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Lateinische Literatur
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Dante Alighieri [1304/06], De vulgari eloquentia ["Über die Beredsamkeit in der Volkssprache"], als: Dante Alighieri, Philosophische Werke in einem Band, hg. v. Ruedi Imbach (2015) (= PhB 679), Hamburg 2015, S.43-75. Der florentinisch-toskanische Dichter Dante Alighieri (*1265-†1321) hat neben seiner "Göttlichen Komödie" (1307/20) auch philosophische Werke auf Latein verfasst, worin eine auf den Menschen auch sprachlich zugeschnittene Beschränkug der Philosophie (ohne die Metaphysik) forderte und auch die Volkssprache als Mittel des Philosophierens einsetzte, um die Philosophie einem größeren Kreis von Menschen bekannt zu machen (Dantes Sprachphilosophie). Das (lateinische) Werk "Über die Beredsamkeit in der Volkssprache" (De vulgari eloquentia, 1304/06) analysiert die Rolle der (italienischen) Volkssprache im Zusammenhang mit menschlicher Sprache überhaupt (Buch Genesis und Sprache von Adam und Eva, Sprache als Eigenschaft des Menschen, babylonische Sprachverwirrung, Sintflut, Sprachregionen Europas, Fortentwicklung von Sprachen, italienische "Hochsprache" und "niedere" Volkssprachen); der Traktat ist unvollendet geblieben. [Buhlmann, 09.2015]

Dante Alighieri [1312?/16/20], Epistola XIII, als: Dante Alighieri, Philosophische Werke in einem Band, hg. v. Ruedi Imbach (2015) (= PhB 679), Hamburg 2015, S.1-18. Vor dem Hintergrund der Abfassung der "Göttlichen Komödie" (1307/20) legt der Dichter Dante Alighieri in einem (lateinischen) Brief (Epistola XIII) an den Veroneser Generalvikar Cangrande della Scala die deutenden Grundlagen seiner "Göttlichen Komödie" (Widmung des Werkes, Bezeichnung des Werkes als Komödie, Rolle des dritten [Paradies-] Teils [Gott und die Ursachen]) dar. [Buhlmann, 09.2015]

Dante Alighieri [1312?/16/20], Questio de aqua et terra ["Abhandlung über das Wasser und die Erde"], als: Dante Alighieri, Philosophische Werke in einem Band, hg. v. Ruedi Imbach (2015) (= PhB 679), Hamburg 2015, S.19-41. Der Dichter Dante Alighieri philosophiert in der (lateinischen) "Abhandlung über das Wasser und die Erde" (Questio de aqua et terra, 1312?/16/20) Dante über die Eigenschaften der Elemente Wasser und Erde (Lage von Wasser und Erde, Ebbe und Flut). [Buhlmann, 09.2015]

Daretis Phrygii de excidio Troiae historia [5./6. Jahrhundert n.Chr.?], hg. v. F. Meister, Leipzig 1873. Der in der Spätantike entstandene lateinische Text soll angeblich auf eine griechische Vorlage eines Dares Phrygius. Eingeleitet von einer Vorrede (Übersetzung aus dem Griechischen), wird der trojanische Krieg "historisch" aus der Sicht der Trojaner beschrieben. Der Bericht könnte damit eine "Gegendarstellung" zum Augenzeugenbericht des Dictys Cretensis gewesen sein. Vgl. Opitz, Karen (1998), Geschichte im höfischen Roman. Historiographisches Erzählen im "Eneas" Heinrichs von Veldeke (= GRM Beih.14), Heidelberg 1998, S.20-23. [Buhlmann, 08.2011]

Deutschordenszentralarchiv, Varia 37: [falsche Zuordnung:] Fragment eines Copiar's des Cistercienserinnenklosters zu Köln [richtig: Kopialbuch der Kölner Frauengemeinschaft St. Ursula] [14. Jahrhundert, Ende/15. Jahrhundert, Anfang]. Ursprünglich wohl Teil der Handschrift 96 des Deutschordenszentralarchivs aus dem 16. Jahrhundert, enthalten vier Papierblätter (mit 16 Seiten) auf den ersten acht Seiten das Fragment eines Kopialbuchs der Kölner Frauengemeinschaft St. Ursula. Die an der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert abschriftlich niedergeschriebenen Urkunden betreffen den Besitz und den Besitzerwerb des Stifts zu den Jahren 1234, 1250, 1261, 1317, 1332 und 1340 und eine Urkunde des Gegenpapstes Viktor (IV.) (1159-1164) von 1162. Vgl. Militzer, Klaus (2012), Fragment eines Kopialbuchs des Ursulastifts, in: AHVN 215 (2012), S.1-16. [Buhlmann, 06.2013]

Dialogus Philalethis et Genii persona et voce Echus assumpta, de rebus non vulgaribus, breviter et apte respondentis, [Bonn, Laurenz von der Mülen] 1545, in: Steiniger, Judith (2013), Echo Melanchtonis (...) und Dialogus Philalethis et Genii (...). Zwei im Rahmen des Kölner Reformationsversuchs verfasste, unbekannt gebliebene Flugschriften aus dem Jahr 1545, in: AHVN 216 (2013), S.57-94, hier: S.78-87. Die in Bonn gedruckte Flugschrift Dialogus Philalethis et Genii ist ein reformatorisches Traktat, das in starken Zusammenhang mit den damaligen politischen und kirchlichen Entwicklungen steht (Reformationsversuche des Kölner Erzbischofs Hermann von Wied 1541/42, Frieden von Crépy 1544, Konzil von Trient 1545, Ausweisung von Protestanten aus Köln 1545). [Buhlmann, 05.2014]

Dicta de tempore [nach 1412] ["Predigten im Kirchenjahr"]. Jan (Johannes) Hus (*ca.1371-†1415), böhmischer Prediger, Theologe und Kirchenreformator, als Ketzer auf dem Konstanzer Konzil (1414-1418) verbrannt, entfaltete als Prediger (in tschechischer Sprache) eine große Wirkung. Von Hus sind eine Reihe lateinischer Predigtsammlungen erhalten, die bei anderen Autoren Verwendung fanden. Der anonyme Verfasser der Dicta de tempore verwendete neben den Predigten des Jan Hus aber auch Homilien des Priesters Konrad Waldhauser (†1369). Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.34. [Buhlmann, 01.2016]

Dictys Cretenis Ephemerides belli Troiani libri a Lucio Septimio ex Graeco in Latinum sermonem translati accedunt papyri Dictys Graeci in Aegypto inventae [4./5. Jahrhundert n.Chr.], hg. v. W. Eisenhut (= BSGRT), 1973, Nachdruck Stuttgart-Leipzig 1994. Der in der Spätantike entstandene lateinische Text geht wohl auf eine griechische Vorlage des 1./2. Jahrhunderts n.Chr. zurück. Eingeleitet von einer Vorrede (Übersetzung aus dem Griechischen) und zugeschrieben einem Augenzeugen Dictys Cretensis, wird der trojanische Krieg (Ursachen, Geschehen, Folgen) "historisch" aus der Sicht der Troja belagernden und erobernden Griechen geschildert. Vgl. Opitz, Karen (1998), Geschichte im höfischen Roman. Historiographisches Erzählen im "Eneas" Heinrichs von Veldeke (= GRM Beih.14), Heidelberg 1998, S.20-23. [Buhlmann, 08.2011]

Dietrich von Apolda [1289/94], Vita sanctae Elisabeth ["Lebensbeschreibung der heiligen Elisabeth von Thüringen"]. Dietrich von Apolda (*ca.1230-†n.1302/03), aus einflussreicher ministerialischer Familie stammend und ab 1247 Mitglied des Dominikanerklosters in Erfurt, schuf 1289/94 eine umfangreiche Lebensbeschreibung über Leben, Tod und Wunder der Landgräfin Elisabeth von Thüringen (*1207-†1231). Dabei verwendete er die Summa vitae des Konrad von Marburg, den längeren Libellus de dictis quatour ancillarum, die Kurzvita des Bartholomäus von Trient über Elisabeth sowie die Kanonisationsakten und eine heute verlorene Gesta Ludowici über die "Taten des Landgrafen Ludwigs IV. von Thüringen" des zeitgenössischen Kaplans Berthold. Heraus kam ein chronologisch aufgebautes Werk, das im späten Mittelalter in Deutschland große Verbreitung fand und alsbald abgeschrieben (so 1297) und erweitert wurde (Reinhardsbrunner Rezension, kurz nach 1293/94). Nicht zuletzt folgten viele deutsche Fassungen von Elisabethviten der Vita sanctae Elisabeth des Dietrich von Apolda. Vgl. Elisabeth von Thüringen. Eine europäische Heilige, hg. v. Dieter Blume, Matthias Werner (2007), Bd.1: Aufsätze, Petersberg 2007, S.421-430, Bd.2: Katalog, Petersberg 2007, S.426-431. [Buhlmann, 12.2011]

Domenichi, Domenico de' [1456], De potestate pape et termino eius ["Von der Amtsgewalt des Papstes und dessen Grenzen"], in: Smolinsky, Heribert (1976), Domenico de' Domenichi und seine Schrift "De potestate pape et termino eius". Edition und Kommentar (= Vorreformationsgeschichtliche Forschungen, Bd.17), Münster 1976, S.5-309. Domenico de' Domenichi (*1416-†1478), Adliger aus Venedig, Theologe, apostolischer Protonotar (1447), Bischof von Torcello (1448-1464), Berater Papst Pius' II. (1458-1464), Bischof von Brescia (1464-1478), war der Autor einer Vielzahl von theologischen Werken, die sich - vor dem Hintergrund von Konziliarismus und Papsttum sowie der innerkirchlichen Diskussion im 15. Jahrhundert - hauptsächlich mit dem Verhältnis des Papstes zu den Kardinälen und Bischöfen beschäftigten. Domenichi verfasste 1456 seine Schrift De potestate pape et termino eius, in der er die päpstliche Dispensgewalt vom ius divinum streng logisch und scholastisch (Argumente, Gegenargumente), aber auch mit konkretem Bezug die Dispensgewalt des römischen Bischofs (dessen Stellung als vicarius Christi; Dispens von Gelübde und Eid, bei Bigamie und Ehe, bei Benefizienkumulation usw. [Teiltraktat I]) erörtert, auf das Verhältnis zwischen Papst und Bischöfen (Bischofsamt und geistliche Ehe [Teiltraktat II]) eingeht und das Verhältnis zwischen Papst und weltlicher Gewalt (geistliche Würde vorrangig vor der weltlichen; Zweigewaltenlehre, imperium und regnum [Teiltraktat IV]) beleuchtet. [Buhlmann, 02.2014]

Donatus, Aelius [4. Jahrhundert n.Chr.], Vita Suetonii Donati [Vergil-Vita]. Publius Vergilius Maro (*70-†19 v.Chr.), der bedeutende römische Lyriker und Epiker, erhielt vom römischen Schriftsteller Sueton (*70-†n.122) eine unhistorische Lebensbeschreibung, basierend auf den geschichtlich nicht auswertbaren Werken des Dichters. Die Lebensbeschreibung von Sueton wurde im 4. Jahrhundert von Aelius Donatus (*ca.320-†ca.380) überarbeitet und so überliefert. Vgl. Smith, R. Alden (2011), Vergil. Dichter der Römer, Darmstadt 2012, S.36. [Buhlmann, 06.2013]

Donatus, Tiberius Claudius [nach 4. Jahrhundert n.Chr., Ende], Interpretationes [Vergil-Kommentar]. Die Werke des Publius Vergilius Maro (*70-†19 v.Chr.), des bedeutenden römischen Lyrikers und Epikers, wurden gegen Ende des 4. Jahrhunderts n.Chr. von dem römischen Grammatiker Maurus (oder Marius) Servius Honoratius kommentiert. Den Kommentar erweiterte Tiberius Claudius Donatus (4./5. Jahrhundert n.Chr.) um seine Interpretationes (Wiederentdeckung 1438). Vgl. Smith, R. Alden (2011), Vergil. Dichter der Römer, Darmstadt 2012, S.36. [Buhlmann, 06.2013]

Douai, Bibliothèque Municipale 854 [12. Jahrhundert], teilweise als: Handschrift BM Douai 854, fol.88r-96r: Miracula de beato Sebastiano martyre et sanctissiomi papa Gregorio, in: Fuchs, Karin (2008), Zeichen und Wunder bei Guibert de Nogent. Kommunikation, Deutungen und Funktionalisierungen von Wundererzählungen im 12. Jahrhundert (= PHS 84), München 2008, S.255-269, ist eine lateinische Handschrift des 12. Jahrhunderts ursprünglich aus dem Kloster Anchin, bestehend aus 123 Pergamentblättern: Inhaltsverzeichnis; fol.1v-87v: Vita Papst Gregors des Großen; fol.87v-88r: Wunderbericht zu Papst Gregor dem Großen; fol.88r-96r: Wunderbuch des Klosters Saint-Médard in Soissons; fol.96r-99v: Passio der heiligen Agnes; fol.99v-102v: Passio der heiligen Agatha; fol.102v-105v: Passio des heiligen Clemens; fol.106r-111v: Passio des heiligen Adrian; fol.112r: unvollständiger Wunderbericht zum heiligen Hilarius; fol.112r-123v: Passio der heiligen Katharina. Vgl. Fuchs, Karin (2008), Zeichen und Wunder bei Guibert de Nogent. Kommunikation, Deutungen und Funktionalisierungen von Wundererzählungen im 12. Jahrhundert (= PHS 84), München 2008, S.255f. [Buhlmann, 11.2014]

Dulcis Jesu memoria ["Gedenken an den geliebten Jesus"] [12. Jahrhundert, 3. Drittel]. Die von einem anonymen Zisterzienser (Aelred von Rievaulx?) auf Latein niedergeschriebene Dichtung Dulcis Jesu memoria ist eine lyrische Meditation über das sehnsüchtige Liebesverlangen der (mystisch-) menschlichen Seele nach Jesus Christus und dem Eintreten der Liebeskrankheit bei Liebesentzug. Vgl. Riehle, Wolfgang (2011), Englische Mystik des Mittelalters, München 2011, S.54-58. [Buhlmann, 09.2012]

DWG = Darstellungen aus der Württembergischen Geschichte

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