www.michael-
buhlmann.de

Latein
> Lateinische Literatur

Start > Latein > Lateinische Literatur > W

Lateinische Literatur
W

Intro A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Walkenried [Kloster] [1054/79-1499], [Urkunden], hauptsächlich: [Staatsarchiv Wolfenbüttel, 25 Urk], als: Urkundenbuch des Klosters Walkenried, Bd.1: Von den Anfängen bis 1300, bearb. v. Josef Dolle (= QFBrLG 38 = VHKNB 210), Hannover 2002; Urkundenbuch des Klosters Walkenried, Bd.2: Von 1301 bis 1500, bearb. v. Josef Dolle (= QFBrLG 45 = VHKNB 241), Hannover 2008. Die urkundliche Überlieferung des Zisterzienserklosters Walkenried enthält lateinische Urkunden geistlicher und weltlicher Urkundenaussteller aus hohem und spätem Mittelalter (Papsturkunden [1205, 1239], königliche Schutzurkunden [1204, 1215, 1223], Besitzurkunden) und belegt: die Stiftung des Männerklosters durch Adelheid von Walkenried (1127), dessen Blütezeit im 12. und 13. Jahrhundert (Chormönche und Konversen, Grangienwirtschaft, Filialklöster), den wirtschaftlichen Niedergang ab der Mitte des 14. Jahrhunderts, die Beschädigungen an den Klostergebäuden im Bauernkrieg (1525), die Reformation und der evangelische Konvent (1546), die Auflösung des Klosters (1648). [Buhlmann, 06.2014]

Walter von Châtillon [nach 1176 bzw. 1179/80?], Alexandreis, als: Walter von Chatillon, Alexandreis. Das Lied von Alexander dem Großen, übers. v. Gerhard Streckenbach, Heidelberg 1990. Die Alexandreis des Walter von Châtillon (†n.1176) ist ein lateinsches Versepos auf Alexander den Großen (336-323 v.Chr.), entstanden nach 1176 (1179/80?). Walter unterscheidet bei der Darstellung der Welteroberung Alexanders eine historisch-faktische, moralische und typologische Verständnisebene (gemäß der Bibelauslegung im vierfachen Schriftsinn). Historisch hält sich der Dichter an die antike Vorlage des Curtius Rufus (und verwandte Quellen), moralisch kommt einer von ihm in die Alexandreis integrierte Aristoteles Rede als Fürstenspiegel eine wichtige Rolle zu. Typologisch hebt Walter - auch mit den Mitteln von Traumvisionen, Ekphraseis und Allegorien - auf Parallelen zur Pharsalia des römischen Dichters Lucan ab (Alexander - Darius: Übergang der Weltherrschaft von den Persern auf die Griechen <-> Caesar - Pompejus: Übergang der Weltherrschaft von den Griechen auf die Römer), weiter auf das Alte Testament (Rolle Jerusalems, Vier-Weltreiche-Theorie des Propheten Daniel) und stellt wohl neben den "Typus" (sub lege) Alexander den für ihn aktuellen "Antitypus" (sub gratia) König Philipp II. Augustus von Frankreich (1180-1223) als "neuen Alexander" gerade in Bezug auf die Kreuzzüge. Die christlich-typologische Geschichtsdeutung der Alexandreis hat dem Epos im Mittelalter solch einen Erfolg beschert. [Buhlmann, 08.2011]

Weende [Stift] [1162-1542], [Urkunden], hauptsächlich: [Hauptstaatsarchiv Hannover, Cal. Or. 100 Weende], als: Urkundenbuch des Stifts Weende, hg. v. Hildegard Krösche (= VHKNB 249 = Göttingen-Grubenhagener Urkundenbuch, 5. Abt.), Hannover 2008. Die urkundliche Überlieferung des Stifts Weende enthält lateinische Urkunden geistlicher und weltlicher Urkundenaussteller aus hohem und spätem Mittelalter (päpstliche Schutzurkunde [1162], Urkunden Mainzer Erzbischöfe, Besitzurkunden, Urkunden des Adels [Herren von Plesse, von Rusteburg u.a.]) und belegt: die Stiftung des Augustinerchorfrauenstifts St. Nikolaus in Weende (bei Göttingen; Gründungslegende: angebliche Entstehung im 11. Jahrhundert, Stift auf dem Nikolausberg [romanisches Gotteshaus], Verlegung ins Leinetal [1180], Propst Wolfram von Adelradeshusen-Weende [1184]; Propst und domina als Stiftsleiter), das Frauenstift unter dem Einfluss der Mainzer Erzbischöfe (1189: angebliche Vogtfreiheit; 1196: stiftisches Vorschlagsrecht für Prokurator/Defensor; 1252: Höchstgrenze für die Anzahl der Stiftsfrauen [38]; adlige und bürgerliche Stiftsfrauen), die besitzmäßige Ausstattung des Stifts (Besitz und Zehnt in Weende, Besitz in Reinshof und auf dem Nikolausberg, inkorporierte Pfarrkirchen in Weende und Obernjesa [1260/67, 1284/87], Wallfahrtskirche auf dem Nikolausberg [15. Jahrhundert]), das Stift unter Einfluss der welfischen Landesherren (ab 14. Jahrhundert, 1. Hälfte: Reformen [1462, 1501]; Stiftssiegel [großes Konventssiegel 1318, kleines Konventssiegel 1396, 1523, Propstsiegel 1350, 1504]), die Durchführung der Reformation (1542: landesherrliche Klosterverwaltung), zeitweilige Rekatholisierungen des Stifts (z.B. 1629-1632), das Aufhören des Bestehens des Konvents (n.1640), die Heranziehung des Stiftsvermögens für landesherrliche Zwecke (Ausstattung der Helmstedter Universität [1629] und der Universität Göttingen), die Organisation des Stiftsvermögens (Klosterfonds, Klosterkammer [19. Jahrhundert]). [Buhlmann, 01.2017]

Wenrich von Trier [nach 1080], Epistola sub Theoderici episcopi Virdunensis nomine composita, in: Schmale-Ott, Irene (Hg.), Quellen zum Investiturstreit. Tl.2: Schriften über den Streit zwischen Regnum und Sacerdotium (= FSGA A 12b), Darmstadt 1984, S.68-119. Wenrich von Trier (†n.1090) war Leiter der Schule an der Trierer Domkirche. Im Jahr 1080 - nach der am 7. März 1080 erfolgten, zweiten Bannung des deutschen Königs Heinrich IV. (1056-1106) durch Papst Gregor VII. (1073-1085) - schrieb Wenrich einen Brief an den Verduner Bischof Dietrich (1047-1089). In dem Traktat äußert sich der Trierer Gelehrte über die mit der Bannung verbundene Eidlösung, waren doch durch päpstliche Verfügung alle der königlichen Herrschaft Unterworfenen von ihrem Treueid dem Herrscher gegenüber entbunden. Wenrich, der im Investiturstreit auf der Seite des Königtums stand, macht nun dagegen massive Bedenken geltend und weist nach, dass das Papsttum mit der Eidlösung seine (vermeintlichen) Moralvorstellungen über das durch den Treueid begründete Recht des Königs stellt. Aus dem Alten und Neuen Testament sei aber herzuleiten, dass man selbst den Eid gegenüber bösen und gottlosen Personen einzuhalten habe. Hielte man sich nicht daran, so handle man trotz des moralischen Anspruchs sündhaft. [Buhlmann, 05.2006]

Widukind von Corvey [um 967/68], Rerum gestarum Saxonicarum libri tres ["Sachsengeschichte"], als: Widukind von Corvey, Res gestae Saxonicae. Die Sachsengeschichte. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Ekkehart Rotter u. Bernd Schneidmüller (= RUB 7699), Stuttgart 1981. Der Sachse Widukind (*ca.925-†973), Mönch des Klosters Corvey, verfasste um 967/68 (mit Nachträgen bis 973) auf Latein seine "Sachsengeschichte" in drei Büchern. Im Mittelpunkt des "Tatenberichts" steht die gens der Sachsen, weiter die sächsischen Könige (und Kaiser) Heinrich I. (919-936) und Otto I. (936-973). Vgl. Becher, Matthias (2012), Otto der Große. Eine Biographie, München 2012, S.17-20. [Buhlmann, 10.1994, 10.2013]

Wien, Österreichische Nationalbibliothek Cod.804 [12. Jahrhundert, Ende], entstanden im Stift St. Florian, aus vier Teilen zusammengebunden, enthält: Evangelienkommentar des Pseudo-Hieronymus; Erläuterungen zu Kirchenhymnen; lateinisch-althochdeutsche Glossare u.a. zur Bibel und zu Gregor dem Großen; griechisch-lateinisches, lateinisch-deutsches, bebräisch-lateinisches Glossar. Vgl. Schulte, Wolfgang, Die althochdeutsche Glossierung der Dialoge Gregors des Großen (= StAhd 22), Göttingen 1993, S.914-918. [Buhlmann, 07.2012]

Wien, Österreichische Nationalbibliothek Cod.2723 [10. Jahrhundert und später], ursprünglich entstanden in Mondsee, enthält: Instruktionen des Eucherius; De principatibus des Hieronymus; lateinisch-althochdeutsche Glossare u.a. zur Bibel und zu Gregor dem Großen (Mondseer Glossensammlung). Vgl. Schulte, Wolfgang, Die althochdeutsche Glossierung der Dialoge Gregors des Großen (= StAhd 22), Göttingen 1993, S.785-788. [Buhlmann, 07.2012]

Wien, Österreichische Nationalbibliothek Cod.2732 [10. Jahrhundert und später], ursprünglich entstanden wohl in Salzburg, enthält: Instruktionen des Eucherius; De principatibus des Hieronymus; lateinisch-althochdeutsche Glossare ua. zur Bibel und zu Gregor dem Großen (Mondseer Glossensammlung). Vgl. Schulte, Wolfgang, Die althochdeutsche Glossierung der Dialoge Gregors des Großen (= StAhd 22), Göttingen 1993, S.821-825. [Buhlmann, 07.2012]

Wigger [Bischof von Verden] [1024/28], [Tauschurkunde zwischen Bischof und Diakon Folkhard], u.a. als: Heyken, Enno (1967), Die älteste Bischofsurkunde von Verden (zwischen 1014 und 1028). Untersuchungen über Besitz der Verdener Kirche um Paderborn, über die ehemalige Bistumsgrenze um Zeven, über den wüsten Kirchort "Nianford" und über Ortsnamen um Zeven und Sittensen (Ldkr. Bremervörde) und um Hollenstedt (Ldkr. Harburg), in: JbnsKG 65 (1967), S.27-75. Von Bischof Wigger von Verden (1014-1031) stammt die älteste erhaltene Bischofsurkunde des Bistums Verden, datierbar auf die Jahre 1024/28. Das mit Lücken überlieferte Original beinhaltet einen Tausch von Gütern und Rechten (Höfe Borchen und Nianford, Zehntrechte) zwischen dem Bischof und dem Verdener Diakon Folkhard. [Buhlmann, 08.2013]

Wilhelm Brito [1214/17-1224], Philippidos ["Chronik König Philipps II. August"], hg. von Léopold Delisle, in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 17 (1878), S.117-287. Wilhelm Brito (der Bretone, *ca.1165-†1226), Mitglied der Pariser Hofkapelle König Philipps II. August von Frankreich (1180-1223) und Diplomat, verfasste nach der Schlacht bei Bouvines (1214) seine lateinische Verschronik Philippidos (La Philippide als französische Übersetzung und Prosafassung vom Jahr 1274). Das letztendlich (1224) zwölf Gesänge und fast 10000 Verse umfassende Werk verherrlicht den französischen König und orientiert sich in Form und Inhalt an der Aeneis des römischen Dichters Vergils (*70-19 v.Chr.). [Buhlmann, 10.2012]

Wilhelm von Rubruk [nach 1247], [Reisebericht/Itinerar]. Der Franziskanermönch Wilhelm von Rubruk (†ca.1270) reiste durch das Mongolenreich (1253/55) und beschrieb seine Erlebnisse einem lateinischen Reisebericht, der von dem Gelehrten Roger Bacon (†ca.1292) verwendet wurde, allerdings nur wenig Verbreitung fand. Vgl. Reichert, Folker (2013), Das Bild der Welt im Mittelalter, Darmstadt 2013, S.75ff. [Buhlmann, 05.2015]

Willibald [ca.760], Vita Bonifatii, in: Vitae sancti Bonifatii archiepiscopi, hg. v. Wilhelm Levison (= MGH. Scriptores rerum Germanicarum, Bd.57), Berlin-Leipzig 1905, S.1-58. Nach seinem Martyrium fand Winfrid-Bonifatius (†754) alsbald Verehrung u.a. in Mainz, dessen Bischof er gewesen war. Zur Verehrung des Heiligen gehörte nicht zuletzt die Abfassung der (ersten) Vita Bonifatii durch Willibald, wohl einen Priester der Mainzer Kirche, im Auftrag des Mainzer Bischofs Lul (754-786). Die Vita in ursprünglich acht Kapiteln, die später um ein 9. erweitert wurden, ist eine Schrift der Belehrung und Erbauung und legitimiert Lul als Nachfolger des Bonifatius auf dem Mainzer Bischofssitz. Vgl. Kehl, Petra (1993), Kult und Nachleben des heiligen Bonifatius im Mittelalter (754-1200) (= Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und Diözese Fulda, Bd.26), Fulda 1993, S.61-75. [Buhlmann, 05.2012]

Winterthur/Konstanz [294 n.Chr.], Bauinschrift. Die Reste einer Bauinschrift aus dem Jahr 294 n.Chr. u.a. mit den Wörtern CONSTANTIVS ... MVRVM VITVDVRENSEM verbrachte wohl Bischof Konrad von Konstanz (934-975) in seine Bischofsstadt. Die Inschrift wurde hier als Spolie für den Bau der Mauritiusrotunde verwendet; der Name CONSTANTIVS hing nach mittelalterlicher Sichtweise mit dem Namen der Stadt Konstanz zusammen. Der Humanist Leonardo Bruni entdeckte die Inschrift Ende 1414 und berichtete von ihr in einem Brief an seinen Freund Niccolò Niccoli. Vgl. Thürlemann, Felix, Von Konstantinopel nach Konstanz. Zwei lateinische Inschriften im Kontext des Konzils, in: Das Konzil von Konstanz (1414-1418). Weltereignis des Mittelalters (= Ausstellungskatalog) (2014), Essays, hg. v. Karl-Heinz Braun, Matthias Herweg, Hans W. Hubert, Joachim Schneider, Thomas Zotz, Darmstadt 2014, S.164-168. [Buhlmann, 07.2014]

Wipo [1041], Tetralogus ["Viergespräch"], in: Wiponis Opera, hg. v. Harry Bresslau (= MGH. Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum seperatim editi, Bd.[61]), Hannover-Leipzig 31915, S.75-86. Der Tetralogus des Dichters, Geschichtsschreibers und Mitglieds der königlichen Hofkapelle Wipo (†n.1046) ist eine Herrscheranleitung (Fürstenspiegel) für Kaiser Heinrich III. (1039-1056), dem Herrscher überreicht an Weihnachten 1041. Wipo entwickelt in seinem Tetralogus, einem lateinischen Gedicht mit 326 Hexametern, ein Gespräch zwischen dem Dichter selbst, den Musen, dem Gesetz und der Gnade, wobei er Gesetz mit dem Gehorsam, die Gnade aber mit Herrschaft verbindet. Dem Herrscher ziemt es, mit Christus als Vorbild Barmherzigkeit zu üben. Vgl. Weinfurter, Stefan, Das Ritual der Investitur und die 'gratiale Herrschaftsordnung' im Mittelalter, in: Hülsen-Esch, Andrea von (Hg.) (2005), Inszenierung und Ritual in Mittelalter und Renaissance (= SH 40), Düsseldorf 2005, S.135-151, hier: S.140f. [Buhlmann, 09.2012]

WL I-V, Rechtsquellen = Wattenbach-Levison, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter. Vorzeit und Karolinger, Heft I-V, Weimar 1952-1973, Beih.: Rechtsquellen, Weimar 1953

Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek Cod. 380 Helmst. [v.1450]. Die Papierhandschrift Cod. 380 Helmst. enthält eine Predigtsammlung des Konrad Holtnicker sowie den Psalmenkommentar des Göttinger Lehrers und Rektors Dietrich Engelhus. Vgl. Kühne, Udo (1999), Engelhus-Studien. Zur Göttinger Schulliteratur in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (= Scrinium Friburgense, Bd.12), Freiburg/Schweiz 1999, S.28. [Buhlmann, 06.2017]

Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek Cod. 445 Helmst. [1453/74]. Ehemals im Besitz des Deutschordensmitglieds Petrus Mule aus Darmstadt, eines Sammlers von Handschriften, befand sich der Cod. 445 Helmst., der später nach Northeim gelangte. Der Kodex enthält die "Dialoge" Papst Gregors des Großen, Predigten aus dem Promptuarium des Johannes Herolt, den Psalmenkommentar des Göttinger Lehrers und Rektors Dietrich Engelhus, Abschriften der Navigatio s. Brendani und der Visio Tnugdali. Vgl. Kühne, Udo (1999), Engelhus-Studien. Zur Göttinger Schulliteratur in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (= Scrinium Friburgense, Bd.12), Freiburg/Schweiz 1999, S.23ff. [Buhlmann, 06.2017]

Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek Cod. 471 Helmst. [1423]. Die Papierhandschrift Cod. 471 Helmst. datiert auf das Jahr 1423 und enthält den Psalmenkommentar des Göttinger Lehrers und Rektors Dietrich Engelhus (*ca.1362-†1434), daneben Kommentare zum alttestamentlichen Buch Hiob. Vgl. Kühne, Udo (1999), Engelhus-Studien. Zur Göttinger Schulliteratur in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (= Scrinium Friburgense, Bd.12), Freiburg/Schweiz 1999, S.28. [Buhlmann, 06.2017]

Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek Cod. 715 Helmst. [1414]. Die 216 Blätter (sowie 26 leere Blätter) umfassende Papierhandschrift Cod. 715 Helmst. enthält in der Hauptsache den Psalmenkommentar des Göttinger Lehrers und Rektors Dietrich Engelhus (*ca.1362-†1434), angefertigt bzw. beendet im Jahr 1414 als "Mitschrift nach Diktat" in der Göttinger Lateinschule. Der Text ist zweispaltig angeordnet, ein Register leitet den Psalmenkommentar ein. Vgl. Kühne, Udo (1999), Engelhus-Studien. Zur Göttinger Schulliteratur in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (= Scrinium Friburgense, Bd.12), Freiburg/Schweiz 1999, S.19-23. [Buhlmann, 06.2017]

Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek Cod. Guelf. Helmstadiensis 553 [11. Jahrhundert] enthält: Poetae Saxonis annalium de gestis Caroli Magni imperatoris libri quinque; Evangelienharmonie des Juvencus mit wenig althochdeutscher Glossierung. Vgl. Ertmer, Dorothee, Studien zur althochdeutschen und altsächsischen Juvencusglossierung (= StAhd 26), Göttingen 1994, S.312ff. [Buhlmann, 07.2012]

Wülfinghausen [Kloster, Stift] [1236-1730], [Urkunden], hauptsächlich: [Hauptstaatsarchiv Hannover, Cal.Or. 100], als: Urkundenbuch des Klosters Wülfinghausen, Erster Band: 1236-1400, bearb. v. Uwe Hager (= Calenberger Urkundenbuch, 11. Abt. = VHKNB XXXVII,12), Hannover 1990; Urkundenbuch des Klosters Wülfinghausen, Zweiter Band: 1401-1730, bearb. v. Uwe Hager (= Calenberger Urkundenbuch, 11. Abt. = VHKNB 230), Hannover 2006. Die urkundliche Überlieferung des Frauenklosters/-stifts Wülfinghausen (bei Eldagsen) enthält lateinische Urkunden geistlicher und weltlicher Urkundenaussteller aus späterem Mittelalter und früher Neuzeit (Papsturkunden [1246, 1412], Urkunden von Hildesheimer Bischöfen, Urkunden der Klostervögte, Besitzurkunden) und belegt: die Stiftung des Frauenklosters (1236), dessen Aufbau gerade unter dem ersten Propst Heinrich (1236-1259), dessen Weiterentwicklung unter Propst Bernhard (1324-1358), die Brandkatastrophe von 1377 und der Wiederaufbau der Klostergebäude, die Streitigkeiten zwischen den Hildesheimer Bischöfen und den Braunschweiger Welfenherzögen um die Herrschaft über das Kloster (Lehns- und Landesherrschaft der Herzöge 1411, Hildesheimer Stiftsfehde 1519/21), die protestantische Reformation (1543), die Zeit des evangelischen Frauenstifts (Besetzung Wülfinghausens durch kaiserliche Truppen 1632). [Buhlmann, 05.2014]

Würzburg, Universitätsbibliothek M. p. th. q. 60 [13. Jahrhundert], entstanden im bayerisch-österreichischen Raum, im Zusammenhang stehend mit der Handschrift Wien, Österreichische Nationalbibliothek Cod.804, enthält: Bibelkommentare (Exzerpte); lateinisch-althochdeutsche Glossare u.a. zur Bibel und zu Gregor dem Großen; theologische Schriften (Exzerpte); De arithmeticis propositionibus; Anneles Halesbrunnenses. Vgl. Schulte, Wolfgang, Die althochdeutsche Glossierung der Dialoge Gregors des Großen (= StAhd 22), Göttingen 1993, S.922-925. [Buhlmann, 07.2012]

WVjhLG = Württembergische Vierteljahreshefte für Landesgeschichte

Intro A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z