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Lateinische Literatur
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[Kaisergeschichte] [ca. 359 und früher]. Die lateinische "Kaisergeschichte" ist eine von der historischen Forschung vermutete und nachgewiesene, heute verlorene kompilierte Kurzdarstellung (Breviarium) der römischen Kaiser eines anonymen Autors. Sie war mit ihren verschiedenen Rezensionen eine Grundlage für die Geschichtsdarstellungen des Aurelius Victor, des Eutropius, des Festus oder der Historia Augusta. Vgl. Burgess, Richard W. (2014), Roman Imperial Chronology and Early-Fourth-Century Historiography. The Regnal Durations of the So-called Chronica urbis Romae of the Chronograph of 354 (= Historia Einzelschriften 234), Stuttgart 2014, S.15f, 135-141. [Buhlmann, 06.2015]

Karl I. von Anjou [1278], Brief an Kardinal Wilhelm von S. Marco, in: Baethgen, Friedrich (1960), Ein Pamphlet Karls I. von Anjou zur Wahl Papst Nikolaus III. (= Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Phil.-hist. Abt. Jg. 1960, H.7), München 1960, S.18-22. Vor dem Hintergrund der Wahl Papst Nikolaus' III. (Johann Gaetan Orsini) zum Papst (1277-1280) und der Ernennung neuer (Orsini-) Kardinäle durch Nikolaus (1278) entstand im Auftrag des sizilianischen Königs Karl I. von Anjou (1266-1285) ein lateinischer Brief an Kardinal Wilhelm von S. Marco (von Bray), der als Schmähschrift dem Kardinal dessen bei der Wahl des Orsini-Papstes begangenen Verrat der französisch-angevinischen Interessen vorwarf und den Nepotismus des neuen Papstes geißelte. Der Brief ist in einige mittelalterliche Briefsammlungen wegen seines sorgfältigen Stils übernommen worden. [Buhlmann, 12.2012]

Karlsruhe, Badische Landesbibliothek Aug. 217 [9./10. Jahrhundert] besteht aus zwei zusammengebundenen Teilen etwas verschiedener Zeitstellung, wohl beide geschrieben auf der Reichenau. Die Handschrift enthält u.a.: die (althochdeutsch glossierte) Evangelienharmonie des Juvencus (zweimal durch das Zusammenbinden); das Carmen paschale des Sedulius. Vgl. Ertmer, Dorothee, Studien zur althochdeutschen und altsächsischen Juvencusglossierung (= StAhd 26), Göttingen 1994, S.258-267, 336f. [Buhlmann, 07.2012]

Karlsruhe, Badische Landesbibliothek St. Georgen 4 [15. Jahrhundert]. Die Handschrift St. Georgen Nr.4, ein Psalter, ist eine spätmittelalterliche Handschrift aus dem frühneuzeitlichen Kloster St. Georgen (in Villingen). Das Psalterium Benedictum feriatum cum ordinario de tempore stammt aus dem 15. Jahrhundert, ist eine Pergamenthandschrift und hat eine ungefähre DIN A3-Größe von 45,1 cm x 33 cm. 241 Folioblätter sind zusammengebunden und enthalten. Der Inhalt des Psalters gliedert sich wie folgt: Kalendarium (fol. 1r), Psalter (7r), Festgesänge (163v), Hymnen (171r), Totenoffizium (214r), Antiphonen (229v). Der Text bricht auf fol. 241v ab. Vgl. Ehrensberger, H., Bibliotheca liturgica manuscripta (nach Handschriften der großherzoglich badischen Hof- und Landesbibliothek), Karlsruhe 1889, S.6. [Buhlmann, 07.2012]

Karlsruhe, Badische Landesbibliothek St. Georgen 5 [14. Jahrhundert, 1. Hälfte]. Ein Antiphonarium cisterciense ist das aus der Bibliothek des Villinger Georgsklosters stammende Wonnentaler Antiphonar, das auf die 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert wird. Die Handschrift wurde irgendwo im Breisgau wahrscheinlich für den Zisterzienserinnenkonvent Wonnental geschrieben. Das Chorgesangbuch stammt aus der wirtschaftlich und geistig-religiös so erfolgreichen Blütezeit des Klosters Wonnental. Das Antiphonar führt die für die kirchliche Liturgie so wichtigen, lateinischen Wechselgesänge des Chorgebetes auf, wobei die zeitliche Anordnung der Gesänge sich nach der Liturgie des Kirchenjahres richtet. Auf 260 Pergamentblättern enthält die Handschrift zahlreiche ornamentale Initialen sowie figürliche Anfangsbuchstaben und Randillustrationen. Zierbuchstaben und Miniaturen zeigen sich besonders eindrucksvoll auf der Handschriftenseite, die dem Fest der heiligen Agnes (am 21. Januar) gewidmet ist. Die dort dargestellten Figuren zeigen in der Manier der Skulpturen der Turmvorhalle und des Westportals des Freiburger Münsters Agnes und Christus im Gespräch bzw. gemeinsam und umschlungen auf dem himmlischen Thron. Die Innigkeit zwischen Christus und der Heiligen wird dabei durch die intensive Farbgebung der Szenen noch gesteigert. Vgl. Ehrensberger, H., Bibliotheca liturgica manuscripta (nach Handschriften der großherzoglich badischen Hof- und Landesbibliothek), Karlsruhe 1889, S.6. [Buhlmann, 07.2012]

Karlsruhe, Badische Landesbibliothek St. Peter perg. 87 [11. Jahrhundert, 2.-3. Viertel und später], entstanden wohl in Lorsch, enthält: lateinisch-althochdeutsche, lateinisch-lateinische Glossare; Erklärungen zu hebräischen Namen (Hieronymus). Vgl. Schulte, Wolfgang, Die althochdeutsche Glossierung der Dialoge Gregors des Großen (= StAhd 22), Göttingen 1993, S.483-488. [Buhlmann, 07.2012]

Kassel, [Gesamthochschul-] Universitätsbibliothek 2° Ms. theol. 51 [15. Jahrhundert, 2. Viertel] enthält das Vorwort der Expositio psalterii des Göttinger Lehrers und Rektors Dietrich Engelhus (*ca.1362-†1434), gefolgt von einem Psalmenkommentar unbekannter Verfasserschaft als Glosa psalterii brevis et bona. Vgl. Kühne, Udo (1999), Engelhus-Studien. Zur Göttinger Schulliteratur in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (= Scrinium Friburgense, Bd.12), Freiburg/Schweiz 1999, S.31f. [Buhlmann, 06.2017]

Kepler, Johannes [1596], ... Mysterium Cosmographicum ... ["Weltgeheimnis"]. Der frühneuzeitliche Naturwissenschaftler und Astronom Johannes Kepler (*1571-†1630) veröffentlichte 1596 auf Latein sein Erstlingswerk "Weltgeheimnis", in dem er die Planetenbahnen im heliozentrischen Sonnensystem vermöge eines Polyedermodells (Platonische Körper) beschrieb. Vgl. Posch, Thomas (2017), Johannes Kepler. Die Entdeckung der Weltharmonie (= Besondere Wissenschaftliche Reihe), Darmstadt 2017, S.48-53. [Buhlmann, 08.2017]

Kepler, Johannes [1604], Ad Vitellionem Paralipomena ["Optischer Teil der Astronomie"]. Johannes Kepler gab 1604 seine lateinische Schrift Ad Vitellionem Paralipomena als "Optischer Teil der Astronomie" heraus, in der er die physikalische Optik als grundlegend für astronomische Beobachtungen darstellt (Lichtausbreitung, Bilder). Kepler bezieht sich dabei auf dem mittelalterlichen Gelehrten Witelo aus dem Umfeld des Papstes Johannes XXI. (1276-1277). Vgl. Posch, Thomas (2017), Johannes Kepler. Die Entdeckung der Weltharmonie (= Besondere Wissenschaftliche Reihe), Darmstadt 2017, S.75-79. [Buhlmann, 08.2017]

Kepler, Johannes [1607], Phaenomenon Singulare seu Mercurius in Sole ["Einzigartiges Ereignis eines Merkurtransits"]. Keplers Schrift Phaenomenon Singulare seu Mercurius in Sole beruht auf der fälschlichen Beobachtung eines Merkurstransits durch den Astronomen im Jahr 1607. Vgl. Posch, Thomas (2017), Johannes Kepler. Die Entdeckung der Weltharmonie (= Besondere Wissenschaftliche Reihe), Darmstadt 2017, S.199. [Buhlmann, 08.2017]

Kepler, Johannes [1609], ... Astronomia Nova ... ["Neue Astronomie"]. Ein Hauptwerk Keplers war seine "Neue Astronomie" (Nova Astronomia), in der mit Bezug auf den Planeten Mars ("Marswerk") zwei der drei Keplerschen Gesetze erstmals auftauchen und geometrische Konstruktionen zur Erdbahn angestellt werden. Vgl. Posch, Thomas (2017), Johannes Kepler. Die Entdeckung der Weltharmonie (= Besondere Wissenschaftliche Reihe), Darmstadt 2017, S.91-98. [Buhlmann, 08.2017]

Kepler, Johannes [1619], ... Harmonice mundi ... ["Weltharmonik"]. Keplers "Weltharmonik" (Harmonice mundi) beinhaltet das 3. Keplersche Gesetz, aber auch geometrische und musiktheoretische Überlegungen (Harmoniebegriff). Vgl. Posch, Thomas (2017), Johannes Kepler. Die Entdeckung der Weltharmonie (= Besondere Wissenschaftliche Reihe), Darmstadt 2017, S.156-167. [Buhlmann, 08.2017]

Kepler, Johannes [1627], Tabulae Rudolfinae ["Rudolfinischen Tafeln"]. Auf den Daten des Astronoms Tycho Brahe (†1601) beruhend, veröffentlichte Johannes Kepler im Jahr 1627 endlich die in Ulm gedruckten "Rudolfinischen Tafeln", eine Auftragsarbeit Kaiser Rudolfs II. (1576-1612) vom Jahr 1601. Die Tafeln enthalten die astronomisch-himmelsmechanischen Daten für Sonne, Mond und (damals bekannte) Planeten. Vgl. Posch, Thomas (2017), Johannes Kepler. Die Entdeckung der Weltharmonie (= Besondere Wissenschaftliche Reihe), Darmstadt 2017, S.184-187. [Buhlmann, 08.2017]

Kepler, Johannes [1629], De raris mirisque anni 1631 Phaenomenis ["Über die seltenen und wunderbaren Ereignisse des Jahres 1631"]. Die Schrift De raris mirisque anni 1631 Phaenomenis Johannes Keplers weist auf das Phänomen des Transits der Planeten Merkur und Venus vor der Sonne im Jahr 1631 hin. Die diesbezüglichen Ephemeriden entnahm Kepler seinen "Rudolfinischen Tafeln". Vgl. Posch, Thomas (2017), Johannes Kepler. Die Entdeckung der Weltharmonie (= Besondere Wissenschaftliche Reihe), Darmstadt 2017, S.197f. [Buhlmann, 08.2017]

Kepler, Johannes [1634], Somnium sive astronomia lunaris ["Der Traum oder: Mond-Astronomie"]. Bei Keplers postum erschienener Schrift "Der Traum oder: Mond-Astronomie" (Somnium sive astronomia lunaris) handelt es sich um "Science Fiction" als Beschreibung von Himmelsphänomenen vom Mond aus. Vgl. Posch, Thomas (2017), Johannes Kepler. Die Entdeckung der Weltharmonie (= Besondere Wissenschaftliche Reihe), Darmstadt 2017, S.211-215. [Buhlmann, 08.2017]

Klinge, Konrad [Köln 1565], Loci communes theologoci ["Theologische Grundlagen"]. Konrad Klinge (*1482/83-†1556), Erfurter Franziskaner, Theologe und Domprediger (Hammelburger Vertrag 1530), stellte in den loci communes sein Glaubensbekenntnis und die katholischen Glaubensgrundlagen dar. Im Zuge der Gegenreformation gelangten indes alle Werke des Franziskanermönchs auf den katholischen Index der verbotenen Bücher. Vgl. Müller, Thomas T., Schmies, Bernd, Loefke, Christian (Hg.) (2008), Für Gott und die Welt. Franziskaner in Thüringen (= Mühlhäuser Museen. Forschungen und Studien, Bd.1), Paderborn-München-Wien-Zürich 2008, S.329. [Buhlmann, 05.2013]

Kölner Dienstrechte [1159/67, 1167/91], in: Quellen zur deutschen Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte bis 1250, hg. v. Lorenz Weinrich (= FSGA A 32), Darmstadt 1977, S.266-279, Nr.70; Weise, Wilhelm, Der Hof der Kölner Erzbischöfe in der Zeit Kaiser Friedrich Barbarossas (= SH 38), Düsseldorf 2004, S.203-209. Das kürzere, wohl ältere Kölner Dienstrecht von wahrscheinlich 1159/67, also der Amtszeit Erzbischof Reinalds von Dassel - aus der lateinische Text ist auch in zwei mittelhochdeutschen Übersetzungen überliefert - und das längere, wohl jüngere Dienstrecht von wahrscheinlich 1167/91, also der Amtszeit Erzbischof Philipps von Heinsberg regelten die Rechten und Pflichten der kölnisch-erzbischöflichen Ministerialität und Dienstleute (milites): Gehorsam (obsequium) gegenüber dem Erzbischof, Pflicht zur Landesverteidigung, freiwillige Heerfahrten, Ausübung von Hofämtern, Dienstlehen (und Allod), Pelzkleidung, Ahndung von Vergehen (und Erlangung der erzbischöflichen Huld). Vgl. Weise, Wilhelm (2004), Der Hof der Kölner Erzbischöfe in der Zeit Kaiser Friedrich Barbarossas (= SH 38), Düsseldorf 2004, S.40-59. [Buhlmann, 08.2012]

Kölner Hofdienst [1151/56], in: Weise, Wilhelm, Der Hof der Kölner Erzbischöfe in der Zeit Kaiser Friedrich Barbarossas (= SH 38), Düsseldorf 2004, S.209-216. Wohl zur Zeit des Kölner Erzbischofs Arnold II. von Wied (1151-1156) entstand der Kölner Hofdienst, ein Verzeichnis von Lieferungen (servitium cotidianum) an die Tafel des Erzbischofs. Nicht vollständig erfasst sind die Vasallen, Ministerialen, Amtsleute und Handwerker am erzbischöflichen Hof; genannt werden: Vogt, Kämmerer, Torten- und Gebäckbäcker, Kellermeister, Müller, Zimmerer, Tonnenmacher, Maurer, Schiffslotse, Gärtner, Bärenwärter, Gefangenenwärter, Betreuer der erzbischöflichen Bettwäsche, Boten u.a. Vgl. Weise, Wilhelm (2004), Der Hof der Kölner Erzbischöfe in der Zeit Kaiser Friedrich Barbarossas (= SH 38), Düsseldorf 2004, S.72-76. [Buhlmann, 08.2012]

Konrad von Brauweiler [1110/20], Vita Wolfhelmi. Leben des Abtes Wolfhelm von Brauweiler, hg., übers. u. erl. v. Heinz Erich Stiene (= Pulheimer Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde, Sonderveröffewntlichung Nr.6), Pulheim 1991, S.18-33. Die um 1110/20 von dem Brauweiler Mönch Konrad auf Latein niedergeschriebene Lebensbeschreibung des (Gladbacher und) Brauweiler Abtes Wolfhelm (1065-1091) ist nur aus der frühen Neuzeit überliefert in drei Redaktionen (1: kürzere Fassung des Laurentius Spurius von 1571, 2: längere Fassung im Chronicon Brunwylrense bis 1525, 3: längere Fassung des Gladbacher Abtes Petrus Knor (1703-1725) von 1717; Redaktion 3 abhängig von den Redaktionen 1 und 2). Vgl. Stiene, Heinz Erich, Die Überlieferung der 'Vita Wolfhelmi' des Konrad von Brauweiler im 'Liber de fundatione et abbatibus' des Gladbacher Abtes Petrus Knor von 1717, in: Neuheuser, Hanns Peter (Hg.) (1999), Die Handschriften des Propsteiarchivs Kempten. Interdisziplinäre Beiträge, Köln-Weimar-Wien 1999, S.273-286. [Buhlmann, 10.2011]

Konrad von Marburg [1232], Summa vitae [der heiligen Elisabeth von Thüringen]. Kurz nach dem Tod der Landgräfin Elisabeth von Thüringen (*1207-†1231) verfasste deren Beichtvater und geistlicher Leiter Konrad von Marburg (*ca.1175/80-†1233), Theologe, Prediger und Ketzerverfolger, die älteste Lebensbeschreibung der Heiligen, die eine Grundlage des anstehenden Kanonisationsverfahrens bei Papst und römischer Kurie gewesen war und Berichte über die Zusammentreffen von Konrad mit Elisabeth enthält. Vgl. Elisabeth von Thüringen. Eine europäische Heilige, hg. v. Dieter Blume, Matthias Werner (2007), Bd.1: Aufsätze, Petersberg 2007, S.177-186, Bd.2: Katalog, Petersberg 2007, S.113ff. [Buhlmann, 12.2011]

KTA = Kröner Taschenausgabe

[Kurze franziskanische Lebensbeschreibung der heiligen Elisabeth von Thüringen] [vor 1280]. Auf der Grundlage der ältesten franziskanischen Lebensbeschreibung der heiligen Elisabeth von Thüringen (nach 1250) schrieb ein unbekannter Franziskanermönch eine gekürzte Lebensbeschreibung über Leben, Tod und Wunder der Landgräfin Elisabeth von Thüringen (*1207-†1231). Vgl. Elisabeth von Thüringen. Eine europäische Heilige, hg. v. Dieter Blume, Matthias Werner (2007), Bd.1: Aufsätze, Petersberg 2007, Bd.2: Katalog, Petersberg 2007, S.341f. [Buhlmann, 12.2011]

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