Chr.-23 n.Chr.) setzten sich dann Bürokratie und Schriftlichkeit vollends durch, die Zanghou-Zeit ("Kämpfende Staaten", 453-221 v.Chr.) sah bei stark steigender Bevölkerungszahl in den chinesischen Staaten (Qi, Lu, Song, Zhao, Wei, Zhou, Chu, Shu, Qin) lang andauernde Kriege und Streitigkeiten, aus denen Qin durch Eroberung des gesamten chinesischen Raums (256 v.Chr. Ende der Zhou) siegreich hervorging (*313-†238 v.Chr. Xun Kuang; Daode jing des Laozi, Daoismus). Das Einheitsreich des Qin-Herrschers Qin shi huangdi (221-210 v.Chr.) wurde nach dem Sturz der Qin (207 v.Chr.) unter den früheren (202 v.Chr.-9 n.Chr.) und späteren Han (25-220 n.Chr.) weitergeführt (Liu Bang [202-187 v.Chr.], Wen [180-157 v.Chr.], Jing [157-141 v.Chr.], Wu [141-87 v.Chr.], Yuan [48-33 v.Chr.]). Dabei dehnten dei Han ihre Herrschaft teilweise über die Steppenvölker der Xiongnu aus und etablierten den "Konfuzianismus" als Staatsideologie. Mit der Herrschaft des Usurpators Wang Mang (9-23 n.Chr., Dynastie Xin; Misslingen der Bodenreform) endet das chinesische Altertum, im chinesischen Mittelalter (25-755 n.Chr.) blieb unter den späteren Han (Guangwu [25-57], Ming [57-75]) die Lage der Bauern bei weiterer Verdichtung des adligen Großgrundbesitzes prekär, unter den späteren Han ist damit einhergehend eine massive Herrschaftsverschiebung vom Zentralstaat zur Peripherie festzustellen. Angriffe von Steppenvölkern (Wuhuan, Xianbei), Aufstände und Bürgerkriege führten das Ende der Dynastie herbei, der Epoche der "Drei Staaten" Wei, Shu und Wu (220-280; Cao Cao [†220], Cao Pi [220-226]) folgten das kurzlebige Jin-Reich (265-310/11), die "Sechzehn Staaten der fünf Barbaren" (304-439; Tuoba), die Nördlichen Wei (386-534), die südchinesischen Liang (502-557) und die Nördlichen Zhou (557-581). Das 3. bis 6. Jahrhundert war geprägt von einer "Entstehung" der Kunst (1. Jahrhundert v.Chr./2. Jahrhundert n.Chr. Erfindung des Papiers) und dem Eindringen des Buddhismus nach China. Im "Herbst des Mittelalters" konnte die Dynastie der Sui (581-618) das chinesische Reich einigen (589), doch führten Zentralismus und überzogene Bauprojekte der Kaiser Wen (581-605) und Yang (605-618) (584-609 Kaiserkanal, 605 Hauptstadt Luoyang) bei außenpolitischer Expansion zum Sturz der Sui und zur Errichtung des chinesischen Weltreichs der Tang (618-907) (Gaozu [618-626], Taizong [626-649], Gaozong [649-683], Xuanzong [712-756]; 6./7. Jahrhundert Erfindung des Buchdrucks; ab 7. Jahrhundert kulturelle Einflüsse des Tangreiches auf Japan). Die frühen Tang (618-755) herrschten - unterbrochen von der Regierung der Kaiserin Wu Zetian (690-705; Dynastie Zhou) - von ihrer Hauptstadt Chang'an aus von Korea bis Vietnam, vom chinesischen Kernland bis zum Hindukusch (630 Taizong als Khan der Türken; 751 Niederlage der Tang gegen ein muslimes Heer am Talasfluss). In der 750er-Jahren zerfiel das Reich der Tang (755 Rebellion des An Lushan; Tibeter, Uighuren), mit den späteren Tang beginnt die chinesische Neuzeit, deren erste Jahrhunderte (755-1270) einen gesellschaftlichen Wandel weg von der Adelsgesellschaft des Mittelalters brachten (kapitalistische und Geldwirtschaft, Steuerreform von 780, Bürokratie und Bildung; 842-845 Buddhistenverfolgungen und Ausklingen des Buddhismus in China). In Aufständen (875/84) gingen die späteren Tang unter; es folgte die Epoche der "Fünf Dynastien" (907-970), auch "barbarische" Reichsbildungen wie die der Tanguten (Xixia) oder der Khitan (Kara-Kitai). Kaiser Taizu (960-976) der Song-Dynastie und seinem Sohn Taizong (976-997) gelang es schließlich, China wieder zu einen sowie Generalität und Aristokratie weitgehend auszuschalten; unter den Song wurde die Bürokratie zum Beamtenstaat vollendet, die Beamten bildeten die neue gesellschaftliche Elite (Gentry als Bindeglied zwischen Zentrale und Peripherie; Beamtenprüfungen, "Neukonfuzianismus"; Gentrygesellschaft und -kultur [Porzellan]). Dieser Entwicklung zugute kam der vielfältige wirtschaftliche und gesellschaftliche Wandel vom 8. bis zum 12. Jahrhundert in Landwirtschaft, Handel (Seefahrt) und Städtewesen (Urbanisierung). Das Songreich stand im 11. Jahrhundert unter dem politischen Druck seiner Nachbarn, Wirtschafts- und Finanzreformen scheiterten (1043, 1069/74), durch die Jurchen (Dynastie Jin) ging den Song ihre nördlichen Gebiete und die Hauptstadt Kaifeng verloren (1126/27, 1141). Das Songreich überlebte bis zur Eroberung Nord- (1227/34) und Südchinas (1276/79) durch die Mongolen. Nach der Eroberung - am Beginn der Späten Kaiserzeit (1271-1793) - gehörte China zum mongolischen Weltreich (Dynastie Yuan Kublai Khans [1264-1294], Yuan-Khanat mit Hauptstadt Peking, pax Monogolica; 1289 Verlängerung des Kaiserkanals; 1274, 1281 Flottenexpeditionen gegen Japan), indes um den Preis von Krieg und Ausplünderung. Naturkatastrophen zu Beginn des 14. Jahrhunderts und die Rebellion der "Roten Turbane" (1351-1366) beendeten die mongolische Herrschaft über China, Zhu Yuanzhang/Hongwu (1368-1398) etablierte die Herrschaft der Ming (1368-1644) und damit ein despotisches Regime, das den unteren Bevölkerungsschichten massive (z.B. Reise-) Beschränkungen auferlegte. Unter dem Ming-Usurpator Yongle (1399-1424) wurde Peking endgültig zur Residenz der chinesischen Kaiser (1420; "Verbotene Stadt"), das Reich führte u.a. die Flottenexpeditionen Zheng Hes durch (Tributsystem), bis 1433 auf kaiserlichen Befehl die chinesische Seefahrt völlig zum Erliegen kam und sich das Mingreich nach innen wandte. Die rigide Despotie von Kaiser und Bürokratie weichte indes ab dem 15. Jahrhundert, in der späten Mingzeit, auf durch einen massiven gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel (spezialisiertes Handwerk in Südchina [Baumwolle, Porzellan, Tee], Handel und Einbeziehung Chinas in den Welthandel [europäische Expansion], Buchdruck und Buchhandel ["mediale Revolution"]). Zwischen 1643 und 1683 gelang es der manjurischen Qing-Dynastie in langen und brutalen Kriegen das Mingreich zu eroberen (1683 Eroberung Taiwans). Die territoriale Expansion der Qing führte unter den Kaisern Kangxi (1662-1722), Yongzheng (1723-1735) und Qianlong (1735-1796) zur Einbeziehung der Mongolen und Dsungaren (bis 1759; 1689 Abkommen mit dem russischen Zarenreich) sowie Tibets (1723 Qingprotektorat). Nach innen wurden die verschiedenen Völker des so errichteten Vielvölkerstaates rechtlich und gesellschaftlich voneinander getrennt, wirtschaftlich war das Reich gesund, die Steuereinnahmen produzierten Überschüsse, die seit der Mingzeit festzustellende Bevölkerungsexplosion hielt an (Kolonisierungsprojekte in der Manjurei und in Ostturkestan; Auslandschinesen; China und Europa [Chinabegeisterung]), eine (kritische) Qing-Gelehrsamkeit kam auf. Im "langen 19. Jahrhundert" (1793-1912) waren die "Grenzen des Wachstums" für China - besonders auf Grund der Bevölkerungsentwicklung - erreicht; der Aufstand des "Weißen Lotos" (1796-1804), der Taiping-Aufstand (1850-1864) und eine überbordende Korruption schädigten die Zentralmacht, die Opiumkriege (1840-1842, 1856-1858), die Abtretung Hongkongs (1842 Vertrag von Nanjing) die Besetzung Pekings durch europäische Mächte (1860) verstärkten den Zugriff Europas auf China bei desaströsen wirtschaflichen und gesellschaftlichen Folgen (industrielle Revolution und Eisenbahnbau) für das asiatische Reich, denen die Qing mit einer Beschwichtigungspolitik der "Selbststärkung" gegenüber den europäischen Kolonialmächten begegneten (1862/75). Indes endete der chinesisch-französische Krieg um Vietnam (1884/85) mit der Niederlage Chinas (1884 Seeschlacht vor Fujian), das Eindringen der Japaner nach Korea führte zum chinesisch-japanischen Krieg (1894/95) und zum Verlust Koreas, Taiwans und Liaodongs bei massiven Reparationsleistungen von Seiten Chinas. Boxer-Aufstand (1900), Nationalismus, Reform und Revolution führten dann das Ende von Qing-Dynastie und chinesischem Kaisertum herbei (1912); die chinesische Republik hatte nicht lange Bestand (Sun Yat-sen [†1925]); Kriegsherren beherrschten fortan (ab 1912) das Feld, ebenso Japan (Erster Weltkrieg [1914-1918], Versailler Vertrag), zunehmend auch Guomindang (GMD) und Kommunistische Partei Chinas (KPCh; 1917 russische Oktoberrevolution). Chiang Kai-shek (†1975) und die Guomindang stellten eine nur oberflächliche Einheit Chinas her (1926/28; 1927-1937 Nanjinger Jahrzehnt), während sich chinesische Kommunisten und Guomindang immer weiter entfremdeten (1935/36 Langer Marsch der kommunitischen Armee [Volksbefreiungsarmee, VBA]; Mao Zedong [†1976]). Im Rahmen des Zweiten Weltkriegs (1937-1945) eroberten die Japaner China, nach der Kapitulation Japans (1945) begann der Chinesische Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Guomindang (1946-1948); 1949 wurde die kommunistische Volksrepublik China ausgerufen, während Chiang Kai-shek sich mit seinem Truppen nach Taiwan zurückziehen musste (Republik Taiwan). Die KPCh und Mao Zedong sollten fortan die Geschicke Festlandchinas als totalitärer Einparteienstaat bestimmen (Anlehnung an die Sowjetunion [1950 Verzicht auf die Äußere Mongolei u.a.], 1950/51/59 Einbeziehung Tibets, 1950/53 Koreakrieg, 1968 China als Atommacht, 1971 Beitritt zur UN; 1950/52 Kampagnen gegen "Klassenfeinde", 1953 Fünfjahesplan [Industrialisierung], 1956 "Hundert Blumen", 1958/61 "Großer Sprung nach vorn"), die "permanente Revolution" Maos fand mit der "Kulturrevolution" (1966/69) ihr Ende. Nach dem Tod Maos (1976) entwickelte sich China auch zu einer wirtschaftlichen Weltmacht (Wirtschaftsreformen und Ära Deng Xiapings [†1997]), wachsender innerer Probleme zum Trotz (Maokult, Einkindehe, Proteste [1989 Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens]; Umwelt und Ökonomie).
Überblicke zur chinesischen Geschichte geben: Bauer, Wolfgang (Hg.) (1980), China und die Fremden. 3000 Jahre Auseinandersetzungen in Krieg und Frieden (= BS), München 1980, 1274 S., DM 15,80; Chinas Goldenes Zeitalter. Die Tang-Dynastie (618-907 n.Chr.) und das kulturelle Erbe der Seidenstraße, hg. v. Dieter Kuhn (1993) (= Ausstellungskatalog), Heidelberg 1993, 312 S., DM 44,-; Eberhard, Wolfram (1971), Geschichte Chinas. Von den Anfängen bis zur Gegenwart (= KTA 413), Stuttgart 31980, 444 S., DM 25,-; Eichhorn, Werner (1964), Kulturgeschichte Chinas (= Urban Tb 76), Stuttgart 1964, 288 S., DM 4,-; Schmidt-Glintzer, Helwig (1995), Das alte China. Von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert (= BSR 2015), München 1995, 142 S., DM 14,80; Vogelsang, Kai (2012), Geschichte Chinas, Stuttgart 2012, 646 S., € 39,95. [Buhlmann, 06.2012]

Chinas Goldenes Zeitalter. Die Tang-Dynastie (618-907 n.Chr.) und das kulturelle Erbe der Seidenstraße, hg. v. Dieter Kuhn (1993) (= Ausstellungskatalog), Heidelberg 1993 > C China

Chronologie, historische Chronologie: I. Geschichte als Wissenschaft in Raum und Zeit "verortet" historische Ereignisse auch in deren zeitlicher Dimension (z.B. Regesten, Urkundenbücher). Chronologie ist die Lehre vom Messen der Zeit, von der Zeitrechnung und Datierung. II. Grundlage jeglicher Zeit und menschlicher Zeitrechnung ist die physikalische Zeit. Entstanden in der "universellen" Singularität des Urknalls, entstanden "aus" der Planckzeit und der vielleicht zeitlosen "Ewigkeit" des Raums "vor" dem Urknall durch einen relativistisch-quantenmechanischen Tunneleffekt, bildete sich mit dem Urknall die heute, seit 15 oder mehr Milliarden Jahren existierende Raumzeit der allgemeinen und speziellen Relativitätstheorie, bildeten sich Galaxien, Sonnen, Planeten und Monde und damit ein (in Teilen?) anthropisches Universum. Das (schwache) anthropische Prinzip besagt dabei, dass die physikalischen Voraussetzungen des Universums so gegeben sind, dass "menschliche" Beobachter existieren können. Dem Prinzip entspricht es, dass die Menschen in der Lage sind, das Universum in einem "menschlichen" Sinne zu "verstehen", besser: zu interpretieren. Dass dieses Interpretieren nicht nur auf unsere moderne Zeit beschränkt ist, ist daran erkennbar, dass schon Menschen in vorgeschichtlichen Zeiten, den Lauf von Sonne, Mond und Planeten beobachtet haben. Die Kalenderrechnung - die mittelalterliche Komputistik allzumal - ist damit Ausfluss dieses Erkenntnisprozesses und verbindet religiös-philosophisch-wissenschaftliche Denkweisen vom "Himmel" mit den auch praktischen Gegebenheiten einer zeitlichen Ordnung auf "Erden". Kalenderrechnung bzw. Chronologie ist dann eine sich den astronomischen Grundgegebenheiten des Laufes der Gestirne annähernde, in verschiedenen geschichtlichen Kulturen verschieden ausgestaltete Zeit- und Kalenderordnung. III. Kalender bzw. Kalendarium (von lat. kalendae für den Monatsersten und calare für "aus-, zusammenrufen") nennt man die auf astronomischen Grundlagen basierende, tabellarische Einteilung der (astronomischen) Zeit in Tage, Wochen, Monate und Jahre. Dabei spiegelt der Tag die Drehung der Erde um die eigene Achse, der Monat das Kreisen des Mondes um die Erde und das Jahr das der Erde um die Sonne wider. Lediglich die Woche, jener im Alten Orient erfundene 7-Tage-Rhythmus, der auch im Judentum und seit Christi Geburt im römischen Reich Verbreitung fand, ist insofern ein kulturelles Konstrukt der Übereinkunft und Tradition, als dass diese Zeiteinheit wohl nicht auf astronomischen Grundlagen beruht. Hinzu kommen die verschiedenen Zeiteinteilungen des Tages und der Stunden. IV. Menschliche Kulturen besitzen verschiedene kalenderische Systeme. Für den europäisch-vorderasiatischen Raum lassen sich aufführen: griechische und römische Zeitrechnung der Antike, julianische und gregorianische Kalenderrechnung des europäischen Mittelalters und der Neuzeit, jüdische Zeitrechnung, islamisch-persische Zeitrechnung.
An Handbüchern und Literatur zur historisch-mathematisch-technischen Chronologie sind zu nennen: Bach, Joseph (1907), Die Osterfest-Berechnung in alter und neuer Zeit. Ein Beitrag zur christlichen Chronologie, Freiburg i.Br. 1907, 74 S.; Bach, Joseph (1908), Die Zeit- und Festrechnung der Juden, Freiburg i.Br. 1908, 48 S.; Brinckmeier, Eduard (Bearb.) (1843), Praktisches Handbuch der historischen Chronologie aller Zeiten und Völker, besonders des Mittelalters, Berlin 21882, XXIV, 504 S.; Buhlmann, Michael (2005), Zeitrechnung des Mittelalters (auf Grund von St. Georgener Geschichtsquellen). Einführung, Tabellen, CD-ROM InternetKalenderrechnung (= VA 18), St. Georgen 2005, 56 S., Tabellen, CD-ROM, € 7,-; Buhlmann, Michael (2006), Zeitrechnung des Mittelalters (auf Grund von Kaiserswerther Geschichtsquellen). Einführung, Tabellen, CD-ROM InternetKalenderrechnung (= BGKw MA 3), Düsseldorf-Kaisersweth 2006, 56 S., Tabellen, CD-ROM, € 7,-; Buhlmann, Michael (2007), Zeitrechnung des Mittelalters (auf Grund von Werdener Geschichtsquellen). Einführung, Tabellen, CD-ROM InternetKalenderrechnung (= BGW 5), Essen 2007, 56 S., Tabellen, CD-ROM, € 7,-; Buhlmann, Michael (2010), Zeitrechnung des Mittelalters (auf Grund von Gerresheimer Geschichtsquellen). Einführung, Tabellen, CD-ROM InternetKalenderrechnung (= BGG 5), Essen 2010, 56 S., Tabellen, CD-ROM, € 7,-; Ginzel, Friedrich Karl (1906/14), Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie. Das Zeitrechnungswesen der Völker, Bd.I: Zeitrechnung der Babylonier, Ägypter, Mohammedaner, Perser, Inder, Südostasien, Chinesen, Japaner und Zentralamerikaner, Leipzig 1906, XII, 584 S., Bd.II: Zeitrechnung der Juden, der Naturvölker, der Römer und Griechen sowie Nachträge zum 1. Bande, Leipzig 1911, VII, 597 S., Bd.III: Zeitrechnung der Makedonier, Kleinasier und Syrer, der Germanen und Kelten, des Mittelalters, der Byzantiner (und Russen), Armenier, Kopten, Abessinier, Zeitrechnung der neueren Zeit sowie Nachträge zu den drei Bänden, Leipzig 1914, VII, 451 S.; Grotefend, Hermann (1891/98), Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit, Bd.1: Glossar und Tafeln, Hannover 1891, V, 214 S., Tafeln, Bd.2,1-2: Kalender Diözesen Deutschlands, der Schweiz und Skandinaviens, Ordenskalender, Nachträge, Hannover 1892-1898, 249 + 210 S.; Grotefend, Hermann (1891), Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit, Hannover 131991, VII, 222 S., Tabellen, DM 35,-; Lietzmann, Hans (1956), Zeitrechnung der römischen Kaiserzeit, des Mittelalters und der Neuzeit für die Jahre 1-2000 nach Christus (= SG 1085), Berlin 31956, 130 S., DM 28,-; Rühl, Franz (1897), Chronologie des Mittelalters und der Neuzeit, Berlin 1897, VIII, 312 S.; Wüstenfeld-Mahler'sche Vergleichungstabellen zur muslimischen und iranischen Zeitrechnung mit Tafeln zur Umrechnung orient-christlicher Ären (1854/87), neu bearb. v. Bertold Spuler u. Joachim Mayr (1961), Wiesbaden 31961, 90 + 19 S., Rechenschieber, DM 40,-. Grundlage der Chronologie ist die Himmelsmechanik der Astronomie (Ephemeridenrechnung, Bahndaten von Himmelskörpern, Zwei-, Drei- und Mehrkörperprobleme [Systeme Sonne-Planet, System Sonne-Erde-Mond]); s. dazu: Guthmann, Andreas (1994), Einführung in die Himmelsmechanik und Epheremidenrechnung (= Spektrum HTB), Heidelberg-Berlin 22000, 391 S., Schwarzweißabbildungen, DM 69,90. > InternetKalenderrechnung, > Z Zeit [Buhlmann, 06.1993, 03.1994, 12.1994, 05.2005, 09.2013, 11.2016, 12.2016]

Cicero, Über den Oberbefehl des C. Pompeius. Rede für Archias, übers. v. Otto Schönberger (= RUB 8554), Stuttgart 2001, 64 S., € 1,- > Lateinische Literatur > C Cicero

Cid, spanischer Held des Hochmittelalters: I. Rodrigo Diaz (*1045/49-†1099), der historische Cid, stand in Diensten der kastilischen Könige Sancho II. (1065-1072) und Alfonso VI. (1072-1109), bevor er wegen eigenmächtiger militärischer Aktionen aus Kastilien verbannt wurde (1081). Der Versöhnung mit dem König (1086) folgten im Auftrag des Herrschers Feldzüge gegen das maurische Valencia. 1089 zum zweiten Mal verbannt, konnte Diaz sich mit Gefolgsleuten im Grenzgebeit zwischen Christen und Mauren behaupten und schließlich sogar Valencia (Taifenreich Valencia) erobern (1094). Diaz verheiratete seine Töchter Maria und Christina mit einem Mitglied der Königsfamilie von Navarra bzw. mit dem Grafen Ramon Berenguer III. von Barcelona. Nach Diaz' natürlichem Tod (1099) behauptete sich dessen Ehefrau Jimena zunächst im Besitz Valencias, bis das Vorrücken der Almoraviden die Aufgabe der Stadt unabdingbar machte (1102). Nach Kastilien zurückgekehrt, bestattete Jimena den Leichnam ihres Ehemanns im Kloster San Pedro de Cadena. II. Das altspanische "Lied von Mio Cid" (Cantar de Mio Cid), entstanden an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert, berichtet in drei Gesängen vom Leben des Helden Mio Cid, von der Verbannung, den Feldzügen des Cid gegen die Mauren, der Eroberung Valencias, von der Aussöhnung mit König Alfonso, der missglückten Verheiratung der Cid-Töchter mit den Infanten von Carrion, der Erlangung der Genugtuung auf dem Hoftag von Toledo und durch einen Gerichtskampf.
Zum Cid und zum Heldenepos über den Cid s.: Cantar de Mio Cid. Das Lied von Mio Cid. Altspanisch/Deutsch, übers. u. hg. v. Victor Millet u. Alberto Montaner (2013) (= RUB 18988), Stuttgart 2013, 501 S., € 11,80. [Buhlmann, 08.2014]

Citeaux 1098-1998. Rheinische Zisterzienser im Spiegel der Buchkunst (= Ausstellungskatalog), Wiesbaden 1998 > Z Zisterzienser

Classen, Peter (Hg.) (1977), Die Gründungsurkunden der Reichenau (= VuF 24), Sigmaringen 1977, 88 S., Faksimilia der zwei Gründungsurkunden, DM 25,-. Der Band enthält Beiträge von Hansmartin Schwarzmaier, Ingrid Heidrich und Eugen Ewig. Im Mittelpunkt stehen die zwei sog. Gründungsurkunden des Klosters Reichenau, datiert auf das Jahr 724, beide gefälscht von dem Reichenauer Mönch und Archivar Udalrich (von Dapfen?; bezeugt 1142-1165). Die somit angeblichen Diplom des fränkischen Hausmeiers Karl Martell (714-741) sind auch optisch sofort als Fälschungen erkennbar (Schwarzmaier), sollen aber in Teilen als Vorlagen Bruchstücke einer Schutzurkunde für den Gründer der Reichenau, Pirmin, und einer Urkunde des Merowingerkönigs Theuderich IV. (721-737) enthalten. Die Urkunden stehen damit für einen besonderen Blick auf die Vergangenheit der Reichenau, die sich der Fälscher Udalrich nutzbar machte, um für seine Zeit die Gerichtsrechte der Abtei auf der Insel Reichenau herauszustellen und sich mit Streitigkeiten innerhalb des Mönchskonvents auseinanderzusetzen (Heidrich). Dabei war Udalrich nur einer aus einer Reihe von Reichenauer Fälschern, die Königs- und Kaiserurkunden für die Reichsabtei fälschten und verfälschten. Daneben gibt es immerhin noch echte Immunitätsprivilegien etwa der karolingischen Herrscher Ludwig des Frommen (814-840) und Karl III. (876-888), die Parallelen zu den Grundungsurkunden aufweisen und daher wohl von Udalrich für seine Fälschungen mitbenutzt wurden (Ewig). > R Reichenau [Buhlmann, 10.2010]

Clauss, Manfred (2012), Der Pharao (= Urban Tb 711), Stuttgart 2012, 266 S., Schwarzweißabbildungen, 2 Karten, € 24,90. Eine "Ideologiegeschichte" des Pharao ("Großes Haus") berücksichtigt die überlieferten idealisierten Schriftquellen und Abbildungen aus der ägyptischer Kultur, wie sie den Gottkönig als Herrscher Ägyptens über einen Zeitraum von 3000 Jahren (und mehr) darstellen (Vordynastische Zeit [ca.3000 v.Chr.], Thinitenzeit [1.-2.Dynastie, ca.2982-2657], Altes Reich und 1. Zwischenzeit [3.-10. Dynastie, 2657-2119], Mittleres Reich und 2. Zwischenzeit [2119-1550], Neues Reich [1550-1069], Spätzeit [1069-343], Ptolemäer, römische Kaiser). Danach war der Pharao der Garant der Maat, der göttlichen und gerechten Weltordnung, und als Gottkönig (mit menschlicher und göttlicher Natur ausgestattet) Repräsentant des Königsamtes, das ihn (auf Grund von Vorbestimmung, Ausbildung, Mitregentschaft) zum Beherrscher Ägyptens machte (Thronbesteigung, Krönung, Königsnamen; Unter- und Oberägypten). Der Pharao war Gott ("Sohn des Re") und blieb auch nach seinem Tod Gott (Grabbauten und Millionenjahrhäuser), er war der oberste Priester (religiöse Kulte und deren wirtschaftliche Grundlage), leitete die Verwaltung (Beamte), war Quelle der Gesetzgebung und der Rechtsprechung, war (in der Außenpolitik) Diplomat (Heiratspolitik und Harem), Krieger und Feldherr. Sein Alltag war eingebunden im Hofzeremoniell von Residenz und Palast, seine Herrschaft bedurfte der Erneuerung (Sedfest). [Buhlmann, 04.2012]

Clauss, Manfred (2016), Athanasius der Große. Der unbeugsame Heilige (= Besondere Wissenschaftliche Reihe = Historische Biografie), Darmstadt 2016, 256 S., Schwarzweißabbildungen, Zeittafel, Karten, ca. € 12,-. (Der heilige Kirchenlehrer) Athanasius (der Große, *ca.300-†373) war im spätantik-christlichen römschen Reich und in den theologisch-dogmatischen Auseinandersetzungen innerhalb des damaligen Christentums (um Natur und Wesen Christi; Arianer, Melitianer) (konsequent bis sturer) Anhänger der Beschlüsse des Konzils von Nicäa, das er als Diakon (319) besucht hatte (325). In der Nachfolge Bischof Alexanders (313-328) wurde Athanasius Patriarch von Alexandrien (328-373), ein Kirchenamt, das er nur mit erzwungenen zeitlichen Unterbrechungen ausüben konnte. Die von Athanasius bekämpfte Rekonziliation des Arius und die Synoden von Caesarea (334) und Tyros (335) führten zur ersten Verbannung des Patriarchen aus Ägypten (335-338). Da Athanasius als Bischof aber die Christen in Ägypten eher spaltete als versöhnte (Erstürmung der Theonaskirche in Alexandrien 339), folgte bald nach der von Kaiser Konstantin II. (337-340) veranlassten Rückführung aller Verbannten (337/38) das zweite (gallische) Exil des Patriarchen (339-345). Mit der Erlaubnis des Kaisers Constans (337-350) konnte Athanasius (über Rom, Antiochia) wieder nach Alexandrien zurückkehren (345/46), wurde aber auf den Synoden von Antiochia (352), Arles (353) und Mailand (355) als Bischof abgesetzt. Das dritte Exil des Athanasius (356-362) endete mit der Amnestie des heidnischen Kaisers Julian (361-363). Es folgten zwei weitere Verbannungen (362-363, 365-366). Erst ab dem Jahr 366 bis zu seinem Tod am 2. Mai 373 war Athanasius relativ unangefochten alexandrinischer Bischof und ägyptischer Patriarch. Jenseits des durch die Exilierungen erkennbaren Auf und Ab der (konstant gebliebenen) kirchlichen Positionierung im Umfeld der dogmatischen und politischen Auseinandersetzungen (arianische Kaiser) sind von Athanasius einige (auch ihm zugeschríebene) Schriften erhalten geblieben, die gegen die "Arianer" gerichtet waren, aber auch der Rechtfertigung und Verteidigung dienten: "Verteidigungsschrift gegen die Arianer", "Reden gegen die Arianer", "Geschichte der Arianer", Briefe u.a. an Epiktet und Rufinianus, Osterfestbriefe (mit der alljährlichen Mitteilung des Ostertermins), exegetische Werke. Besonders wirkungsvoll erwies sich die von Athanasius betriebene literarische Förderung des äygptischen Mönchtums, allen voran durch die Vita Antonii (Unterstützung der athanasischen Kirchenpolitik durch Mönchskreise in Ägypten). [Buhlmann, 05.2016]

Clemen, Paul (1901), Kaiserswerth. Untersuchung und Ausgrabungen der Hohenstaufenpfalz, in: BJbb 106 (1901), S.148-158 > K Kaiserswerth

Corpus Victorinum, hg. v. Hugo von Sankt Viktor-Institut Frankfurt a.M., ist die historisch-philologisch-philosophische Reihe zur (Institutionen-, Personen-) Geschichte der Pariser Augustinerchorherrenabtei St. Viktor (12.-18. Jahrhundert), der damit verbundenen geistlichen Gemeinschaften, der Viktoriner und der mit Letzteren in Verbindung stehenden Gelehrten und Autoren; neben kritischen Textausgaben enthält der Corpus Victorinum die Unterreihe Instrumenta:
Vol.I (2005): Berndt, Rainer (Hg.), Schrift, Schreiber, Schenker. Studien zur Abtei Sankt Viktor in Paris und den Viktorinern, Berlin 2005, 394 S., € 34,80 mit den Beiträgen: I. Rainer Berndt, Das Corpus Victorinum - Intellektuell-spirituelle Topographie eines Pariser Mikrokosmos (12.-18. Jahrhundert), II. Matthias M. Tischler, Die Auftraggeber, Vorbesitzer und Schenker der Bibeln von Saint-Victor, Matthias M. Tischler, Die glossierten Bibeln von Saint-Victor (Die Beiträge handeln von den Bibeln innerhalb des ehemaligen umfangreichen Handschriftenbestandes der Abtei St. Viktor; dabei kommt der Gedenküberlieferung von St. Viktor, die etwa die Namen der Schenker von Bibeln überliefert, eine besondere Rolle zu. Für die Zeit bis zum 1. und 2. Viertel des 13. Jahrhunderts sind dann glossierte Ausgaben aller alt- und neutestamentlichen Bücher auszumachen.), III. Constant J. Mews, Logica in the Service of Philosophy. William of Champeaux and his Influence (Der Gelehrte und reformerische Bischof Wilhelm von Champeaux [†1112; Bischof von Châlons-sur-Marne 1113-1122] hatte im Bereich von Logik und Philosophie [Universalien, Gott] einen nicht unwichtigen Einfluss auf seine Schüler [Abaelard] und Mitgelehrten [Manegold von Lautenbach?].), IV. Ralf M.W. Stammberger, Die Edition der Werke Hugos von Sankt Viktor (†1141) durch Abt Gilduin von Sankt Viktor (†1155) - Eine Rekonstruktion (Nach dem Tod Hugos von St. Viktor stellte der Abt der Abtei Gilduin eine vierbändige Gesamtausgabe der Werke Hugos zusammen, deren Inhalte sich mit einem Werkverzeichnis [Indiculum] aus dem 15. Jahrhundert wiederherstellen lässt.) > Lateinische Literatur > G Gilduin von St. Viktor, I Indiculum omnium scriptorum Magistri Hugonis de Sancto Victore que scripsit, V. Ralf M.W. Stammberger, The Works of St. Victor at Admont: A Glance at an Intellectual Landscape in the Twelfth Century (Das von der Hirsau-St. Georgener Klosterreform erfasste Benediktinerkloster Admont unter den Äbten Wolfhold (1115-1137) und Gottfried (1138-1165) befand sich gerade unter Abt Gottfried in einem intellektuellen Austausch mit anderen Klöstern [Kirchenreform; Admonter Bibliothek und Skriptorium; Buchlisten von Peter von Arbon: Werke des Hugo von St. Viktor u.a.; Admonter Überlieferung der Werke des Hugo von St. Viktor) > Lateinische Literatur > P Peter von Arbon, VI. Julian Harrison, Hugh of Saint-Victor's Chronicle in the British Isles (Hugos De tribus maximis circumstantiis war ein Handbuch für Geschichtsschreiber, verbreitet in Frankreich, Deutschland, Italien und England im 12. und 13. Jahrhundert.) > Lateinische Literatur > H Hugo von St. Viktor, VII. Greti Dinkova-Bruun, Leonius of Paris and his Liber Ruth (Das Liber Ruth des Kanonikers und Gelehrten Leonius von Paris [†n.1201] ist Teil seiner Historie ueteris testamenti.) > Lateinische Literatur > L Leonius von Paris. [Buhlmann, 02.2014]

Coupland, Simon (1990), Money and Coinage under Louis the Pious, in: Francia 17,1 (1990), S.23-54. Münzprägungen des karolingischen Frankenkönigs und Kaisers Ludwig des Frommen (814-840) betreffen Silbermünzen (Denare) und Goldmünzen (solidi) mit seinem Porträt, Münzen mit Benennung der Münzstätte (Bourges, Cambrai, Dorestad, Köln, Mainz, Metz, Paris, Quentovic, Reims, Rouen, Sens, Tours, Trier u.a.), Münzen mit der Devise Christiana religio. Art und Verbreitung der Münzen zeigen, dass Ludwig die Bedeutung des Münzwesens als hoheitlichen Akt sehr wohl bewusst war, dass er als starker Herrscher mit der Ausgabe seiner Münzen politisch und wirtschaftlich Zentralisierung und Kontrolle im geeinten Frankenreich beförderte. Dazu passt auch, dass ausländische Münzen vom fränkischen Währungsraum weitgehend ausgeschlossen waren. [Buhlmann, 10.2014]

Csendes, Peter (1993), Heinrich VI. (= GMR), Darmstadt 1993 > H Heinrich VI.

Csendes, Peter (2003), Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht (= GMR), Darmstadt 2003 > P Philipp von Schwaben

Cuny, Fr. (1936), Zur Geschichte der Abtei Graufthal im Mittelalter, in: ArchKGElsaß 11 (1936), S.107-118 > K Krauftal

Curtius Rufus, Das Bild der Persönlichkeit Alexanders d. Gr., bearb. v. Max Leitschuh (1960) (= Aus dem Schatze des Altertums: B. Lateinische Schriftsteller, Nr.4), Bamberg 21960, 47 S., DM 2,- > Lateinische Literatur > C Curtius Rufus

Curtius Rufus, Geschichte Alexanders des Großen, übers. v. Johannes Siebelis (1961) (= Goldmann (Griechische und Römische) Klassiker, Nr.761/62), München 1961, 342 S., DM 2,- > Lateinische Literatur > C Curtius Rufus

Curtius Rufus: Q. Curtii Rufi Historiarum Alexandri Magni Macedonis libri qui supersunt, hg. v. Konrad Müller (1954) (= TuscB), München [1954], 318 S., DM 14,80 > Lateinische Literatur > C Curtius Rufus

Curtius Rufus: Q. Curtius Rufus, Geschichte Alexanders des Großen. Lateinisch und deutsch, bearb. v. Konrad Müller u. Herbert Schönfeld (1954) (= TuscB 211), München [1954], 860 S., DM 20,- > Lateinische Literatur > C Curtius Rufus

Curtius Rufus: Quintus Curtius Rufus, Historiae Alexandri Magni. Geschichte Alexanders des Großen. Lateinisch/Deutsch, übers. v. Felicitas Olef-Krafft (2014) (= RUB 19813), Stuttgart 2014, 880 S., Karten, € 24,- > Lateinische Literatur > C Curtius Rufus

Intro A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z