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Lateinische Literatur
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Haimo von Halberstadt [840/53], Epitome historiae sacrae ["Auszug aus dem Geschichtswerk des Eusebios bzw. Rufin"]. Vor dem Hintergrund der Bildungsbeziehungen zwischen dem Kloster Fulda und dem Bistum Halberstadt im 9. Jahrhundert fertigte der Halberstädter Bischof Haimo (840-853) eine lateinisch geschriebene Epitome historiae sacrae in 10 Büchern an, die Auszüge aus der Kirchengeschichte des Eusebios von Cäsarea und des Rufinus enthalten. Vgl. Jäschke, Kurt-Ulrich (1970), Die älteste Halberstädter Bischofschronik (= Mitteldeutsche Forschungen 62/I = Untersuchungen zu mitteldeutschen Geschichtsquellen des hohen Mittelalters, Tl.I), Köln-Wien 1970, S.190. [Buhlmann, 04.2012]

Halieutica ["Vom Fischfang"] [8/14 n.Chr.?]. Die Halieutica ist ein auf Latein verfasstes Lehrgedicht, das nur noch fragmentarisch in 134 Hexametern erhalten ist und von der "Kunst des Fischens" erzählt (Verhalten der Fische, Fischfang). (Fälschlicherweise?) wurde/wird die Halieutica dem römischen Dichter Ovid zugeschrieben. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.71; Volk, Katharina (2012), Ovid. Dichter des Exils, Darmstadt 2012, S.29f. [Buhlmann, 12.2011, 07.2012]

Heinrich [Magister] [1261/64], Liber de statu Curie Romane ["Buch über den Zustand der römischen Kurie"] Wohl im Pontifikat Papst Urbans IV. (1261-1264) verfasste ein Magister Heinrich auf der Grundlage persönlicher Eindrücke seine Schrift Liber de statu Curie Romane, in der er den Lebensstil und die Raffgier der römischen Kardinäle anprangerte. Vgl. Fischer, Andreas (2008), Kardinäle im Konklave. Die lange Sedisvakanz der Jahre 1268 bis 1271 (= BDHIR 118), Tübingen 2008, S.433. [Buhlmann, 01.2016]

Heinrich (magister Hainricus) [ca.1447], Ars memorativa ["Gedächtniskunst"] erklärt in seiner lateinischen Schrift (der sog. "Pariser Gruppe") Ursprung und Funktionen von Gedächtnis und ordnet die ars memorativa in Philosophie und Wissenschaft ein. Die ars memorativa wird dabei - im Gegensatz zu den artes mechanicae - im spirituellen Bereich verortet (Hierarchie res - vox - scriptura) und wird zur scientia. Die ars memorativa wird damit zu einem Erkenntnisprozess. Vgl. Heimann-Seelbach, Sabine, Konzeptualisierung von Mnemotechnik im Mittelalter, in: Ernst, Ulrich, Ridder, Klaus (2003), Kunst und Erinnerung. Memoriale Konzepte in der Erzählliteratur des Mittelalters (= Ordo 8), Köln-Weimar-Wien 2003, S.3-29, hier: S.19-27. [Buhlmann, 01.2013]

Heinrich von Würzburg [1261/65], De statu Curie Romane ["Zustand der römischen Kurie"]. Heinrich von Würzburg, Würzburger Domkanoniker und Scholaster, verfasste um 1261/65 in Distichen De statu Curie Romane als Idealbild/Verteidigung und/oder Satire auf die römische Kurie in Form eines Dialogs zwischen Gaufredus, der die päpstliche Kurie verlässt, und Aprilis, einem Spanier, der erstmals in Rom weilt. Vgl. Althoff, Gerd, Meier, Christel (2011), Ironie im Mittelalter. Hermeneutik - Dichtung - Politik, Darmstadt 2011, S.164-169. [Buhlmann, 05.2015]

Herbord von Michelsberg [ab 1158], Dialogus in vitam beati Ottonis episcopi Bambergensis ["Dialog über das Leben des seligen Bischofs Otto von Bamberg"], als: Heiligenleben zur deutsch-slawischen Geschichte. Adalbert von Prag und Otto von Bamberg, hg. v. Lorenz Weinrich (= FSGA A 23), Darmstadt 2005, S.272-493. Der Bamberger Bischof Otto I. (1102-1139) machte sich u.a. in der Reichspolitik (Wormser Konkordat 1122) und in der Klosterreformbewegung (Klostergründungen) einen Namen; weiter ist er als Missionar der heidnischen Pommern (1124/25, 1128) berühmt geworden. Über den bald als Heiligen verehrten und 1189 heiliggesprochenen Bischof entstanden noch im 12. Jahrhundert drei lateinische Lebensbeschreibungen. Die dritte ist eine Vita aus dem Kloster Michelsberg in Bamberg, verfasst von dem Mönch Herbord von Michelsberg (†1168). Entstanden ist diese lateinische Vita ab 1158 u.a. auf der Grundlage der ersten, Prüfeninger Vita Ottonis episcopi Bambergensis, gegliedert ist sie in drei Bücher, gestaltet in der Form eines Dialogs. [Buhlmann, 04.2016]

Hereford-Karte [ca.1290]. Die Hereford-Karte (Hereford Map) bildet als mappa mundi des Mittelalters mit ihren biblisch-heilsgeschichtlichen Bezügen spirituell die irdische Geografie ab auf der Grundlage des TO-Schemas mit Jerusalem als Mittelpunkt. Vgl. Reichert, Folker (2013), Das Bild der Welt im Mittelalter, Darmstadt 2013, S.52f. [Buhlmann, 05.2015]

Hermannus quondam Judaeus [12. Jahrhundert], Opusculum de conversatione sua ["Geschichte seiner Bekehrung"], als: Hermannus quondam Judaeus, Opusculum de conversatione sua, hg. v. Gerlinde Niemeyer (= MGH. Quellen zur Geistesgeschichte des Mittelalters, Bd.4), Weimar 1963; Schmitt, Jean-Claude (2006), Die Bekehrung Hermanns des Juden. Autobiographie, Geschichte und Fiktion, Stuttgart 2006, S.286-334. Die Einordnung des Opusculum de conversatione sua, eines lateinischen Textes spätestens aus dem Ende des 12. Jahrhunderts aus dem Stift Cappenberg, schwankt zwischen Autobiografie und Fiktion, je nachdem wie man die "Autorität" des Autors Hermannus quondam Judaeus ("Hermann, einstmals Jude") sowie die Dimension von "Wahrheit" und "Glauben" bewertet. Der Text, der von der Bekehrung eines Juden Judas (Hermann) berichtet, gibt auf jeden Fall Überzeugungen der Kanoniker am Prämonstratenserstift Cappenberg wieder; Bezüge zu Hermann von Cappenberg, dem Großvater des Stiftsgründers Gottfried von Cappenberg werden deutlich, ebenso eine antibenediktinische Haltung der "Kleriker" gegen die "Mönche" (Rupert von Deutz), weiter eine "neue Ära der Bekehrung" nicht nur für den Juden Hermann (Bekehrung durch Traum und Bild, Taufe und Namensänderung), sondern auch allgemein als conversio gemäß der vita apostolica als Übergang vom Fleischlich-Weltlichen zum Geistig-Spirituellen. Judas bzw. Hermann steht damit als persona ("Maske") für alle Mitglieder des Prämonstratenserordens und deren conversio im Rahmen der damaligen hochmittelalterliche Kirchenreform; der Mensch ändert sich durch die "Bekehrung", die Person bleibt. [Buhlmann, 04.2015]

Hermann von Reichenau [um 1050], Historia sancti Georgii ["Geschichte des heiligen Georg"]. Um die Mitte des 11. Jahrhunderts verfasste der Historiograf Hermann von Reichenau (†1054) um den heiligen Erzmärtyrer Georg, Opfer der diokletianischen Christenverfolgung im römischen Reich, eine Historia sancti Georgii ("Geschichte des heiligen Georg"), eine lateinische Dichtung, die verloren gegangen ist. Vgl. Buhlmann, Michael (2001), Wie der heilige Georg nach St. Georgen kam (= VA 1), St. Georgen 2001, S.20. [Buhlmann, 04.2013]

Herolt, Johannes [Speyer 1483], Sermones Discipuli de tempore et de sanctis cum Promptuario exmeplorum et de miraculis Beatae Mariae Virginis. Die Inkunabel enthält Predigthilfen für Priester während des Kirchenjahrs und dessen Heiligentage, zusätzlich Exempel-Erzählungen zur Einarbeitung in die Predigten. Vgl. Müller, Thomas T., Schmies, Bernd, Loefke, Christian (Hg.) (2008), Für Gott und die Welt. Franziskaner in Thüringen (= Mühlhäuser Museen. Forschungen und Studien, Bd.1), Paderborn-München-Wien-Zürich 2008, S.316. [Buhlmann, 05.2013]

Hidda-Codex [1030/40] [Katholische Pfarrei St. Margareta in Düsseldorf-Gerresheim, Kodex ohne Signatur]. (Hidda, Hitda oder) Ida, geboren zu Anfang des 11. Jahrhunderts, gestorben im Jahr 1060, war eine Enkelin Kaiser Ottos II. (973-983) und Mitglied in der Familie der ezzonischen Pfalzgrafen. Ida wurde in der Frauengemeinschaft Gandersheim erzogen, kehrte nach Streitigkeiten dorthin zurück und wurde dort irgendwann 1031/38 Nachfolgerin der Äbtissin Reinburga. Zu einem ebenfalls unbekannten Zeitpunkt übernahm sie zusätzlich die Leitung des Kölner Klosters St. Maria im Kapitol. Wie ihre Schwester Theophanu in Essen und Gerresheim hatte Ida wahrscheinlich beide Würden gleichzeitig inne. Im Rahmen einer "ezzonischen Kulturpolitik" (Herrschaftsrepräsentation und Machtausbau der Ezzonen), unterstützt von ihrem Bruder, Erzbischof Hermann II. von Köln (1036-1056), stiftete Ida (vielleicht?) die zwei nach ihr genannten Kodizes nach Meschede und Gerresheim, den Hitda-Codex bzw. Hidda-Codex. Der Gerresheimer Hidda-Kodex hat einen Umfang von 272 Pergamentblättern bei einem Format von 27,2 cm auf 20,0 cm. Geschrieben einspaltig in karolingischer Minuskel, geschützt von einem Eichenholzdeckel, ist der Kodex ein Evangeliar. Zwischen Markus- und Lukasevangelium befindet sich der Eintrag einer Schenkung der Essener Äbtissin Theophanu (1039-1058), so dass der Kodex auf jeden Fall vor 1058 entstanden sein muss. Weitere Eintragungen stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert, im 17. Jahrhundert besaß der Gerresheimer Kanoniker Johannes Laer die Handschrift und schenkte sie dem Jesuitenkolleg in Düsseldorf. Der in der Kölner Malerschule der Ottonen- und frühen Salierzeit angefertigte Kodex enthält die Bilder der Evangelisten, vor dem Kreuzigungsbild ist die Widmung der Äbtissin "Hidda" (wohl als Ida zu interpretieren) in goldenen Buchstaben eingetragen: Hidda übergibt das Evangeliar Gott und dem heiligen Hippolyt. Vgl. Weilandt, Gerhard (1987), Wer stiftete den Hitda-Codex (Darmstadt, Hess. Landes- und Hochschulbibliothek, Cod. 1640)? Ein Beitrag zur Entwicklung der ottonischen Kölner Buchmalerei, in: AHVN 190 (1987), S.49-83. [Buhlmann, 06.2006]

Hieronymus [373], Vita Pauli ["Lebensbeschreibung des Paulus"]. Der Kirchenlehrer Hieronymus (*347-†430) verfasste 373 seine lateinische Vita Pauli über einen weitgehend unbekannten Eremiten Paulus als ersten Wüstenmönch; die Vita des Hieronymus verstand sich als "Gegenentwurf" zur griechischen Vita Antonii des alexandrinischen Bischofs Athanasius (kurz nach 356) über das Leben des ägyptischen Eremiten und Mönchs Antonius (*251-†356). Vgl. Gemeinhardt, Peter (2013), Antonius, der erste Mönch. Leben - Lehre - Legende, München 2013, S.144-148. [Buhlmann, 06.2014]

Hieronymus [386/93], Vita Hilarionis ["Lebensbeschreibung des Hilarion"]. Hieronymus verfasste 386/93 seine lateinische Vita Hilarionis über den (wirklichen) Eremiten Hilarion als Schüler des Wüstenmönchs Antonius (*251-†356); die Vita des Hieronymus verstand sich als "Gegenentwurf" zur griechischen Vita Antonii des alexandrinischen Bischofs Athanasius (kurz nach 356) über das Leben des ägyptischen Eremiten und Mönchs Antonius. Vgl. Gemeinhardt, Peter (2013), Antonius, der erste Mönch. Leben - Lehre - Legende, München 2013, S.148ff. [Buhlmann, 06.2014]

Hildesheim, Dom- und Diözesanmuseum, Guntbald-Evangeliar [993-1022]. Das Hildesheimer "Guntbald-Evangeliar" wurde auf Veranlassung Bischofs Bernward von Hildesheim (993-1022) niedergeschrieben. Ein eigenhändiger Eintrag des Bischofs, verfasst in Hexametern, steht auf f.270r. Vgl. Binding, Günther (2013), Die Michaeliskirche in Hildesheim und Bischof Bernward als sapiens architectus, Darmstadt 2013, S.183. [Buhlmann, 07.2013]

Hildesheim, Dom- und Diözesanmuseum, Kostbares Evangeliar [11. Jahrhundert, Anfang bzw. 1015?]. Das "Kostbare Evangeliar" der Hildesheimer Michaeliskirche wurde auf Veranlassung Bischofs Bernward von Hildesheim (993-1022) angefertigt, der es wohl dem Marienaltar der 1015 geweihten Krypta der Michaeliskirche stiftete. Der Rückdeckel des Evangeliars verweist in einem Eintrag auf Bernward, ebenso ein Eintrag des Bischofs selbst auf f.231v. Vgl. Binding, Günther (2013), Die Michaeliskirche in Hildesheim und Bischof Bernward als sapiens architectus, Darmstadt 2013, S.183. [Buhlmann, 07.2013]

Hilwartshausen [Stift] [944-1542], [Urkunden], hauptsächlich: [Hauptstaatsarchiv Hannover, Cal. Or. 100 Hilwartshausen], als: Urkundenbuch des Stifts Hilwartshausen, bearb. v. Manfred von Boetticher (= Göttingen-Grubenhagener Urkundenbuch, 4. Abt. = VHKNB 208), Hannover 2001. Die urkundliche Überlieferung des Frauenstifts Hilwartshausen enthält lateinische Urkunden geistlicher und weltlicher Urkundenaussteller aus dem Mittelalter (u.a. ottonischer und salischer Herrscher [10./11. Jahrhundert]) und erhellt: die Stiftung des Kanonissenstifts in Hilwartshausen (960), die Einbindung Hilwartshausen in die ottonisch-salische Reichskirche (10./11. Jahrhundert), die versuchte Anbindung an das staufische Königtum (1142, 1188) bei Einführung der Augustinerregel (1142; Priorin statt Äbtissin), die Grafen von Dassel als Stiftsvögte (1190), der Übergang Hilwartshausen an das Mainzer Erzbistum (1272), der bis ins beginnende 14. Jahrhundert anwachsende Grundbesitz der Kommunität (Güter an Weser und Leine, Güterkomplex in Dedageshusen [ca.1000], Gerichtshoheit in Diemarden, Meensen und Frederikeshusen; Dienstleute), die welfische Stiftsvogtei (13. Jahrhundert, Ende und 1358), die welfische Landesherrschaft und Eingriffe der Landesherren in stiftische Angelegenheiten (14.-16. Jahrhundert), die protestantische Kirchenvisitation (1542) und lutherische Reformation (1585), die Fortexistenz als (protestantische) Kommunität (bis 1626 bzw. kurz nach 1629). [Buhlmann, 06.2014]

Historia brevis monasterii Salemitani/De fundatione claustri Salemitani [13. Jahrhundert, Anfang] ["Gründungsgeschichte des Klosters Salem"], in: Mone, Franz Josef (Hg.), Quellensammlung der badischen Landesgeschichte, Bd.1, Karlsruhe 1848, S.176-180. Am Beginn des Chartulars des Klosters Salem, des Codex diplomaticus Salemitanus, findet sich eine Chronik des Klosters von der Gründung bis zum Jahr 1210, die Historia brevis monasterii Salemitani. Vgl. Fleischer, Andrea (2004), Zisterzienserabt und Skriptorium. Salem unter Eberhard I. von Rohrdorf (1191-1240) (= Imagines Medii Aevi, Bd.19), Wiesbaden 2004, S.4. [Buhlmann, 10.2012]

Historia peregrinorum [1192-1197 bzw. 1194] [Bericht zum Dritten Kreuzzug], in: Chroust, A. (Hg.), Quellen zur Geschichte des Kreuzzuges Kaiser Friedrichs I. (= MGH. Scriptores rerum Germanicarum. Nova Series, Bd.5), Berlin 1928, S.116-172. Die Historia peregrinorum ist ein durchaus kritischer Bericht zum Dritten Kreuzzug (1189/92) Kaiser Friedrichs I. (1152-1190) aus anonymer Feder. Der Bericht fußt auf dem Erleben eines Augenzeugen und könnte im Zisterzienserkloster Salem entstanden sein. Ob jedoch der damalige Abt Eberhard I. von Rohrdorf (1191-1240) die Historia peregrinorum verfasst hat, ist umstritten. Der Bericht zerfällt in drei Teile: die Eroberung Jerusalems durch die Muslime (1187) und die Belagerung von Tyrus, die Vorbereitungen zum Kreuzzug, der Dritte Kreuzzug. [Buhlmann, 10.2012]

Historia vel Gesta Francorum [751/87] ["Geschichte oder Taten der Franken"]. Wohl ein Konstrukt der historischen Forschung sind die angeblich an die Fredegar-Chronik anschließenden vier Fortsetzungen (bis 726/27 bzw. bis 735, bis 739, bis 751, bis 761). Da die sog. Fortsetzungen indes unabhängig von der Fredegar-Chronik überliefert sind, ist diesbezüglich besser von der eigenständigen Geschichtsschreibung der Historia vel gesta Francorum zu sprechen. Historia vel Gesta Francorum enthält als durchaus parteiische "Familienchronik der Karolinger" fränkische Zeitgeschichte, verfasst im Jahr 751 von Childebrand, dem Halbbruder des fränkischen Hausmeiers Karl Martell (714-741), und um 787 von Nibelung, dem Sohn des Childebrand. Vgl. Kaiser, Reinhold, Scholz, Sebastian (2012), Quellen zur Geschichte der Franken und der Merowinger. Vom 3. Jahrhundert bis 751, Stuttgart 2012, S.26. [Buhlmann, 09.2012]

Historia Welforum [1167/74] ["Geschichte der Welfen"]. Die von einem unbekannten Autor 1167/74 wohl am Hof Herzog Welfs VI. (†1191) verfasste "Welfengeschichte" schildert rund dreieinhalb Jahrhunderte "ausführliche Familiengeschichte" (welfische Dynastiegeschichte), anfangend im 9. Jahrhundert und anknüpfend an die römische Geschichte ("Welf" als "Catilina", als "Welpe, junger Hund, junger Löwe") bzw. an die fränkisch-trojanische Herkunftssage. Eine Stammtafel von Welf I. bis zu Welf VII. bzw. Heinrich den Löwen, ein "Bilderbuch" der welfischen Genealogie ergänzt das in Worten Geschilderte. Die Historia Welforum betonte nicht zuletzt (erstmals in Deutschland) die altehrwürdige Abstammung einer Hochadelsfamilie, die auf diese Art und Weise für die damalige Politik instrumentalisiert wurde. Vgl. Vogtherr, Thomas (2014), Die Welfen. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart (= BSR 2830), München 2014, S.20ff. [Buhlmann, 05.2014]

Hitda-Codex [1040/60] [Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, Cod.1640]. Im Darmstädter Hitda-Codex widmet Äbtissin "Hitda" in einem ganzseitigen Dedikationsbild der heiligen Walburga das Evangeliar, ein wohl gegen Ende des 11. Jahrhunderts aufgeschriebenes "Schatzverzeichnis" erwähnt weitere Schenkungen der Ida nach Meschede, u.a. eine tragbare goldene Marienstatue, Kleider und Kirchengerät. Ein auf die Zeit um 1500 zu datierender Eintrag weist die Handschrift der Frauengemeinschaft im Sauerland zu. Der Kodex befand sich noch im 18. Jahrhundert in Meschede und gelangte von dort zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Wedinghausen und schließlich nach Darmstadt. Vgl. Winterer, Christoph (2010), Das Evangeliar der Äbtissin Hitda. Eine ottonische Prachthandschrift aus Köln. Miniaturen, Bilder und Zierseiten aus der Handschrift 1640 der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, Darmstadt 2010. [Buhlmann, 09.2010]

Hrabanus Maurus [um 810], De laudibus sanctae crucis ["Vom Lob des heiligen Kreuzes"]. Hrabanus Maurus (†856), um 780 im Mainz geboren, war Mönch, Lehrer und Abt (822-841/42) in Fulda, zudem Erzbischof von Mainz (847-856). Der berühmte praeceptor Germaniae ("Lehrer Germaniens") machte Fulda zu einem Mittelpunkt frühmittelalterlicher Gelehrsamkeit im (Ost-) Frankenreich. Sein literarisches Werk ist umfangreich. Seine erste Schrift ist De laudibus sanctae crucis ("Vom Lob des heiligen Kreuzes"), um 810 verfasst. Vor dem Hintergrund von byzantinischem Bilderstreit und der Diskussion um die Bilder im Frankenreich (Libri Carolini) entfaltet der "Lehrer Germaniens" seine Christusdarstellung, die eng mit der Verehrung des heiligen Kreuzes verbunden ist. Eine zentrale Stellung nehmen dabei die 28 Figurengedichte ein. In jedem Gedicht ist gleichsam der Buchstabe (signum) mit dem Bild (imago) vereinigt, jedem Gedicht ist eine Erläuterung (declaratio) auf der dem Gedicht gegenüberliegenden Seite beigegeben. Programmatischen Charakter hat dabei die Darstellung des lebenden Jesus Christus im ersten Figurengedicht. Jesus wird in seiner menschlichen Natur dargestellt, der Gekreuzigte im Bild verweist auf die doppelte (menschliche und göttliche) Natur Christi. De laudibus sanctae crucis ist aus dem Mittelalter in 80 Handschriften überliefert, was ein reges Interesse an diesem Werk voraussetzt. Vgl. Buhlmann, Michael (2008), Bildung im Mittelalter, 2 Tle. (= VA 41/1-2), St. Georgen 2008, Tl.1., S.21. [Buhlmann, 10.2008]

Hrabanus Maurus [819], De institutione clericorum ["Von der Ausbildung der Geistlichen", "Lehrbuch für angehende Geistliche"]. Die Schrift De institutione clericorum ("Von der Ausbildung der Geistlichen", "Lehrbuch für angehende Geistliche") ist ein Frühwerk des Hrabanus Maurus, sein "pastoralliturgisches Handbuch". Das Werk fußt auf der "christlichen Lehre" des Augustinus, auf dem Pastoralhandbuch Papst Gregors des Großen (590-604) und auf den "kirchlichen Ämtern" und den Etymologien des Isidor von Sevilla. Es ist, wie aus dem Vorwort zu entnehmen ist, unterteilt in drei Bücher (1. Buch: Kirchliche Ämter, priesterliches Gewand; Taufe, Eucharistie, Ablauf der Messe; 2. Buch: Liturgie des Stundengebets; Fasten, Beichte und Buße; Kirchenfeste, Lesungen, Gesang; katholischer Glauben; 3. Buch: Heilige Schrift; heidnisch-antike Überlieferung; Predigt). Vgl. Buhlmann, Michael (2008), Bildung im Mittelalter, 2 Tle. (= VA 41/1-2), St. Georgen 2008, Tl.1., S.22. [Buhlmann, 10.2008]

Hrotsvith von Gandersheim [vor 975], Primordia coenobii Gandeshemensis ["Anfänge des Klosters Gandersheim"]. Hrotsvith (†975), Nonne und Geschichtsschreiberin im sächsischen Kloster Gandersheim, verfasste unter der ottonischen Äbtissin Gerberga (†1001), der Nichte Kaiser Ottos des Großen (936-973), einen lateinischen Bericht über die "Anfänge des Klosters Gandersheim", eines der wichtigen mit der ottonischen Herrscherfamilie verbundenen geistlichen Kommunitäten. Vgl. Becher, Matthias (2012), Otto der Große. Eine Biographie, München 2012, S.21f. [Buhlmann, 10.2013]

Hrotsvith von Gandersheim [vor 975], Gesta Ottonis ["Taten Ottos (I.)"]. Hrotsvith von Gandersheim schildert in ihrem historiografischen Werk Gesta Ottonis die "Taten" des ostfränkischen Königs und Kaisers Otto I. (936-973). Vgl. Becher, Matthias (2012), Otto der Große. Eine Biographie, München 2012, S.21f. [Buhlmann, 10.2013]

Hübner, Johannes [1403], [Artikellisten betreffend häretische Thesen des John Wyclif]. Der aus Schlesien stammende Johannes Hübner war ein Dominikanermagister an der Prager Universität. Als solcher legte er am 28. Mai 1403 Universität und Rektor zwei Listen von 24 bzw. 21 Artikeln vor, die die Häresien des englischen Priesters und Gelehrten John Wyclif (†1384) belegen sollten. Die Liste mit den 24 Punkten war dabei bereits von der Londoner Dominikanersynode von 1382 zur Verurteilung Wyclifs benutzt worden. Zusätzlich hatte Hübner eine Liste von 21 Artikeln hinzugefügt. Die aus beiden Artikellisten bestehende Prager Liste sollte auf dem Konstanzer Konzil (1414-1418) und darüber hianus eine Rolle spielen. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.43f. [Buhlmann, 01.2016]

Hugo Spechtshart von Reutlingen [1350/58], Speculum grammaticae. Die lateinische Versgrammatik "Speculum grammaticae" des Reutlingers Hugo Spechtshart umfasste 5420 Hexameter. Vgl. Stiene, Heinz Heinrich, Ein unbekanntes Fragment der Versgrammatik 'Grecismus' des Eberhard von Béthune aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts im Propsteiarchiv zu Kempen, in: Neuheuser, Hanns Peter (Hg.) (1999), Die Handschriften des Propsteiarchivs Kempten. Interdisziplinäre Beiträge, Köln-Weimar-Wien 1999, S.107-124, hier: S.108. [Buhlmann, 10.2011]

Hugo von St. Viktor [vor 1141], Didascalicon. De studio legendi ["Studienbuch"]. Lateinisch-Deutsch, übers. v. Thilo Offergeld (= FC 27), Freiburg-Basel-Wien 1997. Einen Einblick in Bildung, Forschung und Lehre, in die scientiae ("Wissenschaften"), aber auch in Handlungswissen, in die artes ("Künste") gab Hugo von St. Viktor (†1141) in seiner Schrift Didascalicon ("Studienbuch"). Hugo, vielleicht aus Ostsachsen stammend, Theologe, Philosoph und Lehrer am Stift St. Viktor in Paris, teilte im Didascalicon die Wissenschaften ein in Logik, Theorik, Mechanik und Praktik. Den Unterbau der solcherart zusammengesetzten menschlichen sapientia ("Weisheit") bildete für Hugo die Philosophie. Neben den theoretischen sapientia-Elementen der artes liberales, der Theologie usw. berücksichtigte er besonders auch die Elemente der Praxis, u.a. Technik, Medizin, Ökonomik und Recht. [Buhlmann, 01.2003]

Hugo von St. Viktor [vor 1141], De tribus maximis circumstantiis. Der Pariser Gelehrte, Theologe und Philosoph Hugo von St. Viktor schrieb mit De tribus maximis circumstantiis ein Handbuch für Geschichtsschreiber, das eine Vielzahl von Namen und Daten in folgender Reihung enthält: I: Schöpfung; II: Hebräische Chronologie; III: Königtümer; IV: Chronologie der Septuaginta; V: hebräische Namen; VI: geografische Namen; VII: "Die drei Schwestern"; VIII: Papsttabelle; IX: Herrschertabelle; X: Namen von Geschichtsschreibern; XI: Chronologie der Päpste und Kaiser. Vgl. Harrison, Julian, Hugh of Saint-Victor's Chronicle in the British Isles, in: Berndt, Rainer (Hg.) (2005), Schrift, Schreiber, Schenker. Studien zur Abtei Sankt Viktor in Paris und den Viktorinern (= Corpus Victorinum. Instrumenta, Bd.1), Berlin 2005, S.263-292. [Buhlmann, 02.2014]

Humbert von Silva Candida [1058], Adversus simoniacos ["Gegen die Simonisten"], hg. v. Friedrich Thaner, in: MGH. Libelli de lite, Bd.1, Hannover 1891, S.95-253. Während der römische Kardinal Petrus Damiani (†1072) im Vorfeld der gregoranischen Kirchenreform gegen die sexuellen Aktivitäten von Priestern wetterte, sprach sich Kardinal Humbert von Silva Candida (†1063) gegen die Simonie ("Kauf kirchlicher Würden") aus, wobei er auf Grund von Belegstellen im Alten Testament und unter Verwendung von Gewaltrhetorik die Bekämpfung simonistischer Praktiken und Priester forderte. Vgl. Althoff, Gerd (2013), "Selig sind, die Verfolgung ausüben". Päpste und Gewalt im Hochmittelalter, Darmstadt 2013, S.67-73. [Buhlmann, 07.2013]

Hus, Jan [nach 1402], Puncta [Predigtsammlung]. Jan (Johannes) Hus (*ca.1371-†1415), böhmischer Prediger, Theologe und Kirchenreformator, als Ketzer auf dem Konstanzer Konzil (1414-1418) verbrannt, entfaltete gerade als Prediger (in tschechischer Sprache) eine große Wirkung. In spätmittelalterlichen Handschriften erhalten geblieben sind u.a. die Puncta als älteste, auf Latein ausgearbeitete Predigtsammlung des Jan Hus mit dessen Synodal- und Universitätspredigten. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.32f. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1404/05], Collecta [Predigtsammlung]. Jan Hus entfaltete als Prediger (in tschechischer Sprache) eine große Wirkung. In spätmittelalterlichen Handschriften erhalten geblieben sind u.a. die Collecta als auf Latein ausgearbeitete Predigtsammlung des Jan Hus, die Predigten des Reformators an der Prager Bethlehemskapelle wiedergeben. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.33. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1405 Oktober 19], Diliges Dominum Deum [Synodalpredigt]. Jan Hus entfaltete als Prediger (in tschechischer und lateinischer Sprache) eine große Wirkung. In seiner Predigt auf der Herbstsynode der Prager Kirche im Jahr 1405 geißelte er das Verhalten der böhmischen Geistlichkeit und mahnte zu Gottesliebe und Umkher (Reform). Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.63ff. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1407/09], Liber IV sententiarum ["Vier Bücher Sentenzen"]. Parallel zur Predigttätigkeit an der Prager Bethlehemskapelle wirkte Jan Hus auch als Lehrer an der Prager Universität. Als Sentenziar der theologischen Fakultät auf dem Weg zu einem baccalaureus formatus verfasste er seine "Vier Bücher Sentenzen". Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.85. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1407 Oktober 18], State succincti lumbos [Synodalpredigt]. Jan Hus entfaltete als Prediger (in tschechischer und lateinischer Sprache) eine große Wirkung. In seiner Predigt auf der Herbstsynode der Prager Kirche im Jahr 1407 befasste er sich intensiv mit der Reform der böhmischen Kirche im Sinne einer "geistlichen Zurüstung" auf Seiten der Kleriker. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.65ff. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1409 Dezember 3], Confirmate corda vestra [Universitätspredigt/-rede]. Jan Hus entfaltete als Prediger (in tschechischer und lateinischer Sprache) eine große Wirkung. In seiner Predigt/Rede als Rektor der Prager Universität Anfang Dezember 1409 verband er das Gedenken an den Universitätsgründung durch König Karl IV. (1347-1378) mit der Adventszeit des christlichen Kirchenjahrs (Ankunft Christi, Jüngstes Gericht). Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.81f. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1410/11], Sermones in Bethlehem ["Bethlehemer Predigten"]. Jan Hus entfaltete als Prediger (in tschechischer Sprache) eine große Wirkung, gerade auch in der Phase der von Hus angeführten reformatorischen Bewegung in Böhmen. Die wohl von zwei von Hus' Schülern auf Latein herausgegebenen Sermones in Bethlehem beziehen sich auf die (durchaus polemische) Predigttätigkeit des Reformators an der Prager Bethlehemskapelle. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.33. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1411/12], Postilla adumbrata [Predigtsammlung]. Jan Hus entfaltete als Prediger (in tschechischer Sprache) eine große Wirkung, gerade auch in der Phase der von Hus angeführten reformatorischen Bewegung in Böhmen. Die Postilla adumbrata als auf Latein ausgearbeitete Predigtsammlung des Jan Hus stammt aus den für den Reformator turbulenten Jahren 1411 und 1412. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.33f. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1412], Libelli de simonia ["Büchlein über die Simonie"]. Jan Hus entfaltete als Prediger und Gelehrter eine große Wirkung, gerade auch in der Phase der von Hus angeführten reformatorischen Bewegung in Böhmen und der Prager Ablassunruhen (1412). In den "Büchlein über die Simonie" beschäftigte er sich mit Fragen zur Bepfründung von Priestern innerhalb der Papstkirche. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.141. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1412?], De sex erroribus ["Über die sechs Irrtümer"]. Jan Hus entfaltete als Prediger (in tschechischer Sprache) eine große Wirkung, gerade auch in der Phase der von Hus angeführten reformatorischen Bewegung in Böhmen. Das Traktat De sex erroribus behandelt die Stellung der Priester in der Kirche hinsichtlich Schöpfung, Glauben, Vergebung, Gehorsam, Exkommunikation und Simonie. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.108ff. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1412/13], De ecclesia ["Über die Kirche"]. Jan Hus entfaltete als Prediger und Gelehrter eine große Wirkung, gerade auch in der Phase der von Hus angeführten reformatorischen Bewegung in Böhmen und der Prager Ablassunruhen (1412). Auf antihussitische gelehrte Polemik antwortete Hus u.a. mit seiner Schrift De ecclesia, in der er seine Sicht der christlichen Kirche darstellte (unsichtbare Kirche Christi, bedingter Gehorsam). Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.161-174. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1413], "Gegen Stanislaus von Znaim". Jan Hus entfaltete als Prediger und Gelehrter eine große Wirkung, gerade auch in der Phase der von Hus angeführten reformatorischen Bewegung in Böhmen und der Prager Ablassunruhen (1412). Auf antihussitische gelehrte Polemik antwortete Hus u.a. mit seiner Schrift "Gegen Stanislaus von Znaim", den böhmischen Theologen und Gelehrten (†1414). Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.162. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1413], "Gegen Stephan Pálec". Jan Hus entfaltete als Prediger und Gelehrter eine große Wirkung, gerade auch in der Phase der von Hus angeführten reformatorischen Bewegung in Böhmen und der Prager Ablassunruhen (1412). Auf antihussitische gelehrte Polemik antwortete Hus u.a. mit seiner Schrift "Gegen Stephan Pálec", den böhmischen Theologen und Gelehrten (†1424). Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.162. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1413], Contra octo doctores ["Gegen die acht Doktoren"]. Jan Hus entfaltete als Prediger und Gelehrter eine große Wirkung, gerade auch in der Phase der von Hus angeführten reformatorischen Bewegung in Böhmen und der Prager Ablassunruhen (1412). Auf antihussitische gelehrte Polemik antwortete Hus u.a. mit seiner Schrift Contra octo doctores, insbesondere gegen den Tractatus gloriosus des Stephan Pálec. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.162. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [um 1415], Postilla de tempore, Leccionarum bipartitum ["Zweigeteiltes Lesungsbuch"]. Jan Hus entfaltete als Prediger (in tschechischer Sprache) eine große Wirkung, gerade auch in der Phase der von Hus angeführten reformatorischen Bewegung in Böhmen. Die Postilla de tempore des Jan Hus als eine auf Latein ausgearbeitete Predigtsammlung zeigt die Predigten im Kirchenjahr (Winter-, Sommerzyklus) und stehen mit Heiligen- und Fastenpredigten sowie mit Predigten über Passion Christi in Verbindung. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.33f. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1414], "Über das hinreichende Gesetz Christi". In Verkennung seiner Lage auf dem Konstanzer Konzil (1414-1418) schrieb Jan Hus noch vor seiner Reise nach Konstanz im Herbst 1414 drei Schriftenentwürfe, darunter die Quaestio "Über das hinreichende Gesetz Christi", in der er Christus als den der Kirche übergeordneten Richter charakterisierte. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.190. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1414], Sermo de pace ["Rede vom Friden"]. In Verkennung seiner Lage auf dem Konstanzer Konzil (1414-1418) schrieb Jan Hus noch vor seiner Reise nach Konstanz im Herbst 1414 drei Schriftenentwürfe, darunter die nur überlieferte "Rede vom Frieden", in der er in der Art einer Konzilspredigt Kleruskritik und Klerusreform darlegte. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.190f. [Buhlmann, 01.2016]

Hus, Jan [1414], "Glaubenserklärung". In Verkennung seiner Lage auf dem Konstanzer Konzil (1414-1418) schrieb Jan Hus noch vor seiner Reise nach Konstanz im Herbst 1414 drei Schriftenentwürfe, darunter eine Materialsammlung zu dem, was seinen christlichen Glauben ausmachte. Vgl. Soukup, Pavel, Jan Hus (= Urban Tb 737), Stuttgart 2014, S.190. [Buhlmann, 01.2016]

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