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Lahnstein, Peter [1516], Liber vivencium ["Memorienbuch des Koblenzer Stifts St. Florin"], als: Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 112 (St. Florin), Nr.1349; Knichel, Martina (2004), Das Memorienbuch von St. Florin in Koblenz. Edition und Erläuterung (= QAMRhKG 110), Mainz 2004. Peter Lahnstein (†n.1527), Kaplan, Senior und Vikar am Koblenzer Stift St. Florin, fertigte im Jahr 1516 auf Grund einer älteren Vorlage aus dem 13. Jahrhundert ein Memorienbuch (Nekrolog, liber vivencium) an, in das er auf Latein Stiftungen und Memorien, geordnet nach den Kalendertagen von Januar bis Dezember, eintrug. Weitere Eintragungen stammen aus der Zeit unmittelbar nach der Anlage des Buchs, aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert. Das Memorienbuch hat eine Höhe von 39,4 cm, eine Breite von 28 cm, besteht aus mehr als 146 Pergamentblättern, war ein liber catinatum und ist gegliedert in: Festkalender, Memorialaufzeichnungen, Nachträge, Register. Der Bedeutung für das Stift St. Florin entsprechend, besitzt das Memorienbuch zwei annähernd ganzseitige farbige Miniaturen, die zum Einen die Gottesmutter Maria neben anderen Heiligen (Cosmas, Damian, Innozenz, Minias), zum Anderen (im Dedikationsbild) den Heiligen Florin neben den Stiftsherren zeigen. [Buhlmann, 01.2015]

Lakmann, Nikolaus [1442], Quaestio de formalitatibus. Nikolaus Lakmann (†1479), Provinzialminister der Sächsischen Provinz des Franziskanerordens (1461-1479), erläutert in seinem Quaestio de formalitatibus philosophische Grundbegriffe u.a. Vgl. Müller, Thomas T., Schmies, Bernd, Loefke, Christian (Hg.) (2008), Für Gott und die Welt. Franziskaner in Thüringen (= Mühlhäuser Museen. Forschungen und Studien, Bd.1), Paderborn-München-Wien-Zürich 2008, S.314. [Buhlmann, 05.2013]

Lakmann, Nikolaus [nach 1463], Tractatus de confraternitate, in: Wroclaw, Universitätsbibliothek, I Q 73a, fol. 46v-70r. Nikolaus Lakmann behandelt in seinem Tractatus de confraternitate die kirchenrechtlichen und seelsorgerischen Beziehungen zwischen den weltlich-geistlichen Bruderschaften und den Franziskanerklöstern in den Städten. Vgl. Müller, Thomas T., Schmies, Bernd, Loefke, Christian (Hg.) (2008), Für Gott und die Welt. Franziskaner in Thüringen (= Mühlhäuser Museen. Forschungen und Studien, Bd.1), Paderborn-München-Wien-Zürich 2008, S.91. [Buhlmann, 05.2013]

Laktanz [Lucius Caecilius Firmianus] [4. Jahrhundert, Anfang], Divinae institutiones ["Göttliche Unterweisungen"] ist ein Werk des kirchlichen Schriftstellers Laktanz (*ca.250-†ca.320 n.Chr.). Die Divinae institutiones sind eine christliche Verteidigungschrift, die sich gegen Heiden (Heidentum, heidnische Philosophie) und Juden wendet. Für das Neue Testament (Methode des Schriftbeweises) kommt den Juden aber die Rolle von Zeugen der Heilsgeschichte um Jesus Christus zu. Vgl. Tertullian, Adversus Iudaeos. Gegen die Juden. Lateinisch-Deutsch, übers. v. Regina Hauses (= FC 75), Turnhout 2007, S.149f. [Buhlmann, 12.2016]

Laktanz [Lucius Caecilius Firmianus], [Sonderschrift gegen das Judentum] ist ein entweder nicht ausgeführtes oder verloren gegangenes Werk des kirchlichen Schriftstellers Laktanz, das irrenden und verbrecherischen Juden zum Inhalt gehabt haben soll(te). Vgl. Tertullian, Adversus Iudaeos. Gegen die Juden. Lateinisch-Deutsch, übers. v. Regina Hauses (= FC 75), Turnhout 2007, S.149f. [Buhlmann, 12.2016]

Landino, Christofero [1471], De nobilitate animae. Christofero Landino (*1426-†1499), Vertreter des Florentiner Bürgerhumanismus, beschäftigt sich mit seinem auf den Menschen bezogenen philosophischen Werk De nobilitate animae mit der (letztendlichen) Bestimmung des Menschen. Vgl. Keßler, Eckhard (2008), Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008, S.51f. [Buhlmann, 08.2013]

Landino, Christofero [1474], Disputationes Camaldulenses. Christofero Landino erörtert in den Disputationes Camaldulenses in platonischer Weise den Vorrang der vita contemplativa vor der vita activa. Vgl. Keßler, Eckhard (2008), Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008, S.52. [Buhlmann, 08.2013]

Landino, Christofero [nach 1487], De nobilitate animae. Christofero Landino geht es in De nobilitate animae um den "Adel der Seele" in der Abkehr vom Materiellen. Vgl. Keßler, Eckhard (2008), Die Philosophie der Renaissance. Das 15. Jahrhundert, München 2008, S.52. [Buhlmann, 08.2013]

Leibniz, Gottfried Wilhelm [vor 1716, 1750/53], Origines Guelficae ["Welfische Ursprünge"]. Gottfried Wilhelm Leibniz (*1646-†1716), Universalgelehrter und Bibliothekar an der schon damals berühmten Bibliothek in Wolfenbüttel, befasste sich auch mit der Geschichte der Welfen, zu der er eine umfangreiche Quellensammlung vorbereitete. Die Origines Guelficae erschienen 1750/53, also erst nach seinem Tod, gedruckt in fünf Bänden. Vgl. Vogtherr, Thomas (2014), Die Welfen. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart (= BSR 2830), München 2014, S.60. [Buhlmann, 05.2014]

Leiden, Universitätsbibliothek Voss. lat. q.69 [9./13. Jahrhundert] ist aus sechs Teilen unterschiedlicher Zeitstellung zusammengebunden und enthält: Tiburtinische Sibyllen; lateinische Gedichte, Prudentiushymnen, lateinisch-altenglisches Leidener Glossar, Naturgeschichte des Plinius (Exzerpte), Gottesstaat des Augustinus (Exzerpte), Etymologien Isidors von Sevilla (Exzerpte); Passio der heiligen Fides (aus St. Gallen); lateinisch-althochdeutsche Glossare; St. Galler Urkunde von 1262; Bericht über die sieben Weltwunder. Vgl. Schulte, Wolfgang, Die althochdeutsche Glossierung der Dialoge Gregors des Großen (= StAhd 22), Göttingen 1993, S.289-295. [Buhlmann, 07.2012]

Leo X. [Papst] [1517 Mai 29], Ite et vos. Das Auseinanderfallen des Franziskanerordens in Observanten und Konventualen veranlasste Papst Leo X. (1513-1521) mit der Bulle Ite et vos, den Orden in zwei Ordenszweige aufzuteilen. Vgl. Müller, Thomas T., Schmies, Bernd, Loefke, Christian (Hg.) (2008), Für Gott und die Welt. Franziskaner in Thüringen (= Mühlhäuser Museen. Forschungen und Studien, Bd.1), Paderborn-München-Wien-Zürich 2008, S.322. [Buhlmann, 05.2013]

Leo X. [Papst] [1517 Juni 12], Omnipotens deus [Bulla concordiae]. Papst Leo X. band mit seiner Bulla concordiae, auch als sechs Blatt umfassender Druck Bulla Concordiae inter Ministrum Generalem totius Ordinis sancti Francisci et Magistrum generalem Fratrum Conuentualium eiusdem ordins verbreitet, die zwei Ordenszweige der Franziskaner insofern aneinander, dass der von den Observanten gewählte Generalminister den von den Konventualen zu wählenden Generelmagister zu bestätigen hatte. Vgl. Müller, Thomas T., Schmies, Bernd, Loefke, Christian (Hg.) (2008), Für Gott und die Welt. Franziskaner in Thüringen (= Mühlhäuser Museen. Forschungen und Studien, Bd.1), Paderborn-München-Wien-Zürich 2008, S.322. [Buhlmann, 05.2013]

Leo-Orakel [13. Jahrhundert, Ende /14. Jahrhundert, Anfang]. Leo-Orakel waren ursprünglich byzantinische Kaiserorakel, die im 12. Jahrhundert verfasst worden war. Wohl mittelitalienischer Herkunft sind dann die unzulänglichen lateinischen Übersetzungen dieser griechischen Orakel; dabei wurden insgesamt 15 Prophezeiungen auf das Schicksal von Päpsten bezogen. Am Ende des 13. bzw. zu Beginn des 14. Jahrhunderts treten diese Papstvatizinien in Erscheinung (genus nequam-, jüngere ascende calve-Variante von Vatizinien [14. Jahrhundert], vereinigt zu einer Folge von 30 Weissagungen [15. Jahrhundert, Anfang]). Vgl. Lucas, Jana Bildgewordene Zukunftsangst. Die Weissagungen über die Päpste, in: Das Konzil von Konstanz (1414-1418). Weltereignis des Mittelalters (= Ausstellungskatalog) (2014), Katalog, hg. v. Badischen Landesmuseum, Darmstadt 2014, S.321ff. [Buhlmann, 07.2014]

Leonardo Fibonacci [Leonardo von Pisa, Leonardo Pisanon] [1202, 1228], Liber abaci ["Buch der Rechenkunst"], als: Fibonacci's Liber Abaci. Leonardo Pisano's Book of Calculation, übers. v. Laurence Sigler (2003) (= SSHMP), New York-Berlin-Hamburg 2003. Leonardo Fibonacci (*ca.1170-†ca.1240), Bürger aus Pisa, stand seit seiner Jugend in vielfältiger Weise in Beziehung zur Mathematik (Bugia, Ägypten, Syrien, Provence, Byzanz) und wusste diese in einer Reihe von mathematischen Werken wirkungsvoll umzusetzen. Fibonaccis Liber abaci erschien als Handschrift erstmals im Jahr 1202; 1228 folgte eine Überarbeitung. Basierend auf den indisch-arabischen Ziffern, der Null und dem Stellenwertsystem der (natürlichen) Zahlen führt Fibonacci ein in die theoretischen und praktischen Aspekte der Arithmetik, des Rechnens mit den Zahlen auf Basis von Algorithmen. Im Vorwort weist Fibonacci hin auf seine Reisen, die er unternommen hat, und verweist auf die Beweisgrundlagen gemäß den euklidischen Beweisprinzipien. Buch I führt die indisch-arabischen Ziffern einschließlich der Null ein und somit das Stellenwertsystem. Buch II-V beschäftigt sich mit der Multiplikation, Addition, Subtraktion und Division von ganzen Zahlen, Buch VI-VII mit dem Grundrechnen mit Bruchzahlen. Buch VIII-XI enthält kaufmännisches Rechnen (Geldbeutelaufgaben, Aufteilung von Gewinnen, Umrechnungen u.a.). Buch XII beschäftigt sich mit linearen Gleichungen, Buch XIII u.a. mit den Rechenregeln zu positiven und negativen Zahlen (elchataym, arithmetische Summen). Buch XIV legt das Rechnen mit Wurzeln dar. Buch XV schließlich beschäftigt sich mit Proportionalitäten, einfachen geometrischen Problemen und quadratischen Gleichungen (almuchabala). [Buhlmann, 03.2013]

Leonardo Fibonacci [Leonardo von Pisa, Leonardo Pisanon] [1225], Liber quadratorum ["Buch der Quadrate"] stellt dar die bzw. ist teilweise eine Weiterentwicklung der mathematischen Ergebnisse des Diophantes von Alexandrien (2., 3. oder 4. Jahrhundert n.Chr.) zu Arithmetik und Algebra (diophantische Gleichungen). Vgl. Fibonacci's Liber Abaci. Leonardo Pisano's Book of Calculation, übers. v. Laurence Sigler (2003) (= SSHMP), New York-Berlin-Hamburg 2003, S.5. [Buhlmann, 03.2013]

Leonius von Paris [1154/59, 1162/65, 1179/89], [Versbriefe]. Der Pariser Gelehrte und Kanoniker von Notre-Dame und St. Viktor (†n.1201) dichtete Versepistel für Papst Hadrian IV. (1154-1159), für Papst Alexander III. (1159-1181) und für den Kardinal und päpstlichen Legaten Heinrich von Marcy (1179/89). Vgl. Dinkova-Bruun, Greti, Leonius of Paris and his Liber Ruth, in: Berndt, Rainer (Hg.) (2005), Schrift, Schreiber, Schenker. Studien zur Abtei Sankt Viktor in Paris und den Viktorinern (= Corpus Victorinum. Instrumenta, Bd.1), Berlin 2005, S.293-316, hier: S.293f. [Buhlmann, 02.2014]

Leonius von Paris [v.1201], Historie ueteris testamenti ["Geschichte des Alten Testaments"] ist eine von dem Pariser Gelehrten und Kanoniker gedichtete (wohl unabgeschlossene) "Geschichte des Alten Testaments" in zwölf Büchern: Proemium libri; I: Schöpfung - Noah; II: Abraham - Esau; III: Isaak - Esrom, Sarah; IV: Josef, Jakob; V: Israel in Ägypten, Auszug; VI-VIII: Moses, IX: Josua; X: Juda, Sangar; XI: Deborah, Gideon, Thola, Manasse; XII: Jephtah, Samson, Ruth. Vgl. Dinkova-Bruun, Greti, Leonius of Paris and his Liber Ruth, in: Berndt, Rainer (Hg.) (2005), Schrift, Schreiber, Schenker. Studien zur Abtei Sankt Viktor in Paris und den Viktorinern (= Corpus Victorinum. Instrumenta, Bd.1), Berlin 2005, S.293-316. [Buhlmann, 02.2014]

Levita, Elia, Grammatica hebraica absolutissima > M Münster, Sebastian

Lex Ursonensis [um 44 v.Chr.]. Die Lex Ursonensis war das inschriftlich in Fragmenten überlieferte Stadtrecht der im Jahr 44 v.Chr. gegründeten römischen Kolonie Iulia Genetiva Ursonensis in Spanien. In der lex geht es um die Verfasstheit der Stadt, auch um römische Religion und deren Anbindung an die Magistrate der Stadt (Festkalender, Kult, Rituale, Priesterschaften). Vgl. Rüpke, Jörg (2014), Römische Religion in republikanischer Zeit. Rationalisierung und ritueller Wandel, Darmstadt 2014, S.132-147. [Buhlmann, 05.2015]

LexMA I-IX = Lexikon des Mittelalters, 9 Bde., 1980-1998, Ndr Stuttgart-Weimar 1999

Libellus de dictis quatour ancillarum ["Bericht der vier Mägde" (der heiligen Elisabeth von Thüringen)] [1235]. Im Rahmen des Kanonisationsverfahrens bei Papst und römischer Kurie kurz nach dem Tod der Landgräfin Elisabeth von Thüringen (*1207-†1231) wurde im Januar 1235 nach Zeugenbefragung der thüringischen Hofdamen Guda und Isentrud sowie der Hospitalschwestern Irmgard und Elisabeth ein (kürzerer, längerer) Libellus über Arbeit, Krankheit und Tod der heiligen Elisabeth am von ihr gestifteten Marburger Hospital angefertigt. In erinnerten wörtlichen Reden der Heiligen kommt darin Elisabeth von Thüringen selbst zu Wort, die sich hier als soror in seculo bezeichnete. Vgl. Elisabeth von Thüringen. Eine europäische Heilige, hg. v. Dieter Blume, Matthias Werner (2007), Bd.1: Aufsätze, Petersberg 2007, S.187-192, Bd.2: Katalog, Petersberg 2007, S.111f. [Buhlmann, 12.2011]

Libellus de imperatoria potestate in urbe Roma ["Büchlein über die Rechte des Kaisers in der Stadt Rom"] [9. Jahrhundert, Ende?], in: MGH. Scriptores (in Folio) Bd.2: [Annales et chronica aevi Carolingici], hg. v. Georg Heinrich Pertz, 1839, Nachdruck Stuttgart-New York 1963, S.719-722. Der Libellus, eher ans Ende des 9. Jahrhunderts als ins 10. oder beginnende 11. Jahrhundert zu stellen, wurde von einem unbekannten Autor auf Latein verfasst und berichtet in chronologischer Reihung über Rechte und Einfluss der Kaiser von Konstantin dem Großen (306-337) bis Karl den Kahlen (840-877) und (König) Karlmann (876-880) auf Rom. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt im Geschehen des 9. Jahrhunderts und hier bei Kaiser Ludwig II. (855-875) (Verweis auf das Constitutum Constantini). Vgl. Haller, Johannes (1936), Nikolaus I. und Pseudoisidor, Stuttgart 1936, S.193-198. [Buhlmann, 01.2012]

Liber de unitate ecclesie conservanda ["Buch über die zu bewahrende Einheit der Kirche"] [1090], hg. v. Wilhelm Schwenkenbecher, in: MGH. Libelli de lite, Bd.2, Hannover 1896, S.173-284. Der Liber de unitate ecclesie conservanda ist in der Publizistik des Investiturstreits (1075-1122) eine Streitschrift eines unbekannten Anhängers Kaiser Heinrichs IV., wahrscheinlich eines Mönchs aus dem hessischen Kloster Hersfeld. Nur mit den friedlichen Mitteln, die Jesus Christus angewandt hatte, könne - so der Verfasser des Liber - die Einheit der Kirche bewahrt werden. Heinrich IV. hätte sich bei seinem "Gang nach Canossa" (1077) wie Christus für den Frieden eingesetzt; christliche Wahrheit und eine dieser entgegenstehende Amtsführung Papst Gregors VII. (1073-1085) unterscheiden sich insbesondere in der Frage der Gewalt gegenüber vermeintlichen Gegnern von Kirche und christlichem Glauben. Vgl. Althoff, Gerd (2013), "Selig sind, die Verfolgung ausüben". Päpste und Gewalt im Hochmittelalter, Darmstadt 2013, S.112-116. [Buhlmann, 07.2013]

Liber decimationis ["Zehntbuch des Bistums Konstanz"] (1274/75), als: Person-Weber, Gerlinde (2001), Der Liber decimationis des Bistums Konstanz. Studien, Edition und Kommentar (= FOLG 56), Freiburg i.Br.-München 2001. Pläne Papst Gregors X. (1271-1275) für einen neuen Kreuzzug mündeten nach dem 2. Konzil von Lyon (1274) im "Papstzehnt" von 1274/75, d.h. in der Besteuerung geistlicher Würdenträger des Kreuzzugs wegen. Aus dem Bistum Konstanz ist daher ein Liber decimationis (1274/75; Erzbischöfliches Archiv Freiburg, Codex Ha 56) überliefert, der - nach Dekanaten, Pfarreien, Klöstern und Stiften geordnet - detailliert Auskunft gibt über die von Geistlichen, Kirchen, Klöstern und Stiften an die Kollektoren Propst Heinrich von St. Stephan (Konstanz) und Domdekan Walko (Konstanz) abzuführenden Steuern. Der unter dem Konstanzer Bischof Rudolf II. von Habsburg-Laufenburg (1274-1293) angelegte Liber decimationis ist nicht original überliefert, sondern ist eine Abschrift von zwei (Haupt-) Schreibern des 14. Jahrhunderts. [Buhlmann, 09.2016]

Liber Historiae Francorum ["Buch von der Geschichte der Franken"] [um 727/28], als: Liber Historiae Francorum, hg. v. Bruno Krusch (= MGH Scriptores rerum Merovingicarum, Bd.2), 1888, Nachdruck Hannover 1984, S.215-328. Verfasst um 727/28 in Neustrien (Soissons?) vielleicht von einer Nonne, berichtet der Liber Historiae Francorum aus neustrisch-fränkischer Perspektive von den Franken, ihrer Herkunft (Trojasage) und ihrer Geschichte (Rolle der Königinnen, Zusammenwirken von Königtum und fränkischem Adel). Vgl. Kaiser, Reinhold, Scholz, Sebastian (2012), Quellen zur Geschichte der Franken und der Merowinger. Vom 3. Jahrhundert bis 751, Stuttgart 2012, S.26ff. [Buhlmann, 09.2012]

Liber miracolorum et visionum in provincia Saxoniae c. 1300 conscriptus [um 1300]. Zwei spätmittelalterliche Handschriften (14. Jahrhundert, 1. Hälfte; 15. Jahrhundert, 2. Hälfte) enthalten den Liber miracolorum et visionum in provincia Saxoniae, eine Sammlung von Erzählungen, Wunder und Visionen aus dem Umfeld des Franziskanerordens (Seelsorge, Tod, Gott, Alltag). Vgl. Müller, Thomas T., Schmies, Bernd, Loefke, Christian (Hg.) (2008), Für Gott und die Welt. Franziskaner in Thüringen (= Mühlhäuser Museen. Forschungen und Studien, Bd.1), Paderborn-München-Wien-Zürich 2008, S.67-76. [Buhlmann, 05.2013]

Liber Nemroth [8. Jahrhundert oder früher]. Der Liber Nemroth ist ein Kompendium zur Astronomie, Astrologie und Komputistik, bekannt seit dem 8. Jahrhundert. Der Lehrer Nimrod beantwortet darin seinem Schüler Ioanton Fragen zur Sternkunde, Himmelsmechanik und Kalenderrechnung. Vgl. Gundula Grebner, Der Liber Nemroth, die Fragen Friedrichs II. an Michael Scotus und die Redaktionen des Liber particularis, in: Grebner, Gundula, Fried, Johannes (Hg.) (2008), Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittelalter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert (= Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel, Bd.15), Berlin 2008, S.285-298. [Buhlmann, 05.2014]

Liber Ordinarius [Stift Essen] [1370/93] als: Essen, Domschatzkammer, Hs.19. Der Liber Ordinarius als Handschrift des mittelalterlich-frühneuzeitlichen Essener Frauenstifts ist zwischen 1370 und 1393 entstanden und diente den am Stift tätigen Geistlichen als praxisnahes Handbuch der gottesdienstlichen Liturgie im Verlauf eines Kirchenjahres. Beschrieben werden nur die gemeinsam durchgeführten Gottesdienste von Stiftsfrauen und Kanonikern unter besonderem Verweis auf Prozessionen und Umgänge, auf zu bestimmten Festen vollzogenen Riten und Handlungen. Gerade die Schilderung der kirchlichen Feste des Osterfestkreises (Ostern und davon abhängige Feste) zeigt, dass die Liturgie am Frauenstift auf römisch-fränkischen, Kölner (Erzbistum) und örtlichen Traditionen beruhte; gerade der örtlichen liturgischen Überlieferung kam mitunter eine besondere Rolle zu (Palmensegnung, Visitatio sepulchri, Apostellauf, Prozessionen zu Himmelfahrt und Pfingsten, Bedeutung des durch das Evangeliar repräsentierten Gotteswortes). Dabei kam für die Essener Liturgie der gottesdienstlichen Interaktion von Frauenkonvent und Herrenkapitel eine überragende Rolle zu (Liturgie der Osternacht und Totenmemoria, Beteilung von Stiftsfrauen und Äbtissin an der Osterliturgie); die Stiftsfrauen waren daher wesentlich und vielfältig am Gottesdienst beteiligt. Vgl. Bärsch, Jürgen (1997), Die Feier des Osterfestkreises im Stift Essen nach dem Zeugnis des Liber Ordinarius (zweite Hälfte 14. Jahrhundert). Ein Beitrag zur Liturgiegeschichte der deutschen Ortskirchen (= QuS 6), Münster 1997. [Buhlmann, 04.2014]

Liber privilegiorum maior monasterii Werdeniensis ["Großes Privilegienbuch des Klosters Werden"] [12. Jahrhundert, Mitte] [Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Werden Rep. u. Hs. 9], u.a. in: Kötzschke, Rudolf (Hg.), Die Urbare der Abtei Werden a.d. Ruhr. A. Die Urbare vom 9.-13. Jahrhundert (= PubllGesRhGkde XX: Rheinische Urbare, Bd.2), 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978, S.167-185. Der Werdener Liber privilegiorum maior ist eine um die Mitte des 12. Jahrhunderts angefertigte, 20,5 cm x 32,5 cm große lateinische Pergamenthandschrift. Das Manuskript besteht aus 66 Blättern, die Blätter f.1-40 stellen ein Chartular dar, das die meisten Urkunden des Cartularium Werdinense enthält, darüber hinaus aber auch zusätzliche Werdener Traditionsurkunden - neben späteren Urkunden und Privilegien. Die restlichen Blätter des Liber haben mit ihren Besitz- und Abgabeneinträgen urbarialen Charakter und beziehen sich auf ein Heberegister des Helmstedter Liudgeriklosters, das mit Werden durch Personalunion des Abtes verbunden war. [Buhlmann, 04.2012]

Libri feodorum ["Bücher der Lehen"] [11./12./13. Jahrhundert] sind in drei verschiedenen Rezensionen des 12./13. Jahrhunderts überlieferte Sammlungen von juristischen Abhandlungen über das Lehnswesen in Oberitalien. Die zwei frühesten dieser Abhandlungen, anonmym überliefert, reichen bis ans Ende des 11. Jahrhunderts zurück und behandeln das "Lehnsgesetz" (Edictum de beneficiis) Kaiser Konrads II. (1024-1039) von 1037. Ein dritter Traktat ist einem iudex Ugo de Gambolato zugeschrieben. Aufgenommen wurde in die Libri feodorum schließlich auch das Lehnsgesetz Kaiser Lothars III. (1125-1137) von 1136. Die Libri feodorum systematisieren das an der Wende vom 10. zum 11. Jahrhundert in Oberitalien neu aufgekommene Lehnswesen (Erwerb und Verlust von feuda; Lehnsgeber und -nehmer; feuda und beneficia als unterscheidbare Kategorien u.a.). Vgl. Patzold, Steffen (2012), Das Lehnswesen (= BSR 2745), München 2012, S.51-55. [Buhlmann, 03.2012]

Liebeselegie, römisch, antike Literaturgattung: Liebeselegien sind Dichtungen erotischen Inhalts, die leidvolle Erfahrungen auf dem Gebiet der Liebe schildern (Klagegesang) und unterteilt werden können in "subjektiv-erotische" (elegisches Ich als Autor) und "objektiv-erotische" Elegien (vom Dichter verschiedenes elegisches Ich). Vertreter der römischen Elegie sind u.a. laut Quinitilian, Institutio oratoria: Tibull, Properz, Ovid, Gallus. Die römischen Liebeseligien besitzen literarische (griechisch-hellenistische Elegien [Asklepiados von Samos, Gedichte; Kallimachos, Aitia; Meleager von Gadara, Gedichte; Philodem von Gadara, Gedichte]; Catull, Carmen 68) und gesellschaftlich-soziale Voraussetzungen (elegische Wertordnung [Rollenverteilung Geliebte-amator, Sexualität und Machtdiskurs]). Vgl. Holzberg, Niklas (1990), Die römische Liebeslegie. Eine Einführung, Darmstadt 62015. [Buhlmann, 09.2015]

Liudger [790/91], Vita Gregorii ["Das Leben Gregors von Utrecht"], hg. v. Oswald Holder-Egger, in: MGH. Scriptores (in Folio) Bd.15,1, S.63-79; als: Liudger, Das Leben Gregors von Utrecht, übers. v. Wilhelm Wattenbach, in: Die Lebensbeschreibungen des hl. Willibrord, Gregors von Utrecht, Liudgers und Willehads von Bremen, übers. v. W. Wattenbach, G. Grandaur, M. Laurent (= Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit. 2. Gesamtausgabe, Bd.14), Leipzig 1896, S.27-51. Mit der von ihm verfassten Vita des friesischen Missionars, Lehrers und Abtes Gregor von Utrecht (†775) verfolgte der friesische Missionar und Werdener Klostergründer Liudger (†742) mehrere Ziele. Zum einen wollte er seinem Lehrer und Vorbild Gregor ein literarisches Denkmal setzen und somit demjenigen Verehrung zollen, der ihm seit seiner Einweisung in die Utrechter Schule (um 755) bis zu dessen Tod (775) Lehrer, Erzieher und Vertrauter gewesen war. Zum anderen ging es Liudger darum, die Heiligkeit Gregors auch seinen Schülern zu vermitteln. Nicht von ungefähr fällt ja die Abfassungszeit der Vita in Liudgers Utrechter Lehrtätigkeit. [Buhlmann, 04.2012]

Liutprand von Cremona [nach 949], Liber antapodoseos, Antapodosis ["Vergeltung"]. Der Oberitaliener Liutprand (*ca.920-†97/72), Bischof von Cremona (961-970/72), verfasste gegen den italischen "Nationalkönig" und Markgrafen Berengar von Ivrea (950-961) eine Geschichte Italiens von ca.880 bis 949 (Gesandtschaft Liudprands nach Konstantinopel). Vgl. Becher, Matthias (2012), Otto der Große. Eine Biographie, München 2012, S.20f. [Buhlmann, 10.2013]

Liutprand von Cremona [kurz nach 963], Historia Ottonis ["Geschichte Ottos (I.)"]. Bischof Liutprand von Cremona (961-970/72), Parteigänger des ostfränkischen Königs und Kaisers Ottos I. (936-973), schildert in seiner Historia Ottonis das Geschehen um die Absetzung Papst Johannes' XII. (955-963) auf der römischen Synode des Jahres 963. Vgl. Becher, Matthias (2012), Otto der Große. Eine Biographie, München 2012, S.21. [Buhlmann, 10.2013]

Liutprand von Cremona [kurz nach 968], Legatio ad imperatorem Constantinopolitanum Nicephorum Phocam ["Gesandtschaft an den byzantinischen Kaiser Nikephoros Phokas"]. Bischof Liutprand von Cremona (961-970/72), Parteigänger des ostfränkischen Königs und Kaisers Ottos I. (936-973), berichtet über seine im Jahr 968 durchgeführte, diplomatisch aber misslungene Gesandtschaftsreise ins byzantinische Reich, nach Konstantinopel und zu Kaiser Nikephoros Phokas (963-969). Vgl. Becher, Matthias (2012), Otto der Große. Eine Biographie, München 2012, S.21. [Buhlmann, 10.2013]

Livius Andronicus [nach 240 v.Chr.], Odusia [Odyssee-Übersetzung]. Der versklavte, dann freigelassene Grieche und römische Grammatiklehrer Livius Andronicus (2. Hälfte, 3. Jahrhundert v.Chr.) verfasste als lateinische Übersetzung von Homers Odyssee das erste lateinische Versepos (aus Saturniern), anknüpfend an die Sage, dass Odysseus von der Zauberin Kirke den Sohn Latinos, den Stammvater der Latiner, hatte. Das Epos war in römisch-republikanischer Zeit ein Lehr- und Schulbuch. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.9-12. [Buhlmann, 09.2011]

Livius Andronicus [nach 240 v.Chr.], [Tragödien]. Livius Andronicus schrieb die Tragödien Achilles, Aegisthus, Aiax, Andromeda, Danae, Equos Trianus, Hermiona, Tereus und Ino (?). Von den Tragödien ist keine überliefert. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.40f. [Buhlmann, 07.2012]

London, British Library, Cod. Cotton. Nero A VII [1085/90]. Die Handschrift enthält die Briefsammlung des Erzbischofs Lanfranc von Canterbury (1063-1092) und die älteste überlieferte Briefsammlung (N) des Erzbischofs Anselm von Canterbury (1092-1109), die Letzterer als Prior bzw. Abt von Bec schrieb. Vgl. Krüger, Thomas Michael (2002), Persönlichkeitsausdruck und Persönlichkeitswahrnehmung im Zeitalter der Investiturkonflikte. Studien zu den Briefsammlungen des Anselm von Canterbury (= SB 22), Hildesheim 2002, S.85-91. [Buhlmann, 04.2013]

London, British Library, Harley 5786 [1132/53]. Die Handschrift aus dem normannischen Sizilien enthält einen griechisch-lateinisch-arabischen Psalter in dreispaltiger Anordnung: griechische Septuaginta, lateinische Vulgata, melkitische Psalterübersetzung. Arabische Randbemerkungen lassen eine arabische Liturgie erkennen. Die Handschrift kann muslimischen Palasteunuchen am Hof der normannischen Könige zugeordnet werden. Vgl. Scheller, Benjamin, Migrationen und kulturelle Hybridisierungen im normannischen und staufischen Königreich Sizilien (12.-13. Jahrhundert), in: Borgolte, Michael, Tischler, Matthias M. (Hg.) (2012), Transkulturelle Verflechtung im mittelalterlichen Jahrtausends. Europa, Ostasien und Afrika, Darmstadt 2012, S.57-185, hier: S.176. [Buhlmann, 04.2013]

London, Lambeth Palace Library, Cod. 59 [1102/09]. Die Handschrift, angefertigt in den letzten Lebensjahren des Erzbischofs Anselm von Canterbury (1092-1109) durch den Schreiber Thidricus, enthält auf den ersten 190 Blättern die in zwei Bücher (LI, LII) unterteilte Briefsammlung des Anselm als Prior, Abt und Erzbischof, gefolgt von einem Anhang (La, unterteilt in LaI und LaII) mit nachgelassenen kleinen Schriften Anselms. Die restlichen Blätter des Codex sind mit ins 15. Jahrhundert zu datierenden Abschriften von Werken Anselms beschrieben. Vgl. Krüger, Thomas Michael (2002), Persönlichkeitsausdruck und Persönlichkeitswahrnehmung im Zeitalter der Investiturkonflikte. Studien zu den Briefsammlungen des Anselm von Canterbury (= SB 22), Hildesheim 2002, S.73-82. [Buhlmann, 04.2013]

Lüne [Kloster] [1172-1530], [Urkunden], hauptsächlich: [Klosterarchiv Lüne], als: Urkundenbuch des Klosters Lüne, hg. v. Dieter Brosius (= VHKNB 263 = Lüneburger Urkundenbuch, 6. Abt.), Hannover 2011. Die urkundliche Überlieferung des Frauenklosters (bei/in Lüneburg) enthält lateinische Urkunden geistlicher und weltlicher Urkundenaussteller aus hohem und spätem Mittelalter und belegt: die Stiftung des Frauenklosters durch Hildeswidis von Marmstorf (?) (v.1172; Unterstellung unter das Lüneburger Michaeliskloster [Pröpste], Hildeswidis als Vorsteherin), dessen Blütezeit ab dem 13. Jahrhundert (ca.1240: Brand und neue Klostergebäude; 1284: mehr als 60 Nonnen landadliger und bürgerlicher Herkunft; 13. Jahrhundert, Ende: Benediktregel; 14. Jahrhundert, 2. Drittel: Klosterämter [Priorin, Subpriorin, Küsterin u.a.]), das wirtschaftliche Umfeld (Besitz-, Geldschenkungen, Besitz an Ilmenau und Neetze, Lüneburger Pfannenherrschaften und Salzrenten), der Einfluss von Verdener Bischof und welfischer Landesherrschaft auf das Kloster (Bischof Heinrich von Langlingen [1370-1380] und Propstei als Kommende des Kardinals Egidius von Tusculum [1370/73/78]; Lüneburger "Prälatenkrieg" [15. Jahrhundert, Mitte]; Reform des Klosters [1481]; 1519: 87 Nonnen), die Reformation und der evangelische Konvent (1529/35), das frühneuzeitliche evangelische Kloster (1555: Klosterordung) bzw. Frauenstift (1711; 1959: Beseitigung des Adelsvorbehalts), die Stiftung öffentlichen Rechts. [Buhlmann, 06.2014]

Lüneburg, Ratsbücherei, Ms. Theol. 2° 20 [1263/nach 1294/1307]. Die spätmittelalterliche Handschrift aus der Lüneburger Niederlassung der Franziskaner enthält zum überwiegenden Teil einen Sentenzenkommentar des Franziskanermönchs Johann von Erfurt (†1340/50?), daneben auf fol. 1r auch eine Europa und das Heilige Land umfassende Karte (fratrum mappa ordinis) mit den Provinzen des Franziskanerordens. Vgl. Müller, Thomas T., Schmies, Bernd, Loefke, Christian (Hg.) (2008), Für Gott und die Welt. Franziskaner in Thüringen (= Mühlhäuser Museen. Forschungen und Studien, Bd.1), Paderborn-München-Wien-Zürich 2008, S.45f. [Buhlmann, 05.2013]

Lukan [Marcus Annaeus Lucanus] [60 n.Chr.], [Lobgesang auf Kaiser Nero]. Lukan (*39-†65), ein Neffe Senecas und Stoiker, trug sein Lob auf den römischen Kaiser Nero (54-68) im Jahr 60 bei den Neronia vor. Ob das Nero-Lob in Lukans Hauptwerk Bellum civile enthalten ist, ist umstritten. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.21. [Buhlmann, 01.2013]

Lukan [Marcus Annaeus Lucanus] [vor 65 n.Chr.], Bellum civile oder Pharsalia ["Bürgerkrieg"]. Von der wohl auf zwölf Bücher angelegten Dichtung Bellum civile sind zehn Bücher erhalten, die in der Form eines historischen Epos den römischen Bürgerkrieg zwischen Caesar (*100-†44 v.Chr.) und Pompejus (*106-†48 v.Chr.) schildern (49/48 v.Chr.). Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.22f. [Buhlmann, 01.2013]

Lukan [Marcus Annaeus Lucanus] [vor 65 n.Chr.], Catachthonia enthielt Unterweltssagen. Die Dichtung ist verloren gegangen. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.22. [Buhlmann, 01.2013]

Lukan [Marcus Annaeus Lucanus] [vor 65 n.Chr.], Iliaca behandelte das Schicksal des toten Hektor vor Troja. Die Dichtung ist verloren gegangen. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.22. [Buhlmann, 01.2013]

Lukan [Marcus Annaeus Lucanus] [vor 65 n.Chr.], Medea war eine unvollendet gebliebene Tragödie. Die Dichtung ist verloren gegangen. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.22. [Buhlmann, 01.2013]

Lukan [Marcus Annaeus Lucanus] [vor 65 n.Chr.], Orpheus behandelte das Schicksal des Sängers Orpheus. Die Dichtung ist verloren gegangen. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.22. [Buhlmann, 01.2013]

Lukan [Marcus Annaeus Lucanus] [vor 65 n.Chr.], Silvae war eine Gedichtsammlung, die verloren gegangen ist. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.22. [Buhlmann, 01.2013]

Lukrez [Titus Lucretius Carus] [ca. 54 v.Chr.?], De rerum natura ["Von der Natur"], als: Lukrez, Von der Natur der Dinge, übers. v. Karl Ludwig von Knebel (= Exempla Classica 4), Frankfurt a.M.-Hamburg 1960; als: Titus Lucretius Carus, Welt aus Atomen. Lateinisch-Deutsch, hg. v. Karl Büchner (= RUB 4257-59/59a-e), Stuttgart 1973. Titus Lucretius Carus (*97/95-†42/41 v.Chr.?) verfasste vor dem Hintergrund der neoterischen Strömung in der griechischen Dichtkunst das epikureische Lehrgedicht De rerum natura, das sechs Bücher über die Atomlehre (Buch 1-2), über die Seele (Buch 3-4) und über die Natur von Erde und Himmel sowie die menschliche Kultur (Buch 5-6) umfasst. Vgl. Baier, Thomas (2010), Geschichte der römischen Literatur (= BSR 2446), München 2010, S.28-31. [Buhlmann, 01.2013]