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FC = Fontes Christiani

Fabeln, römisch, lateinische Literaturgattung: Antike griechische und lateinische Fabeln gehören zur Gattung der Kleinliteratur, einer erzählten Geschichte (Narration) steht eine kommentierende Bewertung (Evaluation) gegenüber. Griechische Fabeln waren für die lateinische Fabelliteratur prägend. Äsopische Fabeln wurden im Rom der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts v.Chr. bekannt. [Buhlmann, 04.2017]

Fabula Atellana [4./3. Jahrhundert v.Chr. und später] - benannt nach der oskischen Stadt Atella - bezeichnet eine vorliterarische Gattung von (nicht überlieferten) derben lateinischen Spottstücken und -burlesken (Oscae personae: Maccus, Bucco, Casnar/Pappus, Dossennus). Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.37f. [Buhlmann, 01.2013]

Fabula praetexta [3. Jahrhundert v.Chr. und später] sind historisch-moralische "Tragödien im römischen Gewand" der mit Pupurstreifen versehenen Tracht der römischen Amtsträger. Die fabula praetexta nahmen auch Themen aus dem im Zusammenhang mit Italien stehenden Umfeld der Sagen um Troja auf. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.45f. [Buhlmann, 01.2013]

Ficino, Marsilio [1463], [Hermes Trismegistos-Übersetzung]. Marsilio Ficino (*1433-†1499), Vertreter des Florentiner Neuplatonismus, übersetzte auf Anregung Cosimo Medicis im Jahr 1463 den griechischsprachigen Überlieferungskomplex um Hermes Trismegistos (den "dreifachgrößten Hermes") ins Lateinische. Vgl. Keßler, Eckhard (2008), Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008, S.102. [Buhlmann, 08.2013]

Ficino, Marsilio [1463/68], [Platon-Übersetzung]. Marsilio Ficino übersetzte 1463/68 alle griechischsprachigen Dialoge des athenischen Philosophen Platon ins Lateinische. Die Übersetzung hatte großen Einfluss auf die Platon-Rezeption im christlichen Europa. Vgl. Keßler, Eckhard (2008), Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008, S.102f. [Buhlmann, 08.2013]

Ficino, Marsilio [nach 1468], Theologia platonica de immortalitate animorum ["Platonische Theologie über die Unsterblichkeit der Seelen"]. Nach der Platon-Übersetzung deutete Marsilio Ficino in seiner Schrift Theologia platonica de immortalitate animorum die Unsterblichkeit der Seele platonisch, kosmologisch (als Lehre von Gott) und psychologisch. Vgl. Keßler, Eckhard (2008), Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008, S.107-111. [Buhlmann, 08.2013]

Ficino, Marsilio [1484/91], [Übersetzung neuplatonischer Werke]. Marsilio Ficino übersetzte zwischen 1484 und 1491 die neuplatonischen Werke von Plotin, Alconous, Porphyrius, Priscianus Lydus, Proklus, Pythagoras, Speusipp u.a. ins Lateinische. Vgl. Keßler, Eckhard (2008), Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008, S.102. [Buhlmann, 08.2013]

Ficino, Marsilio [1489], De triplici vita libri tres ["Drei Bücher über das dreifache Leben"]. Marsilio Ficino behandelt in seiner 1489 erstmals gedruckten Schrift De triplici vita libri tres das menschliche Leben aus der Sicht der Gesundheit (Buch I), der Erhaltung der Gesundheit (Buch II) und der magisch-astrologischen Medizin (Buch III). Vgl. Keßler, Eckhard (2008), Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008, S.112ff. [Buhlmann, 08.2013]

Ficino, Marsilio [bis 1494], [Platon-Kommentare]. Ergänzend zu seiner Platon-Übersetzung, kommentierte Marsilio Ficino einige Dialoge Platons, u.a.: Symposion, Philebos, Phaidros, Timaios, Parmenides. Vgl. Keßler, Eckhard (2008), Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008, S.102f. [Buhlmann, 08.2013]

Filocalus [Furius Dionysius Filocalus] [4. Jahrhundert, Mitte], Chronograph von 354, als: Chronographus Anni CCCLIIII, hg. v. Theodor Mommsen, in: MGH. Auctores antiquissimi, Bd.IX, 1892, Nachdruck München 1981, S.13-148. Der Chronograph von 354 (Kalender des Filocalus) war ein zu einem spätantiken Codex für einen Christen mit Namen Valentinus zusammengestelltes chronologisches Handbuch, das zentral einen illustrierten Kalender des Jahres 354 mit 177 Fest- und Feiertagen (98 davon mit Kaiserbezug [Kaisergeburtstage und -erhebungen, Siegesfeiern]) enthielt, daneben Listen von Konsuln, römischen Präfekten und römischen Bischöfen sowie der vierzehn römischen Stadtregionen, weiter eine Weltchronik (liber generationis) und eine Chronik der Stadt Rom, daneben Illustrationen der römischen (Haupt-) Städte Rom, Alexandria, Konstantinopel und Trier, der sieben Planetengötter und der zwölf Tierkreiszeichen. Der Originalcodex bzw. eine karolingerzeitliche Abschrift (als Luxemburger Vorlage aller heute existierenden Teilabschriften, v.1625 nach Rom geschickt, n.1627 verloren gegangen) sowie zwei Teilabschriften, darunter in einer St. Galler Sammelhandschrift als Autograph des Reichenauer Abtes Walahfrid Strabo (842-849), bezeugen das Interesse am Chronographen in der Karolingerzeit. Vgl. Wagner, Wolfgang Eric, Walahfrid Strabo und der Chronograph von 354 (oder: Wie Karl der Kahle darauf kam, Anniversarien für seinen Geburtstag zu stiften), in: Huschner, Wolfgang, Rexroth, Martin (Hg.) (2008), Gestiftete Zukunft im mittelalterlichen Europa. Festschrift Michael Borgolte, Berlin 2008, S.193-213, hier: S.205-209. [Buhlmann, 01.2014]

Flacius Illyricus, Matthias [1556], Catalogus testium veritatis, qui ante nostram aetatem reclamarunt Papae. Opus varia rerum, hoc praesertim tempore scitu dignissimaraum, cognitione refertum ac lectum cum primis utile atque necessarium, Basel 1556. Matthias Flacius Illyricus (Mathias Vlacic aus Istrien, *1520-†1575) war ein Schüler des Reformators Martin Luthers, u.a. Student in Basel und Tübingen, Professor für Hebräisch an der Universität Wittenberg (1544-1547), Professor für das Neue Testament in Jena (1557-1561), Anhänger des orthodoxen Lutheranertums. Als solcher verfasste er 1556 - auch zur Beförderung seiner Professorenstelle in Jena - den Cataologus testium veritatis als theologiegeschichtlicher Abriss und Sentenzensammlung über die "reformatorischen"-antipäpstlichen Meinungen und Aussprüche vorreformatorischer Kirchenleute (Kirchenväter, Investiturstreit, Hildegard von Bingen, Thomas von Aquin, bis hin zu Päpsten [!] und Herrschern). Die solcherart enstandene Materialsammlung konnte Reformatoren zur geschichtlichen Untermauerung ihrer Standpunkte dienen. Vgl. Frank, Beatrice (1989), Untersuchungen zum Catalogus testium veritatis des Matthias Flacius Illyricus, Diss. Tübingen 1989. [Buhlmann, 07.2016]

Franziskanerorden [1209/10/21], Regula non bullata ["Nicht-bullierte Ordensregel"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.12-67. Franziskus von Assisi (†1226) beteiligte sich trotz seines Rückzugs aus der Leitung des Franziskanerordens (1220) an der Formulierung der "Nicht-bullierten Ordensregel", die auf dem "Mattenkapitel" der Franziskaner 1221 beschlossen wurde und deren Anfänge in die Jahre 1209/10 (Propositum vitae) fielen. Die Ordensregel hat zum Inhalt: den Prolog des Franziskus; Armut, Keuschheit und Gehorsam der Ordensangehörigen (Geistliche, Laien); Aufnahme und Kleidung der Ordensangehörigen; Offizium und Fasten; Minister und Brüder; Verhalten bei Verfehlungen; Dienst und Arbeit ohne Geld; Betteln und Almosen; kranke Brüder; Umherziehen, Predigt und Mission; Beichte und Eucharestie; Ermahnung der Brüder; Danksagung; Schluss. [Buhlmann, 12.2014]

Franziskanerorden [1223 November 29], Regula bullata ["Bullierte Ordensregel"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.68-87. Die "Nicht-bullierte-Ordensregel" fand nach 1221 eine kirchenrechtlich verbindliche, normative Überarbeitung u.a. durch Kardinal Hugolin von Ostia und wurde als "Bullierte Ordensregel" von Papst Honorius III. (1216-1227) in dessen Bulle Solet annuere vom 29. November 1223 bestätigt. [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [1205/06-1226], [Gebete], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.208-281. Eine Reihe von Gebeten wird mit Franziskus von Assisi (†1226), dem Ordensgründer und Heiligen, in Verbindung gebracht: Oratio ante crucifixum dicta (1205/06); Salutatio beatae Mariae virginis (n.1221?), Exhortatio ad laudem dei (v.1223); Salutatio virtutum (v.1226); Laudes ad omnes horas dicendae (v.1226). [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [1212/13], Forma vivendi s. Clarae data ["Lebensform für Klara"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.10f. Die Forma vivendi s. Clarae data des Franziskus von Assisi stellt die "Urregel" des Klarissenordens dar und wurde verbindlich aufgenommen in die Bulle Papst Innozenz' IV. (1243-1254) vom Oktober 1253. [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [1217/18/21], Regula pro eremitoriis data ["Regel für Einsiedeleien"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.88-91. Franziskus von Assisi regelte in der Regula pro eremitoriis data das Leben der Franziskanerbrüder in Einsiedeleien (vita mixta zwischen Apostelnachfolge und Kontemplation). [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [1220 Herbst?], De vera et perfecta laetitia ["Über die wahre Freude"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.198-201. Im Herbst 1220 in Potiunkula soll Franziskus von Assisi den Text De vera et perfecta laetitia diktiert haben, worin er u.a. den Wandel im Franziskanerorden reflektiert. [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [1220-1226], [Briefe], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.142-173, 288-303. (Zum Teil hinsichtlich der Autorenschaft umstrittene) Briefe des Franziskus von Assisi sind überliefert an Ordensangehörige (an einen Minister [1218/23], an die Brüder im Königreich Frankreich [n.1218], an Kustoden [1220], an Bruder Antonius [1223/24], an die Brüder allgemein [n.1224]; an Bruder Leo [v.1226], an Klara, an Bruder Bernhard [1226, Segen], an Klara [über das Fasten, v.1226] und ihre Schwestern [1226, Segen]), an die Bürger der Stadt Bologna (1222) und an die Herrin Jakoba (1226). [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [n.1221?], Expositio in Pater noster ["Erläuterung zum Vater unser"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.260-265. Die Expositio in Pater noster des Franziskus von Assisi vereint Kommentar und Gebet zum "Vater unser" sowie zentrale Glaubensgrundsätze in sich. [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [1221/23?], Officium Passionis Domini ["Offizium vom Leiden des Herrn"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.218-259. Das umfangreiche Officium Passionis Domini, wahrscheinlich entstanden zwischen 1221 und 1223, bietet eine Zusammenstellung von Psalmen und kirchlichen Horen für das gesamte Kirchenjahr. [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [nach 1224 September?], Chartula Fr. Leoni data. Benedictio Fr. Leoni data ["Schriftstück/Segen für Bruder Leo"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.274-281. Das Autograph des Franziskus von Assisi, entstanden wohl nach der Stigmatisierung des Heiligen, enthält auf der einen Seite einen "Lobpreis Gottes" (laudes), auf der Rückseite einen Segen für den Franziskaner Bruder Leo, versehen mit dem Tau-Zeichen des Franziskus. [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [vor 1226], Admonitiones ["Ermahnungen"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.174-197. Die in Etappen gesammelten Admonitiones des Franziskus von Assisi belehren als Magna charta franziskanischen Lebens durch Kommentare von Bibelstellen, durch Herausstellung von Armut, Gehorsam und vita minorum. [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [1226 April/Mai], Testamentum Senis factum ["Testament von Siena"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.92f. Franziskus von Assisi, in Siena schwer erkrankt, soll auf Bitten seiner Begleiter sein Testament verfasst haben, in dem er die gegenseitige Liebe der Brüder, deren Armut und deren Gehorsam gegenüber der Kirche hervorhob. Das (angebliche?) Testament selbst ist mit verschiedenem Wortlaut aus dem 14. Jahrhundert überliefert (z.B. "Sammlung von Perugia"). [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [1226 September/Oktober], Testamentum ["Testament von Portiunkula"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.94-103. Franziskus von Assisi, dem Tod nahe, diktierte in seinen letzten Lebenstagen sein Testament als mandatum, als "Mahnung" an die Angehörigen des Franziskanerordens, das Armutspostulat und die Pflicht zum Gehorsam u.a. zu befolgen. Papst Gregor VII. (1227-1241) übernahm das Testament, das er spirituell deutete, in seine Bulle Quo elongati vom 28. September 1230. [Buhlmann, 12.2014]

Franziskus von Assisi [1226 September/Oktober], Ultima voluntas s. Clarae scripta ["Vermächtnis für die heilige Klara"], als: Franziskus von Assisi, Sämtliche Schriften. Lateinisch/Deutsch, hg. v. Dieter Berg (2014) (= RUB 19044), Stuttgart 2014, S.202f. Parallel zu seinem Testament sorgte sich Franziskus von Assisi auch um Klara und deren Orden, indem er im spirituellen Diktat Ultima voluntas s. Clarae scripta sich für die Beibehaltung der bisherigen, an der Armut ausgerichteten Lebensweise aussprach. [Buhlmann, 12.2014]

Fredegar-Chronik [7. Jahrhundert bzw. um 658/60], als: Chronicarum Fredegarii scholastici libri IV, hg. v. Bruno Krusch (= MGH Scriptores rerum Merovingicarum, Bd.2), 1888, Nachdruck Hannover 1984, S.1-193. Die meist anonym überlieferte, in einer Abschrift des 16. Jahrhunderts aber einem gewissen Fredegar zugeordnete Geschichtsschreibung aus dem merowingischen Frankenreich des 7. Jahrhunderts ist eine Welt- (Buch I-III) und Zeitgeschichte (Buch IV, bis 642 bzw. 658/60), u.a. zusammengestellt aus antiken Chroniken (Hieronymus, Hydatius, Hippolyt, Isidor von Sevilla) und den Decem libri historiarum des Gregor von Tours. Verfasst wurde die Fredegar-Chronik vielleicht von einem Verfasser um 658 bzw. um 660. Die Chronik stellt im zeitgeschichtlichen Teil Größe und Vorrang des Frankenreichs heraus. Vgl. Kaiser, Reinhold, Scholz, Sebastian (2012), Quellen zur Geschichte der Franken und der Merowinger. Vom 3. Jahrhundert bis 751, Stuttgart 2012, S.25f. [Buhlmann, 09.2012]

Fredegar-Chronik: Fortsetzungen [7./8. Jahrhundert]. Wohl ein Konstrukt der historischen Forschung sind die angeblich an die Fredegar-Chronik anschließenden vier Fortsetzungen (bis 726/27 bzw. bis 735, bis 739, bis 751, bis 761). Da die sog. Fortsetzungen indes unabhängig von der Fredegar-Chronik überliefert sind, ist diesbezüglich besser von einer eigenständigen Geschichtsschreibung der Historia vel Gesta Francorum zu sprechen. Vgl. Kaiser, Reinhold, Scholz, Sebastian (2012), Quellen zur Geschichte der Franken und der Merowinger. Vom 3. Jahrhundert bis 751, Stuttgart 2012, S.26. [Buhlmann, 09.2012]

Freiburg, Universitätsbibliothek 380 [10./11. Jahrhundert], entstanden in Süddeutschland oder der Schweiz, enthält: Collationes des Johannes Cassianus, Kirchengeschichte des Beda Venerabilis (Exzerpt), lateinisch-althochdeutsche Glossare; Ovidlegende (Nachtrag des 13. Jahrhunderts). Vgl. Schulte, Wolfgang, Die althochdeutsche Glossierung der Dialoge Gregors des Großen (= StAhd 22), Göttingen 1993, S.359-362. [Buhlmann, 07.2012]

Friedrich I. [Kaiser, 1152-1190] [1157 April 6], ["Privileg für die Wormser Juden"], in: Quellen zur deutschen Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte bis 1250, hg. v. Lorenz Weinrich (= FSGA A 32), Darmstadt 1977, S.232-247, Nr.61. Das Privileg Kaiser Friedrichs I. (1152-1190) für die Wormser Juden führt in Wiederholung eines Privilegs Kaiser Heinrichs IV. (1056-1106) von um 1090 die Vorrechte der unter königlichem Schutz stehenden Juden auf. Die Urkunde ist als Transsumpt vom 2. Januar 1360 überliefert. Vgl. Buhlmann, Michael (2015), Kaiserswerth: Reichsgut, Stadt und Judengemeinde im Reichssteuerverzeichnis von 1241 (= BGKw MA 21), Düsseldorf-Kaiserswerth 2015, S.32-36. [Buhlmann, 10.2015]

Friedrich II. [Kaiser, 1212-1250] [1236 Juli], ["Urkunde zur Kammerknechtschaft der Juden in Deutschland"], in: Quellen zur deutschen Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte bis 1250, hg. v. Lorenz Weinrich (= FSGA A 32), Darmstadt 1977, S.232-247, Nr.61, S.496-503, Nr.123. Die Urkunde inseriert das Wormser Judenprivileg Kaiser Friedrichs I. (1152-1190) vom 6. April 1157 und macht die darin aufgeführten Vergünstigungen für alle Juden im deutschen Reich verbindlich. Sie verurteilt weiter die als grundlos bewiesenen Ausschreitungen, die damals in Fulda gegen die Juden stattgefunden hatten. Sie spricht von den Juden als "unseren Kammerknechten in Deutschland", als universi Alemannie servi camere. Vgl. Buhlmann, Michael (2015), Kaiserswerth: Reichsgut, Stadt und Judengemeinde im Reichssteuerverzeichnis von 1241 (= BGKw MA 21), Düsseldorf-Kaiserswerth 2015, S.32-36. [Buhlmann, 10.2015]

Friedrich III. [Kaiser, 1440-1493] [1483 Januar 30], [Ernennung zum kaiserlichen Rat], als: Höing, Hubert (2015), Dr. jur. Heinrich Urdemann (ca.1420-1485), Kurienprokurator, Offizial, Stiftsdechant und kaiserlicher Rat. Zur Karriere eines vorreformatorischen Klerikers in Bocholt, Köln und Bonn, in: AHVN 218 (2015), S.105-150, hier: S.144f. # Heinrich Urdemann aus Bocholt (*ca.1420-†1485) war Geistlicher, Kurienprokurator in Rom und Offizial in Köln. Darüber hinaus müssen Beziehungen zwischen Urdemann und Kaiser Friedrich III. bestanden haben. Mit Datum vom 30. Januar 1483 ernannte der Herrscher den decretorum doctor Urdemann zu seinem kaiserlichen Rat. [Buhlmann, 01.2017]

FSGA = Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe. Reihe A: Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters

Fulda, Hessische Landesbibliothek Aa 2 [9./10. Jahrhundert] enthält: lateinische Predigten, Gebete, Briefe, lateinisch-althochdeutsche Glossare, Etymologien Isidors von Sevilla (Exzerpte). Vgl. Schulte, Wolfgang, Die althochdeutsche Glossierung der Dialoge Gregors des Großen (= StAhd 22), Göttingen 1993, S.303ff. [Buhlmann, 07.2012]

Fundatio monasterii Werthinensis / Privilegium quod vivente sancto Liudgero datum est Werthinensibus monachis [um 900] ["Gründung des Klosters Werden" / "Privileg, das, während der heilige Liudger lebte, den Werdener Mönchen gegeben wurde"], in: Die Vitae sancti Liudgeri, hg. v. Wilhelm Diekamp (= Die Geschichtsquellen des Bistums Münster, Bd.4), Münster 1881, S.232. Die "Gründung des Klosters Werden" oder das sog. "Werdensche Privileg" wurde wohl um 900 in Latein verfasst. Das Privileg ist in verschiedenen Versionen überliefert. Es behandelt die Gründung des Klosters Werden a.d. Ruhr durch den heiligen Liudger († 809) und seine Geschichte im 9. Jahrhundert. Einiges ist dabei aus der sog. Vita Liudgeri secunda, also aus einer um die Mitte des 9. Jahrhunderts in Werden aufgeschriebenen Vita des heiligen Liudger, übernommen, anderes bringt Neues, so etwa die Schilderung der Sorge der Mönche hinsichtlich der Bedrohung ihrer (nicht nur wirtschaftlichen) Existenz oder (damit zusammenhängend) der Bericht über die Bertoldschen Wirren im Kloster (nach 850), der gut zu der im ältesten Werdener Urbar überlieferten Urkunde des Friesen Folmar passt. Die Streitigkeiten müssen dabei den Bestand des Klosters auf Schwerste erschüttert haben. Das "Werdensche Privileg" berichtet, daß sich die Mönche an den Königshof wandten und schließlich eine Synode zur ihren Gunsten entschied. Erst danach konnte der Liudgeride Hildigrim II. (853/64-886) als Letzter aus dieser Familie die Leitung des Klosters übernehmen. In seine Amtszeit fiel auch die durch den ostfränkischen Herrscher Ludwig den Jüngeren (876-882) erfolgte Übertragung von Königsschutz, Immunität und freier Abtswahl an das Kloster. [Buhlmann, 04.2012]

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